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Pandemie: Definition, Geschichte, Coronavirus, Influenza, Pandemieplan

Das Coronavirus ist eine Pandemie. Laut Definition bedeutet Pandemie, dass sich eine Krankheit also etwa ein Virus weltweit ausbreitet. Wir zeigen die größten Pandemien der letzten 200 Jahre und was der Nationale Pandemieplan vorsieht. Und: Was wird getan, um eine Pandemie zu stoppen?

Wo ist der Unterschied zwischen Pandemie und Epidemie?

Von einer Epidemie wird gesprochen, wenn die Zahl an neuen Erkrankungsfällen über einen gewissen Zeitraum in einer bestimmten Region steigen. Die Ausbreitung eines Erregers ist also örtlich begrenzt. Bricht eine Krankheit global aus, spricht man, wie erwähnt, von einer Pandemie. Als Epidemie gelten die Ausbreitung des Ebolafiebers 2014 bis 2016 in Westafrika und im Osten der Demokratischen Republik Kongo 2018. Diese waren örtlich begrenzt und konnten nach einiger Zeit gestoppt werden. Zu den klassischen Epidemiekrankheiten zählen verschiedene Tropenkrankheiten wie etwa das Dengue-Fieber, aber auch die Krankheiten Cholera, Grippe, Typhus, Pest und Polio. Sie treten in der heutigen Zeit häufig lokal und zeitlich begrenzt auf, können sich aber auch global und pandemisch ausbreiten.

Was bedeutet Pandemie?

Laut Definition ist eine Pandemie, eine Krankheit oder ein Krankheitserreger, der sich global ausbreitet. Dies ist aktuell beim Coronavirus COVID-19 der Fall.

Das Wort Pandemie geht zurück auf das altgriechische Substantiv pandēmía, und heißt ‚das ganze Volk‘. Bestandteil des Wortes sind pān und demos. Also, ‚all, ganz jeder‘ und ‚Volk‘. Das Robert-Koch-Institut schreibt dazu: „Eine Pandemie bezeichnet eine weltweite Epidemie.“ Vor allem Viren der Influenzagrippe haben sich immer wieder in der Geschichte pandemisch ausgebreitet. Aber auch HIV gilt als Pandemie.

Welche Pandemien gab es seit dem Jahr 1800?

In den vergangenen 200 Jahren gab verschiedene globale Pandemien. Dazu gehörten unter anderem:

1896: Dritte Pest-Pandemie. Erstmals aufgetreten in China, weltweit verbreitet, rund 12 Millionen Tote.

1918–1920: Spanische Grippe, 20–50 Millionen Tote, Influenzagrippe Subtyp A/H1N1

1957/58: Asiatische Grippe, 1–4 Millionen Tote, Influenzagrippe Subtyp A/H2N2

1968: Hongkong-Grippe, 1–4 Millionen Tote, Influenzagrippe Subtyp A/H3N2

1977/1978: Russische Grippe, 700.000 Tote (vor allem Kinder und Jugendliche erkrankten), Influenzagrippe Subtyp A/H1N1

2009/10: Schweinegrippe, 100.000–400.000 Tote, Influenzagrippe Subtyp A/California/7/2009 (H1N1)

Wie entsteht eine Pandemie?

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO 2005) gibt es sechs Stufen, wie der Entwicklungsprozess einer Influenza-Pandemie und die weltweite Verbreitung aussieht.

  • Phase 1: Beim Menschen wurde kein neuer Virus-Subtyp entdeckt, jedoch wurde ein beim Menschen umlaufender Subtyp auch in Tieren nachgewiesen. Das Risiko des Übergangs vom Tier zum Menschen wird als gering bewertet.
  • Phase 2: Beim Menschen wurde kein neuer Virus-Subtyp entdeckt, jedoch bewirkt ein in Tieren umlaufender Subtyp ein erhebliches Risiko von Erkrankungen beim Menschen.
  • Phase 3, Beginn der Alarmphase: Vereinzelt werden Menschen von einem neuen Subtyp infiziert, die zum Beispiel unabhängig voneinander Kontakt zu infizierten Tieren hatten. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist sehr selten und tritt allenfalls bei engem Kontakt zu einem Infizierten auf.
  • Phase 4: Örtlich eng begrenzte Häufung(en) von Infektionen (zum Beispiel 25 Erkrankungen innerhalb von zwei Wochen) und begrenzte Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sind dokumentiert, was jedoch nahelegt, dass der Subtyp nur unzureichend an den Menschen angepasst ist.
  • Phase 5, erhebliches Pandemierisiko: Größere Häufung(en) von Infektionen (zum Beispiel 50 Erkrankungen innerhalb von zwei bis vier Wochen) sind dokumentiert, Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sind aber noch immer örtlich begrenzt (zum Beispiel auf abgelegene Orte oder Inseln oder auf Gemeinschaftseinrichtungen wie Universitäten und Kasernen), was nahelegt, dass der Subtyp zwar zunehmend besser an den Menschen angepasst, aber noch immer nur eingeschränkt von Mensch zu Mensch übertragbar ist.
  • Phase 6, Pandemie: Wachsende und anhaltende Übertragungen von Mensch zu Mensch in der gesamten Bevölkerung.

