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Öffentlicher Dienst: Viele befristete Stellen

Der öffentliche Dienst setzt in vielen Bereichen auf befristete Stellen. Das zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). DGB und Beamtenbund kritisieren die Praxis. Vor allem jüngere Menschen werden benachteiligt.

Der Studie zu Folge war 2014 fast jede zehnte Stelle von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im öffentlichen Dienst befristete. In der Privatwirtschaft lag der Anteil bei 6,7 Prozent. Besonders hoch ist die Quote von befristeten Jobs in wissenschaftlichen Einrichtungen. Dort haben bis zu 90 Prozent der Angestellten einen befristeten Vertrag.

Befristung in allen Bereichen

12,3 Prozent der ArbeitnehmerInnen im Länderdienst haben einen befristeten Vertrag, auf Bundesebene sind es 11,3 Prozent. Die Kommunen haben 8,2 Prozent ihrer Angestellten mit befristeten Verträgen beschäftigt.

Mehr Befristung als in der Privatwirtschaft

Die Wissenschaftler des IAB stellen fest: „Befristete Arbeitsverträge spielen im öffentlichen Dienst eine größere Rolle als in der Privatwirtschaft.“ Dies gelte insbesondere für die Einstellungspraxis. Zudem würden die Übernahmechancen in öffentlichen Einrichtungen geringer ausfallen. Zu beobachten ist weiterhin, dass der Anteil befristet Beschäftigter im öffentlichen Sektor in der ersten Hälfte des Untersuchungszeitraumes (2004 bis 2010) zugenommen hat, während seither eine leicht rückläufige Tendenz zu erkennen ist.

„Faktor Sicherheit bröckelt“

Der Deutsche Beamtenbund kritisiert die Entwicklung. „Es ist ein Skandal, dass vor allem jüngere Arbeitnehmer unter 35 Jahren mehr als doppelt so häufig befristet beschäftigt werden als alle übrigen Altersgruppen. In vielen Bereichen kann der öffentliche Dienst schon bei der Bezahlung nicht mit der Privatwirtschaft mithalten. Wenn nun auch mehr und mehr der Faktor Sicherheit wegbröckelt, braucht sich niemand über den immer größeren Nachwuchs- und Fachkräftemangel zu wundern. Junge Menschen bestehen zu Recht auf echte Perspektiven, wenn sie sich für einen Arbeitgeber entscheiden“, warnte dbb-Vize Willi Russ.

Tarifrunde 2016: Unbefristete Übernahme

Russ kündigte an: „Deswegen werden wir die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden auch bei der im Frühjahr 2016 startenden Einkommensrunde mit Bund und Kommunen wieder zum Thema machen. Es ist an der Zeit, ein Zeichen zu setzen und den öffentlichen Dienst als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren.“

Leistungsfähigkeit steht auf dem Spiel

Die Arbeitgeber im öffentlichen Dienst „müssen endlich umsteuern“, sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack. „Der öffentliche Dienst lebt heute von der Substanz, seine Leistungsfähigkeit steht auf dem Spiel. Personalbedarfe werden viel stärker als in der Privatwirtschaft nur kurzfristig ersetzt. Das ist seit zwanzig Jahren gängige Praxis, so dass der Altersdurchschnitt der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes vergleichsweise hoch ist.“

Immer mehr Aufgaben

Kern des Problems sei die restriktive Haushaltspolitik, so Hannack: „Zwar werden regelmäßig neue Aufgaben definiert und erkannt, aber nur selten wird – wie aktuell im Zuge der Flüchtlingspolitik – der Personalbedarf erhoben und mit einer entsprechend finanzierten Einstellungspraxis verbunden.“


Die Studie des IAB als pdf-Datei gibt es hier…



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