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Cold Cases: NRW sucht pensionierte Ermittler für ungeklärte Mordfälle

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NRW will alte, ungeklärte Mordfälle neu aufrollen und sucht dafür pensionierte Ermittler. 28 Stellen werden dafür geschaffen. Seit 1970 gab es rund 1200 ungeklärte Tötungsdelikte an Rhein und Ruhr.

Tatortarbeit, Aktenführung oder der Leitung von Mordkommissionen – sollten Sie damit Erfahrung haben und im als Polizeibeamter a.D. eine neue Herausforderung suchen, dann werden Sie in NRW fündig. Die nordrhein-westfälische Polizei stellt ihre Ermittlungen von ungeklärten Tötungsdelikten, sogenannten Cold Cases, neu auf. Mit einer besonderen Aufbauorganisation (BAO) und 28 neuen Stellen sollen ungelöste Fälle aus den vergangenen 50 Jahren bearbeitet werden.

Cold Cases: Pensionierte Ermittler für ungeklärte Mordfälle

„Es ist kein Geheimnis, dass Cold Cases neben dem Tagesgeschäft bearbeitet werden müssen“, sagte Innenminister Herbert Reul. „Deshalb suchen wir pensionierte Mord-Ermittler, die sich intensiv um die Cold Cases kümmern können. Wir suchen Leute mit einer immer noch guten Spürnase, die Lust haben, jeden Stein nochmal umzudrehen, um die Täter zu kriegen.“

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Alte Fälle: 1160 ungeklärte Tötungsdelikte seit 1970

In einer Datenbank sammelt NRW ungeklärte Tötungsdelikte. 1160 gab es seit 1970. Bislang wurden 261 Fälle in die Datenbank aufgenommen und 23 Fälle neu aufgerollt. Die besondere Aufbauorganisation, quasi eine Cold Case Sonderkommission aus Ermittlern des Landeskriminalamtes und der Kreispolizeibehörden, soll die Aufarbeitung systematisieren, verbessern und beschleunigen. „Wir sind deutschlandweit die Ersten und Einzigen, die die Aufarbeitung von ungelösten Fällen derartig strukturiert und zielgerichtet anpacken“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul.

Cold Cases: Pensionierte Ermittler für ungeklärte Mordfälle ab Oktober im Dienst

Voraussichtlich ab Oktober dieses Jahres sollen die 28 neuen Alt-Ermittler ihre Arbeit in der BAO aufnehmen. Ihre Aufgaben: Akten digitalisieren, Fälle strukturiert aufarbeiten, Aufklärungschancen erkennen und Ermittlungskonzepte erarbeiten. Sofern sich neue Ermittlungsansätze ergeben, übernimmt die örtlich zuständige Kriminalpolizei die weitere Fallbearbeitung. Neben neuen Erkenntnissen sollen auch neue Technologien und Rechtsgrundlagen dazu beitrage, die Cold Cases erfolgreich abzuschließen.

Definition Cold Cases

In Deutschland steht der Begriff Cold Cases für Verfahren von ungeklärten Tötungsdelikten. Diese Fälle sind viele Jahre über ohne Ergebnis. Seit 2015 gibt es bereits in anderen Bundesländern zusätzliche Einheiten, um Cold Cases weiterzubearbeiten, so in Schleswig-Holstein, Thüringen und Hamburg. In anderen Länder ist diese Arbeit in den regulären Polizeibetrieb eingebettet.

Cold Cases: Ungelöste Mordfälle Deutschland

Mordfälle sind in Deutschland zum Glück eher selten. Nach offizieller Statistik werden in Deutschland 92 Prozent aller Morde aufgeklärt. Doch trotzdem gibt es über die Jahre etliche Tötungsdelikte, die nicht aufgeklärt werden können. So etwa der Mord an der Düsseldorfer Prostituierten Rosemarie Nitribitt im Jahr 1957 oder einigen Morden, die vermutlich aus dem Umfeld der RAF begangen wurden, aber bis heute ungeklärt sind – so etwa der tödliche Anschlag auf Jürgen Ponto 1977, dem Vorstandssprecher der Dresdner Bank. Gleiches gilt für die Morde am Präsidenten der Treuhandanstalt Detlev Rohwedder und am FDP-Politiker Heinz-Herbert Karry.

Eine unvollständige Liste mit öffentlich gewordenen Tötungsdelikten, die ungeklärt sind, gibt es auf Wikipedia…

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