Welche Phasen gibt es bei einer Pandemie?

2017 wurde das Phasenmodell durch ein zyklisches Modell konkretisiert.

  • Interpandemische Phase: Dies ist die Phase zwischen zwei Influenza-Pandemien in der Vorbereitungen auf eine mögliche Pandemie getroffen werden können.
  • Bereitschaftsphase (Alert Phase): Ein neuer Influenza-Subtyp wurde beim Menschen nachgewiesen. Diese Phase ist gekennzeichnet durch erhöhte Wachsamkeit und sorgfältige Abschätzung möglicher Risiken auf lokaler, nationaler und globaler Ebene. Falls die Beurteilung der Risiken ergibt, dass keine weltweite Ausbreitung zu erwarten ist, kann eine Deeskalation eingeleiteter Maßnahmen erfolgen.
  • Pandemische Phase: Aufgrund der Beobachtung virologischer, epidemiologischer und klinischer Befunde gilt als gesichert, dass sich der neue Subtyp weltweit ausbreitet und Maßnahmen ergriffen werden müssen. Der Wechsel von der interpandemischen Phase zur Bereitschaftsphase und zur Pandemiephase kann rasch oder nach und nach erfolgen.
  • Übergangsphase (Transition Phase): Sobald sich das Infektionsgeschehen abschwächt, also eine Verbesserung der Lage eintritt, kann eine weltweite oder durch einzelne Staaten veranlasste Deeskalation eingeleiteter Maßnahmen erfolgen.
  • Interpandemische Phase: Dies ist die nächste Phase zwischen zwei Influenza-Pandemien.

Was sieht der Nationale Pandemieplan für Deutschland vor?

Seit 2005 gibt es in Deutschland einen Nationalen Pandemieplan, der vom Robert-Koch-Institut veröffentlicht und angepasst wurde. Dieser sieht im Fall der Fälle vor, wie Politik, Verwaltung, Krankenhäuser vorgehen müssen, um die Pandemie einzudämmen. Die Ziele lauten:

  • Verringerung von Morbidität und Mortalität in der Gesamtbevölkerung;
  • Sicherstellung der Versorgung erkrankter Personen;
  • Aufrechterhaltung essentieller öffentlicher Dienstleistungen;
  • zuverlässige und zeitnahe Information für politische Entscheidungsträger, Fachpersonal, die Öffentlichkeit und die Medien.

Welche Maßnahmen sieht ein Pandemieplan vor?

Auch die Bundesländer haben Pandemiepläne, die auf kommunaler Ebene umgesetzt werden. Dort sind dann u.a. die örtlichen Gesundheitsämter zuständig. Die Maßnahmen der Gesundheitsbehörden können in drei Stufen gegliedert werden:

  1. Aufklären,
  2. Appellieren,
  3. Anordnen.

Zur kommunalen Pandemievorsorge gehören:

  • die Aufklärung über Seuchen und allgemeine Hygienemaßnahmen zu intensivieren,
  • die Impfquote deutlich zu erhöhen (eine hohe Impfquote hilft der pharmazeutischen Industrie Kapazitäten aufrechtzuerhalten, die im Ernstfall ein höheres Impfstoff­aufkommen produzieren können),
  • mit einer engagierten Beteiligung am Meldesystem frühzeitig Auffälligkeiten zu erkennen und zu ihrer Erforschung beizutragen,
  • in der Krise durch verschiedene Maßnahmen daran mitzuwirken, Infektionsketten zu unterbrechen, zum Beispiel durch
  • Schließung von Gemeinschaftseinrichtungen
  • Verbot von Menschenansammlungen
  • Quarantäne
  • Durchsetzung von Impfpflichten
  • Desinfektionen
  • gesicherte Wasserver- und Abwasserentsorgung.

Den aktuellen Nationalen Pandemieplan gibt es…

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