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Öffentlicher Dienst: Beschäftigte vor Gewalt schützen

DGB

Mit einer Initiative will der Deutsche Gewerkschaftsbund auf die zunehmende Gewalt und Aggressivität gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst hinweisen. Mehr als zwei Drittel der Beschäftigten im öffentlichen Sektor (67 Prozent) wurde in den letzten zwei Jahren während der Arbeit beleidigt, beschimpft, bedroht oder angegriffen.

Wer seine Arbeit im Dienst der Gesellschaft leistet, und wer dazu beiträgt, dass unser Gemeinwesen funktioniert, verdient Respekt. Der DGB startet deshalb die Initiative „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“. Sie richtet sich an die breite Öffentlichkeit, aber auch an Dienstherren und Arbeitgeber, um Missstände zu beseitigen. Denn: Mehr als zwei Drittel der Beschäftigten im öffentlichen Sektor (67 Prozent) wurde in den letzten zwei Jahren während der Arbeit beleidigt, beschimpft, bedroht oder angegriffen. 57 Prozent der Befragten gaben an, die Gewalt habe zugenommen.

DGB-Initiative: zentrale Anlaufstelle für Gewaltopfer

Die Initiative soll zusätzlich konkrete Hilfestellungen bieten: Mit guter Prävention, Schutzmaßnahmen und Nachsorge sind viele Situationen vermeidbar und können von Betroffenen bewältigt werden. Hierzu wird eine zentrale Anlaufstelle geschaffen, die Infomaterial, Dienstvereinbarungen, Strategien und Beispiele guter Praxis bündelt.

Öffentlicher Dienst: Aggressivität und Gewalt nehmen zu

Beschäftigte aus dem öffentlichen und privatisierten Dienst zeigen, wie die Realität auf Straßen, in Verwaltungen, Jobcentern und Co. mittlerweile aussieht. So berichten Müllwagenfahrer, PolizistInnen, ÄrztInnen, Krankenschwester und Verwaltungsangestellte, wie sie im Dienst angefeindet und beleidigt werden. Sie alle kommen auf den DGB-Plakatmotiven zu Wort. Der Feuerwehrmann, der mit Böllern beworfen wurde, die Ärztin, die bespuckt wurde und der Zugbegleiter, der als „Wichser“ beschimpft wurde. Direkt zur DGB-Initiative…

Öffentlicher Dienst: Sparmaßnahmen fördern Aggressionen

Der DGB stellt fest: Die jahrelangen Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand haben dabei offenbar großen Einfluss auf das gestiegene Risikoempfinden: Personalmangel, dürftige Ausstattung, schlechte Services und ein hoher Bürokratieaufwand werden häufig als Auslöser für Aggressionen bei Bürgerinnen und Bürgerinnen erachtet. 86,2 Prozent der Befragten sagen, an ihnen werde der Frust am Staat ausgelebt. Fast alle Betroffenen (92 Prozent) vermissen den gesellschaftlichen Respekt gegenüber anderen Menschen und gegenüber Beschäftigten im Dienst der Gesellschaft.

DGB: Gewalt und Übergriffe im öffentlichen Dienst erfassen

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack nannte die Ergebnisse besorgniserregend: „Das sind erschütternde Zahlen. Sie zeigen den dringenden Handlungsbedarf. Wir werden auf die Innenminister zugehen, um hier eine Verbesserung zu erreichen und die Beschäftigten besser zu schützen. Die Übergriffe müssen endlich insgesamt erfasst werden – sowohl für den öffentlichen als auch den privatisierten Sektor. Nur auf Grundlage einer soliden Datenbasis lassen sich Prävention und Nachsorge effektiv stärken.“

Gewalt: Jeder dritte Vorfall wird nicht gemeldet

Alle Vorgesetzten sollten aufmerksamer sein und betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ernst nehmen, sagte Hannack. „Zu oft wird das Thema ignoriert, das zeigen unsere Umfrageergebnisse“, betonte die Gewerkschafterin. Demnach wird mehr als jeder dritte Vorfall den Vorgesetzten gar nicht gemeldet, weil die oder der Betroffene sich davon nichts verspricht.

Mehr Geld für mehr Personal im öffentlichen Dienst

Auch die Ursachen gehörten in den Fokus. „Die Beschäftigen im öffentlichen Bereich sind oftmals die Blitzableiter für Versäumnisse der Politik. Kein freier Termin auf dem Amt, fehlende Kitaplätze, verspätete Züge bei der Bahn – in den letzten Jahren wurden viele Bereiche regelrecht kaputtgespart. Hier darf sich der Staat als Dienstherr und Arbeitgeber nicht länger in die Tasche lügen. Die Unzufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger mit dem öffentlichen Dienst und dem privatisierten Sektor hängt auch mit dem fehlenden Personal zusammen“, sagte die DGB-Vizevorsitzende. Nach jahrelangen Spar- und Kürzungsrunden müsse nun der Investitionsturbo starten: „Wir brauchen mehr Geld für mehr Personal, für eine moderne und funktionstüchtige Infrastruktur. Der Staat muss in der Fläche wieder präsenter sein.“

Mehr zum Thema auf der DGB-Homepage…

 

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