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Bundesregierung: Keine Corona-Abwrackprämie 2020

Eine Abwrackprämie oder auch Kaufprämie für alte Autos wird es nicht geben. Die Regierungskoalition verzichtet auf eine Neuauflage. Vorgesehen sind andere Maßnahmen, um die Konjunktur in der Corona-Krise zu stabilisieren.

Zusammenfassung

  • Eine Prämie für den Kauf von Autos wird es nicht geben

Inhalt

++Der Text wird fortlaufend aktualisiert – zuletzt am 01. Juni 2020++


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Update 3. Juni 2020

Bundesregierung: Keine Neuauflage der Abwrackprämie

Es wird keine neue Abwrackprämie geben. Darauf haben sich die Spitzen von Union und SPD geeinigt. Allerdings sind andere Maßnahmen vorgesehen, um die Mobilität in Deutschland zu fördern. So soll die u.a. die Infrastruktur für E-Autos ausgebaut werden.


Ältere Meldungen zum Thema

Darum ging es 2020: Kaufprämie, Abwrackprämie, Umweltprämie, Recyclingprämie, Mobilitätsprämie

Im Mai 2020 gab es eine Debatte über die Einführung einer Kaufprämie, wenn Bürger beim Kauf eines neuen Autos, ihr altes Fahrzeuge verschrotten lassen. Diese auch als Abwrackprämie bezeichnete Leistung des Staates soll den Kauf neuer Autos nach bzw. in der Corona-Krise ankurbeln. Denn die Zulassungen von Neuwagen sind im April laut Kraftfahrtbundesamt um 61 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat eingebrochen. Schon seit Wochen fordert die Autolobby deshalb Kaufprämien.

Die Automobilindustrie fordert sie deshalb vehement. Doch es gibt auch kritische Stimmen, die die Bilanz der Abwrackprämie im Jahr 2009 eher negativ beurteilen und deshalb von einer erneuten Umweltprämie, wie sie eigentlich hieß, abraten. Damals gab es unter bestimmten Bedingungen 2500 Euro Abwrackprämie beim Kauf eines Neuwagens und dem Nachweis, dass das alte Auto verschrottet wurde.

Aktuell gibt es verschiedene Bezeichnungen für eine Prämie, die Autokäufer erhalten, wenn sie ihr altes Auto verschrotten und sich einen ökologisch-moderneren Neuwagen kaufen. So sind aktuelle auch die Begriffe im Umlauf:

  • Kaufprämie,
  • Abwrackprämie,
  • Mobilitätsprämie,
  • Umweltprämie,
  • Recyclingprämie,
  • Umweltprämie (gibt es bereits für E-Autos und Co.),
  • Investitionsprämie,
  • Coronaprämie

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Bleibt die Umweltprämie für E-Autos bestehen?

Das ist bisher noch nicht klar. Aktuell gilt die bereits von der Bundesregierung beschlossene Umweltprämie. Damit will die Politik den Umstieg auf umweltschonende Autos unterstützen. Inwieweit die Umweltprämie kombinierbar sein wird, mit einer möglichen Abwrackprämie, wird sich zeigen. Bisher gelten für die Umweltprämie folgende Details:

Fahrzeugtyp Netto-Listenpreis Basismodell Förderung
Elektroauto bis 40.000 Euro 6000 Euro
Elektroauto über 40.000 Euro bis 65.000 Euro 5000 Euro
Plug-In-Hybrid bis 40.000 Euro 4500 Euro
Plug-In-Hybrid über 40.000 Euro bis 65.000 Euro 3750 Euro

Quelle: ADAC 2020

 

Corona-Krise 2020: Befürworter der Kaufprämie für alte Autos

Es ist kein Wunder, dass die großen deutschen Autobauer eine Kaufprämie auch im Jahr 2020 fordern. Haben sie doch von einer staatlich finanzierten Prämie in der Finanzkrise 2008/2009 massiv profitiert. So fordert Hildegard Müller, Chefin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), auf Welt Online eine Kaufprämie: „Wir wollen eine breite Förderung, es ist jetzt nicht der Moment, ausschließlich Elektroautos und Plug-in-Modelle zu fördern. Wir könnten uns aber ein Stufenmodell vorstellen, bei dem bestimmte Antriebe noch zusätzliche Prämien bekommen.“


