News Tarifrunde 2016

Tarifrunde 2016: Mehr unbefristete Stellen

ver.di und der Deutsche Beamtenbund kündigen an, in der anstehenden Tarifrunde bei Bund und Kommunen auch das Thema Befristung im öffentlichen Dienst auf die Agenda zu setzen.

ver.di will in der Tarifrunde 2016 das Thema Befristungen im öffentlichen Dienst thematisieren und auf eine nachhaltige Änderung der bestehenden Befristungspraxis drängen, erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Wolfgang Pieper. Hintergrund ist eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zur Befristungspraxis im öffentlichen Dienst.

Immer mehr befristete Stellen

Mit einem Befristungsanteil von 7,1 Prozent im Jahr 2014 lag der öffentliche Dienst (ohne Beschäftigte in der Wissenschaft) laut IAB über dem Durchschnitt der Gesamtwirtschaft. Der Anteil ist dabei gegenüber 2004 spürbar gestiegen, weil Neueinstellungen überwiegend befristet erfolgen.

Unbefristet einstellen

Pieper fordert: „Die Arbeitgeber von Bund, Länder und Gemeinden sind schon jetzt aufgefordert, die anstehenden Neueinstellungen im Bereich der Aufnahme und Integration von Geflüchteten unbefristet vorzunehmen.“

Zukunftsfähigkeit des öffentlichen Dienstes

Gerade aktuell bei der Aufnahme und Integration von Geflüchteten zeige sich, wie wichtig qualifiziertes und motiviertes Personal für die Erledigung öffentlicher Aufgaben sei. „Voraussetzungen für die Zukunftsfähigkeit des öffentlichen Dienstes sind gute Arbeitsbedingungen und Perspektiven für die Beschäftigten. Mit befristeten Jobs und einer Bezahlung, die der in der Privatwirtschaft immer noch hinterher hinkt, gewinnt man keine engagierten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.“

Recht auf echte Perspektiven

Auch der Deutsche Beamtenbund will das Thema Befristung in der Einkommensrunde auf die Agenda setzen: „Es ist ein Skandal, dass vor allem jüngere Arbeitnehmer unter 35 Jahren mehr als doppelt so häufig befristet beschäftigt werden als alle übrigen Altersgruppen. In vielen Bereichen kann der öffentliche Dienst schon bei der Bezahlung nicht mit der Privatwirtschaft mithalten. Wenn nun auch mehr und mehr der Faktor Sicherheit wegbröckelt, braucht sich niemand über den immer größeren Nachwuchs- und Fachkräftemangel zu wundern. Junge Menschen bestehen zu Recht auf echte Perspektiven, wenn sie sich für einen Arbeitgeber entscheiden“, warnte dbb-Vize Willi Russ.

Attraktiver Arbeitgeber

Er kündigte an: „Deswegen werden wir die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden auch bei der im Frühjahr 2016 startenden Einkommensrunde mit Bund und Kommunen wieder zum Thema machen. Es ist an der Zeit, ein Zeichen zu setzen und den öffentlichen Dienst als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren. Das Ende der heutigen Befristungspraxis, eine nachhaltige Personalpolitik und ein deutliches Einkommensplus sind dafür der richtige Weg.“

Befristung schadet

Befristung schade mehr als sie nutze, so Russ. „Sie bindet Ressourcen der Stammbelegschaft, weil die befristeten Kollegen eingearbeitet werden müssen und erst nach Monaten voll einsatzfähig sind. Und nach zwei Jahren kommt schon die nächste befristete Kraft. Was dabei an Wissenstransfer und Motivation auf der Strecke bleibt, ist in keiner Hinsicht akzeptabel – weder für die Beschäftigten noch für die Kunden des öffentlichen Dienstes, die Bürgerinnen und Bürger.“

Alle Infos zur Tarifrunde 2016 finden Sie hier…


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