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Silvester 2017/2018: Angriffe auf Rettungskräfte und Polizei in mehreren Großstädten

Auch wenn die Silvesternacht in vielen Städten verhältnismäßig friedlich blieb, wurden in Berlin, Frankfurt am Main und Leipzig Polizisten und Rettungskräfte angegriffen.

Die Berliner Polizei zieht Bilanz zum Jahreswechsel 2017/2018: Demnach gingen zwischen 18 und 6 Uhr morgens bei der Einsatzleitzentrale 3084 Notrufe (Vorjahr 3123) ein. Insgesamt mussten die Beamten 1732 Einsätze (Vorjahr 1669) bewältigen, darunter am häufigsten Einsätze wegen des unsachgemäßen Umgangs mit Pyrotechnik, wegen Schlägereien und Sachbeschädigungen, teilte die Berliner Polizei mit.

Party am Brandenburger Tor: 13 Anzeigen wegen sexueller Beleidigung oder Belästigung

Mehrere Zehntausend Besucher feierten wieder bei der zentralen Silvesterparty in Mitte auf der Straße des 17. Juni. Neben diversen Strafanzeigen unter anderen wegen unerlaubter Pyrotechnik, Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Körperverletzungen und Taschendiebstahls, wurden in der Nacht auch 13 Anzeigen wegen sexueller Übergriffe, zumeist wegen Beleidigung auf sexueller Grundlage bzw. sexueller Belästigung erstattet. Sieben Tatverdächtige konnten in diesen Fällen festgenommen werden, teilte die Polizei mit.

Schwere Handverletzungen durch Böller

In der Silvesternacht kam es immer wieder zu Bränden auf Balkonen und an Fahrzeugen, die sowohl fahrlässig als auch vorsätzlich durch Feuerwerk verursacht wurden. In der Leipziger Straße in Mitte erlitt ein 42-Jähriger sehr schwere Handverletzungen durch einen explodierten Böller. Er wurde von der Feuerwehr in ein Krankenhaus gebracht.

Angriffe auf Einsatzkräfte

Im Bereich der Potsdamer Straße / Pallasstraße in Schöneberg wurden Polizeibeamte aus größeren Gruppen heraus den Abend über immer wieder mit Pyrotechnik und Flaschen beworfen. Hierbei wurde unter anderem eine 16-Jährige gegen Mitternacht festgenommen, nachdem sie die Polizisten mehrfach beworfen hatte. Sie hatte 44 illegale Böller bei sich, die beschlagnahmt wurden. Die Polizei ermittelt wegen besonders schwerem Landfriedensbruch.

Gegen 0.45 Uhr wurde ein ziviles Fahrzeug der Polizei mit einem Böller beworfen. Der offenbar illegale Sprengkörper hatte eine so große Sprengkraft, dass ein Loch in der Heckscheibe entstand. Mit Unterstützung weiterer Polizisten konnte ein 22-jähriger Tatverdächtiger gestellt und festgenommen werden. Während der Festnahme explodierte unmittelbar neben den Polizeibeamten ein weiterer Böller. Durch die Explosion erlitten sechs Polizeibeamte vorübergehende Beeinträchtigungen am Gehör und leichte Schmerzen. Der Festgenommene hatte neben Marihuana und Kokain auch noch ein Messer bei sich. Er wurde vor Ort entlassen, die Ermittlungen dauern an, teilte die Berliner Polizei mit.

PolizistInnen im Einsatz verletzt

Neben den regulär im Dienst befindlichen Polizistinnen und Polizisten waren in der Silvesternacht rund 1600 Einsatzkräfte zusätzlich eingesetzt. Nach einer ersten Bilanz wurden mehrere Polizeibeamte während der Einsätze leicht verletzt, konnten aber alle im Dienst bleiben. Einer von ihnen erlitt durch den Beschuss mit Pyrotechnik leichte Verbrennungen am Hals.

Silvester in Köln: 175 Platzverweise, 85 Ermittlungen wegen Körperverletzung

Insgesamt zufrieden mit dem Einsatzverlauf der Silvesternacht zeigten sich Polizei und Behörden in Köln. „Die gemeinsam abgestimmten Einsatzkonzepte der Sicherheitspartner zeigten flächendeckend Wirkung“, heißt es in einer Erklärung.

Platzverweise und Festnahmen

Vermehrt hatten es die Polizisten mit Schlägereien und Streitigkeiten zu tun. Regelmäßig mussten die Beamten aber auch Menschen zum verantwortungsvollen Umgang mit Silvesterfeuerwerk ermahnen.

Bis zum Ende des Silvestereinsatzes sprachen die Einsatzkräfte insgesamt 175 Platzverweise aus und nahmen vier Straftäter vorläufig fest. Während viele Feiernde nach dem Jahreswechsel bereits die Heimreise angetreten hatten, mussten Polizisten im späteren Einsatzverlauf insgesamt 32 zumeist alkoholisierte Störer in Gewahrsam nehmen.

