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Berlin will Versorgungsrücklage in nachhaltige Aktien investieren

Das Land Berlin will künftig die Versorgungsrücklagen in einem nachhaltigen Aktienindex anlegen. Rund zehn Prozent bzw. 78 Millionen Euro der Rücklagen  sind in Aktien angelegt.

Eine Gesetzesvorlage von Finanzsenator Dr. Matthias Kollatz-Ahnen sieht vor, dass die im Aktienbereich angelegten Teile der Versorgungsrücklage des Landes Berlin künftig nach ethischen und nachhaltigen Kriterien angelegt werden sollen. Damit folgt der Senat einem Beschluss des Abgeordnetenhauses.

Rund 78 Millionen Euro in Aktien

Der Vermögensbestand des Sondervermögens „Versorgungsrücklage des Landes Berlin“ lag zum 30. Juni 2016 bei rund 743 Mio. Euro, davon waren rund 665 Mio. Euro im Anleihesegment und rund 78 Mio. Euro (entspricht 10,5 Prozent) im Aktiensegment investiert.

Kurskorrektur bei Aktienanlage

Im Rahmen einer langfristigen Anlagestrategie, die sich an den Zielen Sicherheit, Liquidität und Rendite orientiert, werden bis zu 15 Prozent des Fondsvolumens im Aktienbereich investiert. Hierbei wird in voll replizierende börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz ETF) der führenden ETF-Anbieter Deka und ishares investiert, die den DAX30 bzw. den EUROSTOXX50 nachbilden. Da in beiden Aktienindizes auch Unternehmen enthalten sind, deren Geschäftsmodell dem Ziel der Klimaneutralität widerspricht, bedarf es laut einer Presseerklärung der Finanzverwaltung der Korrektur, um den Beschluss des Abgeordnetenhauses umzusetzen.

Nachhaltiger Aktienindex in Planung

Im Juni 2016 wurde eine Ausschreibung zur Konstruktion und regelmäßigen Aktualisierung eines nachhaltigen Aktienindex für die Anlage der Mittel aus der Versorgungsrücklage veröffentlicht. Elf Unternehmen haben sich in einem zweistufigen Verfahren um die Teilnahme an der Ausschreibung beworben; fünf der Unternehmen wurden Ende Juli zur Abgabe eines Angebots aufgefordert. Nach Abschluss des Auswahlverfahrens soll der nachhaltige Aktienindex in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesbank bis zum 31. Dezember 2016 implementiert werden. Der Senat wird im I. Quartal 2017 über den Fortgang der Angelegenheit berichten.

Kritik an Anlagestrategie

In der Vergangenheit hatte ein Bericht im Spiegel (in Zusammenarbeit mit dem Portal correctiv.org) offengelegt, dass viele Bundesländer ihre Versorgungsrücklagen häufig in „fragwürdige Unternehmen“ angelegt haben. Den Beitrag des Rechercheportals correctiv.org gibt es hier…



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