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Ministerpräsidenten der „Autoländer“ pro Kaufprämie

Konkreter haben die drei Ministerpräsidenten der so genannten Autoländer Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen Ideen für eine Abwrackprämie vorgelegt. In einem Forderungspapier haben sie Anfang Mai Eckpunkte festgelegt. Demnach soll es

  • 4000 Euro zusätzlich für den Kauf von Autos mit Elektro-, Brennstoffzellen- oder Plug-in-Antrieben geben,
  • 3000 Euro soll es für den Kauf hochmoderner Verbrenner geben,
  • 1000 Euro „Recyclingprämie“ soll es geben, wenn jemand ein älteres Auto Euro-3- oder Euro-4-Norm abgibt

IG Metall mit differenzierter Formulierung

Der Erste Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann, bewertet die Einführung einer Prämie differenziert. Er betont: „Wir brauchen ein Signal der Politik, dass es im Rahmen eines Konjunkturprogrammes auch Maßnahmen zur Stützung der Schlüsselbranche Fahrzeugbau geben wird. Für die IG Metall kann es eine Kaufprämie nur bei einem nennenswerten Eigenanteil der Automobilbranche geben. Weiter muss damit eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes gefördert und so ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Die Beschäftigung in Deutschland muss gestützt werden. Das verlangt einen technologieoffenen Ansatz. Auch emissionsarme moderne Verbrennungsmotoren sind hier einzubeziehen.“

Kritiker der Abwrackprämie

Aber es gibt auch nachhaltiger Kritik an einer Neuauflage der Kaufprämie. So kritisierte der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer die Forderung aus der Autobranche und Teilen der Politik nach staatlichen Kaufanreizen in der Corona-Krise. „Von einem Konjunkturprogramm halte ich viel, von einem speziellen Auto-Anreizprogramm wenig.“ Auch die Grünen machen sehen die Prämie differenziert. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sagte, dass eine Kaufprämie für Verbrenner ein Fehler sei. „Förderung sollte es nur für klimafreundliche Antriebe geben.“

IfO-Institut kritisiert Abwrackprämie als „Strohfeuer“

Abwrackprämien kurbeln zwar kurzfristig die Autoverkäufe an, mittelfristig werden aber kaum mehr Fahrzeuge abgesetzt. Dies ist das Ergebnis einer Studie des des IfO-Instituts. Für die Untersuchung wurden Abwrackprämien in Deutschland, Spanien, den USA und weiteren Ländern ausgewertet. „Die Abwrackprämien haben in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 zumindest kurzzeitig den Autoabsatz belebt, das ist sicher belegt“, sagt Studienleiter Felix Rösel. „Auf die Party folgte jedoch der Kater.“ Fast alle Studien zeigten, dass viele Verbraucher damals aufgrund der Prämie einfach Autokäufe vorgezogen hätten, die ohnehin geplant waren. „Unter dem Strich geben die meisten Studien keinen Hinweis, dass durch die Prämien mehr Autos verkauft werden.“

Abwrackprämie mit Nebenwirkungen

Nicht eindeutig belegt seien die Auswirkungen von Kaufprämien für die Umwelt, teilte das Institut mit. In den USA sank durch die Abwrackprämie der CO2-Ausstoß, da vor allem kleine und sparsame Autos gefördert wurden. In Deutschland und Europa konnten Kraftstoff- und CO2-Einsparungen hingegen nicht nachgewiesen werden.

