Beamte Tarifrunde 2021 TV-L

Öffentlicher Dienst Länder: ver.di fordert 5 Prozent mehr Gehalt – mindestens 150 Euro

Tarifsteigerung öffentlicher Dienst
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ver.di hat zum Auftakt der Tarifrunde im öffentlichen Dienst die Forderungen bekannt gegeben. Die Gewerkschaften wollen für die rund 940.000 Angestellten der Länder 5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 150 Euro.

5 Prozent mehr Gehalt, mindestens 150 Euro fordert ver.di stellvertretend für die Gewerkschaften in der Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder. Die Verhandlungen finden unter schwierigen Bedingungen statt. Die Corona-Pandemie hat eben auch auf Landesebene viele Angestellte und Beamte stark beansprucht. Das führt ver.di nun ins Feld, um den Forderungen Druck zu verleihen.

Öffentlicher Dienst: ver.di Forderung 5 Prozent mehr Gehalt – mindestens 150 Euro

5 Prozent mehr Gehalt, mindestens 150 Euro: Mit dieser Forderungen ziehen ver.di, GEW, GdP, IG BAU und Beamtenbund in die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder. Die in der Corona-Pandemie besonders geforderten Beschäftigten im Gesundheitswesen sollen eine monatliche Erhöhung ihrer Tabellenentgelte um 300 Euro erhalten. Der Tarifvertrag soll eine kurze Laufzeit von nur zwölf Monaten haben. Die ver.di-Bundestarifkommission fordert gemeinsam mit dem DGB die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung auf die 1,2 Millionen Beamtinnen, Beamten sowie Richterinnen, Richter sowie auf die Versorgungsempfänger. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 100 Euro angehoben werden. Zudem erwartet ver.di, dass Verhandlungen über tarifliche Regelungen für studentische Hilfskräfte aufgenommen und die Verhandlungszusage über Straßenbetriebsdienst und Straßenbau eingelöst werden. Diese und weitere Forderungen hat die ver.di-Bundestarifkommission beschlossen.


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ver.di fordert separaten „Verhandlungstisch“ zum Gesundheitswesen

„Die Länderbeschäftigten haben in den zurückliegenden Monaten den Laden am Laufen gehalten und sich Respekt und Anerkennung verdient. Gehaltssteigerungen sind nicht nur angesichts steigender Preise zwingend notwendig“, betonte der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke. Der öffentliche Dienst der Länder könne nur mit guten Löhnen und guten Arbeitsbedingungen im zunehmenden Wettbewerb um Fachkräfte als attraktiver Arbeitgeber punkten.

ver.di strebt darüber hinaus mit den Ländern einen separaten „Verhandlungstisch“ zum Gesundheitswesen an. „Die Beschäftigten im Gesundheitswesen haben mit maximalem Einsatz gegen die Corona-Pandemie gekämpft. Das muss jetzt endlich honoriert werden“, stellte Werneke klar. ver.di habe die Erwartung, dass auch über „Restanten“ aus der Tarifrunde 2019 gesprochen werde. Dies betreffe etwa die Anhebung des Zeitzuschlags bei Wechselschicht- oder Schichtarbeit in Krankenhäusern sowie die Anwendung der dynamischen Zulage für Pflegekräfte auch für die Beschäftigten der ambulanten und stationären Pflege im Justiz- und Maßregelvollzug und den Landeskrankenhäusern.

Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst im Herbst

Am 8. Oktober beginnen die Tarifverhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) in Berlin. Weitere Verhandlungstermine sind für den 1./2. November sowie den 27./28. November in Potsdam geplant. Das Land Hessen ist nicht Mitglied der Tarifgemeinschaft deutscher Länder. Hier beginnen die Verhandlungen bereits am 1. September.

Öffentlicher Dienst: ver.di Forderung Mehr Gehalt und Mindestbetrag

In der Länderrunde im öffentlichen Dienst spielt auch die steigende Inflation in der Corona-Pandemie eine Rolle. Der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke etwa sagte der SZ, dass sich gerade bei niedrigen und mittleren Einkommen höhere Preise, etwa für Energie, stark bemerkbar machten. Deshalb wollen die Gewerkschaften neben einer prozentualen Lohnforderung auch einen Mindestbetrag durchsetzen. Das trägt dazu bei, dass vor allem in den unteren Entgeltgruppen des TV-L mehr Geld ankommt.

Vorbild öffentlicher Dienst Bund & Kommunen?

Als Vorbild könnte der Tarifabschluss im vergangenen Jahr bei Bund und Kommunen gelten. Dort haben sich VKA, Bund und Gewerkschaften auf zwei Steigerungen geeinigt. Zum 1. April 2021 um 1,4 Prozent, mindestens aber 50 Euro. Sowie zum 1. April 2022 um weitere 1,8 Prozent. Für Pflegekräfte wurden gesonderte Gehaltssteigerungen vereinbart. In der letzten Tarifrunde der Länder gab es eine satte Tarifsteigerung von acht Prozent in drei Stufen.

ver.di-Forderungen öffentlicher Dienst Länder 2021: Arbeitsvorgang im Fokus

Sowohl bei der Hauptforderungen als auch bei den Details zeichnet sich schon im Vorfeld eine harte Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder ab. Die Arbeitgeber wollen den sogenannten Arbeitsvorgang zum Thema machen. Ver.di lehnt dies kategorisch ab. Anlass ist unter anderem eine Entscheidung des Bundesarbeitsgericht. Konkret ging es um Arbeitsvorgänge von Justizfachangestellten. Das BAG habe entschieden, dass diese Beschäftigten grundsätzlich höher eingruppiert werden müssten. Jedenfalls dann, wenn sie in einem „rechtserheblichen Ausmaß“ schwierige Tätigkeiten erledigten. Diese Art der Eingruppierungsverfahren von Angestellten beschränkten sich aber allein auf den Justizbereich, sagt der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke der SZ. Dass die Arbeitgeber das Thema derart in den Vordergrund rückten, sei unangemessen. Die Gewerkschaften wollen verhindern, dass das Thema Arbeitsvorgang auf den Verhandlungstisch kommt.

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