Bund Kommunen News Tarifrunde 2020 TVöD

Tarifergebnis Öffentlicher Dienst: Bis zu 4,5 Prozent mehr Gehalt – Laufzeit 28 Monate

Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst sind beendet: Die Beschäftigten bei Bund und Kommunen erhalten bis zu 4,5 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von 28 Monaten.

In der Tarifrunde für die rund 2,3 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen haben die Tarifparteien einen Abschluss erzielt. Dadurch steigen die Einkommen tabellenwirksam um 4,5 Prozent in der niedrigsten Entgeltgruppe und -stufe und noch um 3,2 Prozent in der höchsten Eingruppierung.

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Pflege: Steigerung 8,7 Prozent und in der Spitze für Intensivkräfte rund zehn Prozent

In der Pflege beträgt die Steigerung 8,7 Prozent und in der Spitze für Intensivkräfte rund zehn Prozent. Alle Beschäftigten erhalten zusätzlich noch in diesem Jahr eine Corona-Prämie, für die unteren Entgeltgruppen (1-8) 600 Euro, die mittleren (9-12) 400 Euro, die oberen Lohngruppen (13-15) 300 Euro, für Auszubildende 225 Euro (Bund 200 Euro). Die Tarifvereinbarung läuft bis zum 31. Dezember 2022.

„Das ist unter den derzeitigen Bedingungen ein respektabler Abschluss, der für unterschiedliche Berufsgruppen, die im Fokus der Tarifrunde standen, maßgeschneidert ist“, sagte Frank Werneke, Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di). „Besonders erfreulich ist, dass es uns gelungen ist, deutliche Verbesserungen für untere und mittlere Einkommensgruppen sowie für den Bereich Pflege und Gesundheit durchzusetzen“, betonte Werneke.

Zu den neuen TVöD-Entgelttabellen für 2021 und 2022 geht es hier lang…

  • Die Löhne und Gehälter werden zunächst zum 1. April 2021 um 1,4 Prozent, mindestens aber 50 Euro
  • sowie zum 1. April 2022 um weitere 1,8 Prozent angehoben.
  • Auszubildende bekommen jeweils 25 Euro mehr.
  • Für die Pflegekräfte wurden gesonderte Gehaltssteigerungen vereinbart.
  • Ab März 2021 wird eine Pflegezulage von 70 Euro gezahlt
  • die ein Jahr später auf 120 Euro erhöht wird.
  • Die Zulage in der Intensivmedizin wird mehr als verdoppelt auf 100 Euro monatlich,
  • Die Wechselschichtzulage steigt von 105 auf 155 Euro monatlich.
  • In den Betreuungseinrichtungen wie Altenheimen wird die Pflegezulage mit einem Plus von 25 Euro auf Gleichstand mit den kommunalen Krankenhäusern gebracht.
  • Ärzte in den Gesundheitsämtern erhalten ab März 2021 eine Zulage von 300 Euro monatlich.
  • Einen Durchbruch gab es in der Arbeitszeitangleichung Ost/West. Ab dem 1. Januar 2023 sinkt die Ost-Arbeitszeit auf Westniveau.

Damit ist ein wesentliches Ziel der Gewerkschaft ver.di erreicht. „Das außergewöhnlich hohe Engagement der Beschäftigten in vielen Bereichen des öffentlichen Dienstes und die Warnstreiks der letzten Wochen haben die Dringlichkeit einer schnellen Einigung aufgezeigt. Sie waren kurz, für manche in der Bevölkerung schmerzhaft, aber auch notwendig, wie sich gezeigt hat. Ohne Warnstreiks hätte es die notwendige Bewegung in den Tarifverhandlungen nicht gegeben“, sagte Werneke weiter.

TVöD-Tarifergebnis: Sparkassen, Abgruppierung, Altersteilzeit

Bei den Tarifverhandlungen spielten auch viele andere Themen eine große Rolle. Auf folgende Punkte konnten sich Gewerkschaften und Arbeitgeber laut ver.di einigen:

  • Die von den Arbeitgebern geforderten Regelungen zur Abgruppierung in vielen Bereichen konnten abgewendet werden.
  • Für Flughäfen können künftig Notlagen-Tarifverträge vereinbart werden, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.
  • Die tarifvertraglichen Regelungen zur Sicherstellung der Übernahme der Auszubildenden wird ebenso fortgeschrieben wie der Tarifvertrag zur Regelung der Altersteilzeit.
  • In den unteren Einkommensgruppen 1 bis 8 wird zudem die Jahressonderzahlung 2022 um fünf Prozent erhöht.
  • Bei den Angestellten der Sparkassen wird künftig ein Teil der Sparkassensonderzahlung in freie Tage umgewandelt.

TVöD Sozial- und Erziehungsdienst: Mehr Gehalt für ErzieherInnen und Co.