Historisches Vorbild: Umweltprämie 2009

Die Debatte über eine Prämie ist auch deshalb so schnell in Gang gekommen, weil es einen historischen Vorläufer der Abwrackprämie gibt. Im Jahr 2008 war es doch die Pleite verschiedener US-Banken zu einer der größten Finanzkrisen nach dem zweiten Weltkrieg gekommen. Die damalige Koalition hat deshalb zwei große Konjunkturpakete beschlossen. Im zweiten Paket (beschlossen im Januar 2009) war die so genannte Umweltprämie enthalten. Diese sah folgende Punkte vor:

  • Fahrzeughalter konnten eine Umweltprämie beantragen, wenn ein mindestens neun Jahre altes Altfahrzeug verschrotten ließen
  • das Auto war für mindestens 1 Jahr auf den Halter zugelassen
  • Käufer mussten dafür einen umweltfreundlicher Neu- oder Jahreswagen ab Abgasnorm Euro 4 kaufen und zulassen
  • Die Umweltprämie betrug 2500 Euro und wurde für Zulassungen bis zum 31. Dezember 2009 gewährt
  • Hierfür wurde ein Gesamtvolumen von fünf Milliarden Euro vom Bund bereitgestellt, das am 2. September 2009 ausgeschöpft war

Die Bilanz der Abwrackprämie 2009: Vor allem VW profitierte

Der Ansturm auf die Prämie war groß. Im Januar 2009 war sie verabschiedet worden: Bis Anfang August 2009 lagen 1.706.839 Anträge vor. Insgesamt wurden 1.933.090 altes Autos verschrottet, 1.569.664 Neuwagen und 363.426 Jahreswagen wurden 2009 zugelassen.

Zulassungen von Neufahrzeugen 2009

Spannend ist die Betrachtung, welche Marken besonders von der Prämie profitiert haben. Allen voran hat VW von der Abwrackprämie mit mehr als 400.000 zugelassenen Neufahrzeugen profitiert. Gefolgt von Opel, Skoda und Fiat.

Tabelle: Neuwagen 2009 / 2010

Marke Anzahl
Alfa Romeo 4.921
Audi 31.619
BMW 17.288
Cadillac 5
Chevrolet 18.804
Chrysler 252
Citroën 41.040
Dacia 73.647
Daihatsu 6.085
Dodge 488
Fiat 109.480
Ford 103.518
GM 30
Honda 16.700
Hyundai 50.043
Jeep 173
Kia 28.361
Lada 3.367
Lancia 817
Land Rover 164
Lexus 30
Mazda 20.459
Mercedes 10.809
MG Rover 54
Mini (BMW) 5.994
Mitsubishi 14.859
Nissan 41.038
Opel 160.371
Peugeot 60.997
Porsche 43
Renault 62.626
Saab 47
Seat 36.415
Škoda 131.998
Smart 6.783
SsangYong 19
Subaru 2.616
Suzuki 33.918
Toyota 68.806
Volvo 2.728
VW 401.286
Sonstige 966
Insgesamt 1.569.664

Quelle: wikipedia

Die ökologische Bilanz 2009

Die Bewertung der Abwrackprämie während der Finanzkrise ist unterschiedlich. Eine Studie von 2010 des Bundesumweltministeriums konstatiert: „Zur CO2-Minderung des Pkw-Verkehrs tragen die neuen Pkw kaum bei – dazu sind es zu wenige“. Hingegen sei die Lärmemission der Neufahrzeuge geringer. Inwieweit die Umweltprämie zur Reduzierung der Schadstoffemissionen beitrage, sei differenziert zu sehen: Mitnahmeeffekte ergäben keinen zusätzlichen Umweltnutzen, vorgezogene Käufe allenfalls eine frühere Entlastung.“ Zudem hielten die ForscherInnen fest, dass das Durchschnittsalter der abgewrackten Fahrzeuge bei 14,4 Jahren lag. Das war in etwa das Durchschnittsalter, mit dem Fahrzeuge auch vor der Umweltprämie 2009 außer Betrieb genommen und abgemeldet wurden.

Allerdings ist durch den Kauf der Neuwagen der Schadstoffausstoß folgenderweise gesunken:

  • Rußpartikel um 99 %,
  • Stickoxide um 87 %,
  • Kohlenmonoxid um 74 %,
  • CO2 um 20 %.
  • Der Treibstoffverbrauch liege ebenso um 20 % niedriger.

Das führte in der Summe zur Einsparung von gut 340 Mio. Liter Kraftstoff bzw. 1.000.000 t CO2 pro Jahr.


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