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Sozial- und Erziehungsdienste: ver.di und Arbeitgeber rufen die Schlichtung an

Die Tarifverhandlungen zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) zur Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes sind am 4. Juni ohne Ergebnis geblieben. ver.di und die VKA haben nun eine Schlichtung einberufen.

Sozial- und Erziehungsdienstes. Zuvor hatten beide Tarifvertragsparteien seit Montagabend versucht, eine Lösung im Tarifkonflikt zu finden. „Es war uns genauso wie den Arbeitgebern klar, dass für eine Einigung von beiden Seiten Bewegung notwendig ist. Dazu waren beide Seiten bereit. Unser Ziel war eine generelle Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe. Leider ist es in den Verhandlungen nicht gelungen, gegenseitige Vorschläge so weit zu konkretisieren, dass dies zu einem annehmbaren Ergebnis geführt hätte“, sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske am Donnerstag in Berlin.

Schlichtung angerufen

Um keine Möglichkeit zur Lösung der Tarifauseinandersetzung auszulassen, haben sich ver.di und die VKA darauf verständigt, die Schlichtung anzurufen. Nach der geltenden Schlichtungsvereinbarung beginnt am kommenden Sonntag, 7. Juni 2015, die Friedenspflicht und wird der unbefristete Streik ausgesetzt.

ver.di hat den langjährigen Oberbürgermeister von Hannover, Herbert Schmalstieg, benannt. Die VKA wird ihren Schlichter noch benennen. Der stimmberechtigte Vorsitz wechselt turnusmäßig und steht in dieser Auseinandersetzung dem von VKA-Seite zu benennenden Vorsitzenden zu. Ab Sonntag, 7. Juni 2015, herrscht nach der Schlichtungsvereinbarung Friedenspflicht, der unbefristete Streik ist von diesem Tag an ausgesetzt.

ver.di will Flagge zeigen

ver.di - Soziale Berufe aufwerten
Bei der zweiten bundesweiten ver.di-Streikdelegiertenkonferenz für den Sozial- und Erziehungsdienst haben die mehr als 300 Vertreterinnen und Vertreter aus den Streikeinrichtungen erneut das Ziel einer generellen Aufwertung aller Sozial- und Erziehungsberufe bekräftigt. „Wir lassen uns nicht spalten“, so das klare Votum der Delegierten. „Die Kolleginnen und Kollegen werden die Zeit der Schlichtung nutzen, um weiter öffentlich für die längst überfällige Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes Flagge zu zeigen“, sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske.

„Wir treten ein für die Aufwertung der sozialen Berufe, für die Aufwertung eines Frauenberufs, für die Aufwertung der Arbeit am und mit Menschen“, unterstrich Bsirske. Dies werden die Beschäftigten des Sozial- und Erziehungsdienstes in den nächsten Tagen bundesweit mit Aktionen und Kundgebungen deutlich machen. „In dieser Tarifauseinandersetzung sind Zusammenhalt, Zusammengehörigkeitsgefühl und das Bewusstsein für den eigenen Beruf gewachsen. Wir wollen Wertschätzung für professionelle Arbeit.“

Arbeitgeber warnen

Die Arbeitgeber waren eigenen Angaben zu Folge in den Verhandlungen darauf bedacht, dort, wo sich Veränderungen in den einzelnen Berufsfeldern ergeben haben, Verbesserungen für die Beschäftigten zu ermöglichen. Dabei kam eine pauschale Höhergruppierung aller Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst nicht in Frage. Böhle: „In Eingruppierungsverhandlungen kann es, anders als in einer allgemeinen Lohnrunde, nicht um Steigerungen mit der Gießkanne gehen.“