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Beamtenbund: Dem Staat fehlen 180.000 Mitarbeiter

Laut Deutschem Beamtenbund fehlen dem Staat aktuell rund 180.000 Beschäftigte, um die Flüchtlingskrise zu bewältigen. Der DGB fordert mehr unbefristete Stellen, mehr Ausbildung und mehr Qualifizierung im öffentlichen Dienst.

Auf die durch die hohe Zahl von Flüchtlingen weiter verschärfte Personalnot im öffentlichen Dienst hat der dbb Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt hingewiesen. Nach aktuellen Schätzungen des dbb, die auf Zahlen der zuständigen Mitgliedsgewerkschaften des Dachverbandes beruhen, fehlen dem Staat derzeit fast 180.000 Mitarbeiter, sagte Dauderstädt der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Die Politik muss umgehend Prioritäten setzen und für eine aufgabengerechte Personalausstattung sorgen“, forderte der dbb Chef.

dbb begrüßt erste Schritte

„Ob im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), in der Bundesagentur für Arbeit (BA) oder den Jugendämtern – überall wird derzeit fieberhaft neues Personal gesucht“, schreibt die Zeitung. Mit Blick auf Tausende neue Stellen, die im BAMF geschaffen werden sollen, sagte Dauderstädt: „Erste Personalentscheidungen sind zu begrüßen, kommen aber zu spät und lassen ein dringend erforderliches und dauerhaft tragfähiges Gesamtkonzept vermissen.“

Länder und Kommunen brauchen Personal

Vor allem Länder und Kommunen benötigten zusätzliche Unterstützung. Dies gelte sowohl kurzfristig für die Registrierung und Unterbringung als auch langfristig für die Integration der Asylberechtigten. Den größten Personalbedarf sieht der dbb bei den Kommunalverwaltungen mit fast 130.000 Stellen, darunter auch bei Feuerwehren und Erziehern. So seien etwa die Berufsfeuerwehren allerorten damit beschäftigt, Zelte und Unterkünfte bereit zu stellen, elektrische und Wasserversorgung zu installieren oder Feldbetten zu transportieren. Aber auch beim BAMF, in der Polizei von Bund und Ländern sowie in Schulen, im öffentlichen Gesundheitsdienst, in Jobcentern und Arbeitsagenturen und in der Justiz würden Tausende Mitarbeiter mehr gebraucht.

Großes Engagement

Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert mehr Personal für den öffentlichen Dienst. In einem Beitrag heißt es: „Mit großem Engagement haben die Beschäftigten im öffentlichen Dienst in den vergangenen Monaten die Aufnahme Asylsuchender organisiert. Zu ihrer Entlastung ist dringend zusätzliches, qualifiziertes Personal erforderlich.“

Mehr Personal nötig

Die hohe Zahl an einreisenden Flüchtlingen bedeute akut vor allem eine Herausforderung bei der Registrierung, der Bearbeitung der Asylanträge und der Unterbringung der Menschen, so der DGB. Diese Situation habe zur Folge, dass sich Polizistinnen und Polizisten aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den zuständigen Verwaltungen im Dauereinsatz befinden und am Limit arbeiten. Zudem bedürfe es zur Bewältigung der Aufgaben, ob nun im Rahmen des Asylverfahrens oder aber später bei der Integration, eines massiven Stellenaufbaus und einer Qualifizierungsoffensive. Das bedeutet: mehr unbefristete Stellen, mehr Ausbildung, mehr Qualifizierung, fordert der DGB.

Erste Schritte beschlossen

Ein erster Schritt, um die zusätzlichen Leistungen der Beamten anzuerkennen, ist das vom Bundestag beschlossene Siebte Besoldungsänderungsgesetz. Unter anderem sieht das Gesetz höhere Zulagen für Beamte vor, die an Sonn- und Feiertagen arbeiten.