Neun Straftaten mit sexuellem Hintergrund

In 85 Fällen laufen die Ermittlungen wegen Körperverletzungsdelikten (Vorjahr: 83). Zudem ermitteln die Kriminalbeamten in 31 Fällen wegen Sachbeschädigung (Vorjahr: 32) und in sechs Fällen wegen des Verdachts eines waffenrechtlichen Verstoßes (Vorjahr: 7). Zehn Geschädigte erstatteten Anzeige wegen diverser Beleidigungsdelikte (Vorjahr: 6). Insgesamt wurden nach aktuellem Stand neun Straftaten mit sexuellem Hintergrund zur Anzeige gebracht. Dabei handelt es sich neben einem Fall von Exhibitionismus und zwei Fällen der sexuellen Nötigung nach derzeitigem Ermittlungsstand ausschließlich um Tatbestände der sexuellen Belästigung, so die Kölner Polizei.

Silvester in München: Arbeitsreiche Nacht

Wie gewohnt fiel die Silvesternacht für die Münchner Polizei auch dieses Jahr arbeitsreich aus. Im Zeitraum vom 31.12.2017, 19:00 Uhr, bis 01.01.2018, 07.00 Uhr, fuhren die Beamten zu über 240 silvestertypischen Einsätzen, teilte die Münchener Polizei mit. Es handelte sich hauptsächlich um Streitereien und Randalierer (64), Einsätze im Zusammenhang mit pyrotechnischen Gegenständen (21), Sachbeschädigungen (14), Körperverletzungen (33), Ruhestörungen (53) und Brände (36).

Anzeigen wegen Verstoß gegen Sprengstoffgesetz

Am Friedensengel, dem Europaplatz und den angrenzenden Parkanlagen feierten ca. 7.000 Personen mit viel Alkohol und Pyrotechnik. Auf dem Marienplatz befanden sich ca. 6.000 und im Olympiapark ca. 4.000 Personen, um das neue Jahr zu begrüßen. Am Marienplatz wurden mehrere Personen angetroffen, die nicht zugelassene Pyrotechnik benutzten. Sie wurden wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz angezeigt. Dazu verwendeten weitere Personen Pyrotechnik in einer Art und Weise, die andere Feiernde gefährdete. Sie wurden wegen versuchten gefährlichen Körperverletzungen angezeigt.

Silvester in Frankfurt: Angriffe auf Polizisten

Wie bereits zuvor die Jahre, wurden leider erneut gezielt Rettungskräfte und Polizeibeamte mit Feuerwerksraketen beschossen – unter anderem in der Franz-Kafka-Straße, Franz-Werfel-Straße und an der Hauptwache. Die Beamten blieben zum Glück unversehrt und konnten zum Schutz der Frankfurter Bürgerinnen und Bürger weiterhin ihren Dienst versehen.

Auffällig war, dass es insbesondere im Frankfurter Norden in den Stadtteilen Preungesheim und Ginnheim zu Mülltonnenbränden kam. Dort schoben Personen brennende Abfalltonnen auf die Straßen und gingen die Beamten zum Teil tätlich an; so zum Beispiel in der Jaspertstraße, Franz-Kafka-Straße und Franz-Werfel-Straße. Sofort erhöhte die Polizei ihre Präsenz und nahm zwei mutmaßliche Täter (18 und 20 Jahre alt) wegen des Verdachts der Brandstiftung fest, was zu einem Rückgang dieser Taten führte.

Frankfurt: Bisher keine Meldung von sexuellen Übergriffen

Doch nicht nur Mülltonnen standen in Brand. So kam es auch zu Wohnungs- und Fahrzeugbränden. An dieser Stelle wird auf die weiteren Pressemitteilungen des heutigen Tages verwiesen. Insgesamt kam es im Rahmen der BAO Jahreswechsel zu 31 Festnahmen und Ingewahrsamnahmen. Grund dafür waren unter anderem Vorfälle wegen des Verdachts des Diebstahls, der Körperverletzung, des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz, Waffengesetz und Sprengstoffgesetz sowie des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Strafanzeigen im Zusammenhang mit sexuellen Übergriffen wurden bisher keine erstattet, berichtete die Frankfurter Polizei.

Silvester in Leipzig: Angriffe auf Polizisten

Schwerpunkt des polizeilichen Einsatzes war, wie in den letzten Jahren auch, das Connewitzer Kreuz. Dort sammelten sich bis gegen 24:00 Uhr ungefähr 1.000 Personen. Ständig gab es weiteren Zulauf aus allen Richtungen. Zunächst verliefen die Silvesterfeierlichkeiten friedlich. Nachdem auf dem Connewitzer Kreuz verschiedene Gegenstände sowie Mülltonnen angezündet worden waren, wurden zwei Wasserwerfen zum Löschen der Brandherde zum Einsatz gebracht. In diesem Zusammenhang  warfen etwa 40 bis 50 Personen Flaschen, Steine und Böller gegen die Fahrzeuge und die eingesetzten Polizeibeamten. Verwarnungen von ihrer Seite blieben wirkungslos. Nach Lautsprecherdurchsagen gab  es weitere Widerstandshandlungen, so dass sich  in dessen Folge auch ein Wasserwerfereinsatz gegen die Störer erforderlich machte.

Schwerer Landfriedensbruch

Mehrere Personen wurden wegen schweren Landfriedensbruchs in Gewahrsam genommen; die weiteren Ermittlungen laufen. Gegen 01:30 Uhr zog sich ein großer Teil der Feiernden vom Connewitzer Kreuz zurück, so dass sich die Lage entspannte, teilte die Leipziger Polizei mit.

 

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