News Tarifrunde 2016

Marburger Bund: 5,9 Prozent mehr Geld für Ärzte an kommunalen Kliniken

Der Marburger Bund fordert 5,9 Prozent mehr Geld für die rund 52 500 Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) lehnt die Forderung als nicht finanzierbar ab. Die Auftaktrunde der Tarifverhandlungen blieb ohne Ergebnis.

„Vor uns liegt noch ein schweres Stück Arbeit“, resümierte Rolf Lübke, Verhandlungsführer des Marburger Bundes, die Auftaktrunde der Tarifverhandlungen. Es habe sich gezeigt, dass es an einer ausreichenden Wertschätzung für die hohe Einsatzbereitschaft der Ärztinnen und Ärzte in kommunalen Krankenhäusern fehle. „Der finanzielle Spielraum für eine Anpassung der ärztlichen Gehälter in der von uns geforderten Höhe ist durchaus vorhanden. Die VKA ist hier schlichtweg nicht auf dem neuesten Stand. Wir haben unseren Beitrag dazu geleistet, über die tatsächlichen Verhältnisse aufzuklären“, sagte Lübke. Die Forderung des Marburger Bundes nach einer Gehaltssteigerung in Höhe von 5,9 Prozent sei betriebswirtschaftlich vertretbar und angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung auch tarifpolitisch geboten.

Ärzte sollen Anschluss halten

Ende August hatte der Marburger Bund seine Forderung für die Tarifrunde 2016 beschlossen. Demnach fordert er in der diesjährigen Tarifrunde eine lineare Erhöhung der Ärztegehälter um 5,9 Prozent. „In dieser Tarifrunde geht es vor allem darum, den Anschluss an weite Bereiche des wirtschaftlichen Lebens nicht zu verlieren“, betonte Rudolf Henke, Erster Vorsitzender des Marburger Bundes.

VKA kritisiert Forderung

„Für die kommunalen Krankenhäuser sind solche Kostensteigerungen in keiner Weise darstellbar. Die geforderten Tariferhöhungen sind durch die aktuelle Krankenhausfinanzierung nicht im Ansatz gedeckt“, so Joachim Finklenburg, Verhandlungsführer der VKA. Insgesamt würden die Forderungen ein Kostenvolumen von rund 320 Millionen ergeben. Der Marburger Bund entgegnet in einem Hintergrundpapier zur Tarifrunde, dass die VKA für diese Behauptungen jeden Beweis schuldig bleibe. Damit belaste die VKA schon im Vorfeld die Verhandlungen über die Entgelttabelle des ärztspezifischen Tarifvertrags.

Betriebliche Altersversorgung im Fokus

Die VKA hat zudem die Anpassung der betrieblichen Altersversorgung der Ärztinnen und Ärzte thematisiert. „Um die Zusatzversorgung langfristig finanzierbar zu gestalten, müssen wir dringend Veränderungen vornehmen“, so die VKA.

Attraktive Gehälter

Die Arbeitgeber betonten: „Wir streben einen Tarifabschluss an, der die eingeschränkten finanziellen Spielräume der Krankenhäuser angemessen berücksichtigt“, so VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann. Man sei auch arbeitgeberseitig daran interessiert, dass die Gehälter der Ärztinnen und Ärzte weiterhin attraktiv bleiben und die Beschäftigten angemessen an der allgemeinen Tarifentwicklung teilhaben, so Hoffmann weiter.

Zweite Verhandlungsrunde Mitte Oktober 2016

Die Tarifverhandlungen für die rund 52.500 Ärztinnen und Ärzte in kommunalen Krankenhäusern werden am 17./18. Oktober 2016 in Düsseldorf fortgesetzt. Der Ärztetarifvertrag gilt bundesweit – mit Ausnahme von Berlin und Hamburg – in etwa 550 kommunalen Kliniken.



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