Bundeswehr Politik

Deutsche Waffenlieferung an die Ukraine: Liste der Bundesregierung öffentlich

Bundesregierung Deutschland
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Die Bundesregierung hat eine Liste mit Waffenlieferungen an die Ukraine veröffentlicht. Sie enthält sowohl moderne Waffensysteme als auch medizinische Versorgungsgüter.

Die Bundesregierung macht in einer Liste alle Bestandteilte der Waffen- und Güterlieferung an die Ukraine öffentlich. Bisher hatte die Regierungskoalition eine Veröffentlichung abgelehnt. Diese Aufstellung gibt laut Webseite eine Übersicht über „deutsche letale und nicht-letale militärische Unterstützungsleistungen für die Ukraine. Sie umfasst sowohl Abgaben aus Beständen der Bundeswehr, als auch aus Mitteln der Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung finanzierte Lieferungen durch die Industrie.“

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Deutsche Waffenlieferung an die Ukraine: Liste der Bundesregierung

Gelieferte letale und nicht-letale militärische Unterstützungsleistungen:

  • 3.000 Patronen „Panzerfaust 3“ zuzüglich 900 Griffstücke
  • 14.900 Panzerabwehrminen
  • 500 Fliegerabwehrraketen STINGER
  • 2.700 Fliegerfäuste STRELA
  • 16 Millionen Schuss Handwaffenmunition
  • 50 Bunkerfäuste
  • 100 Maschinengewehre MG 3 mit 500 Ersatzrohren und Verschlüssen
  • 100.000 Handgranaten
  • 300 Sprengladungen
  • 100.000 Meter Sprengschnur und 100.000 Sprengkapseln
  • 350.000 Zünder
  • 23.000 Gefechtshelme
  • 15 Paletten Bekleidung
  • 178 Kraftfahrzeuge (Lkw, Kleinbusse, Geländewagen)
  • 100 Zelte
  • 12 Stromerzeuger
  • 6 Paletten Material für Kampfmittelbeseitigung
  • 125 Doppelfernrohre
  • 1.200 Krankenhausbetten
  • 18 Paletten Sanitätsmaterial, 60 OP-Leuchten
  • Schutzbekleidung, OP-Masken
  • 10.000 Schlafsäcke
  • 600 Schießbrillen
  • 1 Radiofrequenzsystem
  • 3.000 Feldfernsprecher mit 5.000 Rollen Feldkabel und Trageausstattung
  • 1 Feldlazarett (gemeinsames Projekt mit Estland)
  • 353 Nachtsichtbrillen
  • 4 elektronische Drohnenabwehrgeräte
  • 165 Ferngläser
  • Sanitätsmaterial (unter anderem Rucksäcke, Verbandspäckchen)
  • 38 Laserentfernungsmesser
  • Kraftstoff Diesel und Benzin (laufende Lieferung)
  • 10 Tonnen AdBlue
  • 500 Stück Wundauflagen zur Blutstillung
  • 500 Stück Verpflegungsrationen
  • Lebensmittel: 2.025 Paletten (68 Lkw-Ladungen) mit 360.000 Rationen Einpersonenpackungen (EPa)
  • MiG-29 Ersatzteile
  • 30 sondergeschützte Fahrzeuge

(Alle Angaben ohne Gewähr / Quelle: bundesregierung.de)

Deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine in Vorbereitung

Letale und nicht-letale militärische Unterstützungsleistungen in Vorbereitung/Durchführung

(Aus Sicherheitserwägungen sieht die Bundesregierung bis zur erfolgten Übergabe von weiteren Details insbesondere zu Modalitäten und Zeitpunkten der Lieferungen ab.)

  • 10.000 Schuss Artilleriemunition
  • 53.000 Schuss Flakpanzermunition
  • 5,8 Millionen Schuss Handwaffenmunition
  • 7 Panzerhaubitzen 2000 inklusive Anpassung, Ausbildung und Ersatzteile (gemeinsames Projekt mit den Niederlanden)
  • 5.000 Gefechtshelme
  • 8 mobile Bodenradare und Wärmebildgeräte*
  • 8 Aufklärungsdrohnen*
  • 10 geschützte Kfz*
  • 7 Störsender*
  • 8 elektronische Drohnenabwehrgeräte*
  • 4 mobile, ferngesteuerte und geschützte Minenräumgeräte*
  • 65 Kühlschränke für Sanitätsmaterial
  • 1 Fahrzeugdekontaminationspunkt
  • 100 Auto-Injektoren
  • 14 Drohnenabwehrsensoren und -jammer*
  • 10 Antidrohnenkanonen*
  • 32 Aufklärungsdrohnen*
  • 54 M113 gepanzerte Truppentransporter mit Bewaffnung (Systeme aus Dänemark, Umrüstung durch Deutschland finanziert)
  • 30 Flakpanzer GEPARD inklusive circa 6.000 Schuss Flakpanzermunition*
  • Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM*
  • Artillerieortungsradar COBRA*
  • 80 Toyota Pick-up*
  • 3 Mehrfachraketenwerfer MARS mit Munition
  • 100.000 Erste-Hilfe Kits*
  • 22 Lkw

(Alle Angaben ohne Gewähr / Quelle: bundesregierung.de)

* Hinweis der Bundesregierung: Es handelt sich um eine aus Mitteln der Ertüchtigungsinitiative finanzierte Lieferungen der Industrie. Mit den Lieferungen sind teilweise Instandsetzungsmaßnahmen verbunden oder die Produktion dauert noch an; zudem erfolgen teilweise noch Ausbildungsleistungen

Ukraine: Keine Geheimhaltung der Waffenlieferungen

Nach Regierungsangaben stammt das aufgelistete Material sowohl aus Beständen der Bundeswehr als auch von Lieferungen der deutschen Rüstungs­industrie. Die Bundesregierung erklärte in der Vergangenheit immer wieder, sie sei bei Waffenlieferungen nicht transparent, um die Ukraine zu schützen. Der ukrainische Botschafter Andrij Melynk wies dieses Argument mehrfach zurück und betonte, die Ukraine wolle keine Geheimhaltung der Waffenlieferungen.

Bundeswehr stellt Führungsorganisation neu auf

Die Führungsorganisation der Streitkräfte soll mit Blick auf den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine angepasst werden: „Bislang waren die territorialen Führungsaufgaben über viele Bereiche verteilt. Zum 1. Oktober 2022 werden wir sie in einem „Territorialen Führungskommando der Bundeswehr“ in Berlin bündeln“, sagt die Verteidigungsministerin.

Das Territoriale Führungskommando der Bundeswehr (TerrFüKdoBwTerritoriales Führungskommando Bundeswehr) sei verantwortlich für die operative Führung nationaler Kräfte im Rahmen des Heimatschutzes, einschl. der Amts- und Katastrophenhilfe sowie der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit.

Es nimmt die Aufgaben als „Aufmarsch führendes Kommando“ für nationale Verlegungen gemäß den Planungen der NATO zur Landes- und Bündnisverteidigung wahr. Das Kommando organisiert die Verlegung alliierter Kräfte durch Deutschland in enger Abstimmung mit den NATO-Kommandos.

Ministerin Lambrecht: „Mit dem neuen Kommando können wir über die rein militärischen Aufgaben hinaus sehr schnell die nötigen Kräfte für einen nationalen Krisenstab bereitstellen, wenn das notwendig ist – etwa im Falle von Hochwasserkatastrophen oder wie in der Covid-Pandemie.“

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