Das TVöD-Ergebnis gilt auch für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst. Auch sie profitieren von den nun verhandelten Gehaltserhöhungen von 1,4 Prozent, mindestens 50 Euro ab 1.4.2021 und 1,8 Prozent ab 1.4.2022 sowie der Corona-Sonderzahlung in Höhe von

  • 600 Euro für die S 2 bis S 8b
  • 400 Euro für die S 9 bis S 18

TVöD Flughäfen: Notlagentarifvertrag soll kommen

Für die Mitarbeiter gibt es Sonderregeln. Die Flughäfen sind in einer schweren Krise, weil wegen der Corona-Pandemie nur wenige Flugzeuge abheben. Die Mitarbeiter sind von den Gehaltserhöhungen ausgenommen, stattdessen soll für sie demnächst ein Notlagentarifvertrag ausgehandelt werden, der Personalkosten senkt und betriebsbedingte Kündigungen ausschließt.

TVöD Sparkasse: Sonderzahlung und Urlaub

Sparkassen sind in Zeiten der Niedrigzinsen in einer schwierigen Lage. Deshalb gibt es dort eine geringere Lohnerhöhung, sie liegt nicht wie bei den anderen Beschäftigten bei mindestens 3,2, sondern bei 2,4 Prozent. Außerdem wird die jährliche Sonderzahlung abgesenkt. Stattdessen erhalten die Mitarbeiter aber einen Ausgleich in Form von freien Tagen.

VKA: Verkraftbarer Abschluss

„Nach einem Verhandlungsmarathon von vier Tagen haben wir endlich ein Ergebnis erzielt. Dabei haben wir einen wirtschaftlich verkraftbaren Abschluss erreicht, der den kommunalen Arbeitgebern Planungssicherheit gibt“, sagte VKA-Präsident Ulrich Mädge, als Verhandlungsführer der Arbeitgeber.

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TVöD-Tarifverhandlungen: Internes Einigungspapier vorgelegt

Bei den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen könnte es nach ARD-Informationen einen Durchbruch im Laufe des Sonntags geben. Die Spitzengruppe von Arbeitgebern und Gewerkschaften sollen einen Einigungsvorschlag vorgelegt haben. Dieses Papier ist in den internen Gremien der Vertragsparteien beraten worden. Laut Radio eins gehen die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst am Sonntagvormittag weiter. Nun geht es darum, die Änderungswünsche aus den Gremien von Arbeitgebern und Gewerkschaften nachzuverhandeln. Wir berichten weiter.

Öffentlicher Dienst: Dritte Verhandlungsrunde gestartet – Ergebnis am Sonntag?

4,8 Prozent auf zwölf Monate oder 3,5 Prozent auf drei Jahre – das sind die beiden Positionen zu Beginn der dritten Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst. Ver.di hatte zuvor mit Warnstreiks gezeigt, wie ernst es der Gewerkschaft bei den Forderungen ist. Vor allem die kommunalen Arbeitgeber haben auf ihre schwierige finanzielle Situation hingewiesen. Ob es in den kommenden Tagen zu einem Abschluss kommt, ist bisher nicht genau vorherzusagen. Wahrscheinlich wird, wenn es nötig ist, bis Sonntag verhandelt.

Warnstreiks im öffentlichen Dienst

Ver.di hat bei allen Aktionen und Warnstreiks sehr umsichtig und trotzdem öffentlichkeitswirksam auf die Forderungen hingewiesen. Vor sechs Monaten wurden viele Berufsgruppen im öffentlichen Dienst als Helden gefeiert. Das Tarifangebot der VKA lässt diese Wertschätzung nicht erkennen. Eine von den kommunalen Arbeitgeber (VKA) vorgeschlagene Gehaltserhöhung um rund ein Prozent pro Jahr ist sehr wenig.


Top-Themen: TVöD-Gehaltsportal 2020 und 2021

Tarifverhandlungen bis Sonntag?

Optimistisch stimmt der informelle Plan, im Bedarfsfall die vorgesehenen Verhandlungen zu verlängern und auch Samstag und Sonntag zu verhandeln. Zumindest haben VertreterInnen der Tarifvertragsparteien das angedeutet. Der Vorsitzende des Beamtenbundes dbb, Ulrich Silberbach, sagte dem Handelsblatt: „Wenn es Sonntag, wenn es auch Montag wird, ist uns das im Sinne einer Lösung vollkommen egal, wir sind dafür gewappnet.“

Ver.di-Tarifforderung: 4,8 Prozent auf zwölf Monate

ver.di fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen eine Anhebung der Einkommen um 4, 8 Prozent, mindestens aber 150 Euro pro Monat, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 100 Euro pro Monat angehoben werden. Erwartet wird die Ost-West-Angleichung der Arbeitszeit.

VKA und Bund bieten 3,5 Prozent auf drei Jahre

Die kommunalen Arbeitgeber (VKA) haben eine Woche vor Beginn der entscheidenden Verhandlungsrunde am 22. und 23. Oktober 2020 ein Tarifangebot vorgelegt. Es wird eine Erhöhung der Entgelte in drei Schritten angeboten, und zwar

• zum 1. März 2021 um 1,0 Prozent
• zum 1. März 2022 um weitere 1,0 Prozent und
• zum 1. März 2023 um weitere 1,5 Prozent.

Der erste Erhöhungsschritt soll mit einem Mindestbetrag von 30 Euro verbunden sein. Die Laufzeit soll 36 Monate betragen. Die Gewerkschaften fordern hingegen 4,8 Prozent auf zwölf Monate. Damit liegen die Tarifparteien sehr weit auseinander.

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