Am 31. März 2027 läuft die Entgelttabelle für Bund und Kommunen aus. Was danach für die Tarifbeschäftigten für Bund und Kommunen kommt, entscheidet sich in der Tarifrunde 2027. Wir rechnen schonmal einige Szenaieren durch und zeigen, was zwei bis fünf Prozent im Monat bringen und warum die Laufzeit eines Tarifvertrags fast genauso wichtig ist wie die Zahl vor und hinter dem Komma.
Noch rund 170 Tage, dann läuft der aktuelle Tarifvertrag öffentlicher Dienst zwischen Bund und VKA und den Gewerkschaften aus. Nach der Entgelttabelle werden rund 2,5 Millionen Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst bezahlt. Zuletzt stieg sie zum 1. Mai 2026 um 2,8 Prozent. Mehr Geld gibt es erst, wenn die TVöD-Tarifverhandlungen im Sommer oder Herbst 2027 ein Ergebnis bringen. Am 16. März 2027 wollen ver.di und der dbb ihre Forderung vorstellen, am 9. April beginnt in Potsdam dann die erste Runde.
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Warum auch die Laufzeit des Tarifvertrags über den Wert entscheidet
Wer Tarifabschlüsse vergleicht, schaut meist auf die Prozentzahl. Aussagekräftiger ist, wie lange der neue Tarifvertrag gilt. Ein Abschluss mit insgesamt 4,8 Prozent über 24 Monate bringt rechnerisch nur rund 2,4 Prozent pro Jahr. Drei Prozent für zwölf Monate sind damit mehr wert, obwohl die Zahl kleiner wirkt. Monate ohne Erhöhung zu Beginn der Laufzeit drücken den Wert zusätzlich.
Das zeigt der letzte Abschluss. 2025 einigten sich Gewerkschaften und Arbeitgeber erst nach einer Schlichtung: 3,0 Prozent ab April 2025, weitere 2,8 Prozent ab Mai 2026. Zusammen sind das knapp 5,9 Prozent, verteilt auf 27 Monate. Aufs Jahr gerechnet bleiben gut 2,5 Prozent. Zudem gab es mehrere Monate ohne Entgelterhöhung, da der damalige TV bereits Ende des Jahres ausgelaufen war. Auch jetzt beginnen der Verhandlungen erst nach Ablauf des TVöD. Aus Sicht der Tarifbeschäftigten ist das kein gutes Signal.
Was zwei bis fünf Prozent im Monat bedeuten
Wie viel mehr auf dem Gehaltszettel landet, hängt von der Entgeltgruppe ab. Die Tabelle zeigt auszugsweise sechs Gruppen in Stufe 3. Wer eine umfangreichere Tabelle wünscht, abonniert unseren Newsletter.
| Gruppe | Heute | plus 2 % | plus 3 % | plus 4 % | plus 5 % |
|---|---|---|---|---|---|
| E 3 | 3.215,57 | 3.279,88 | 3.312,04 | 3.344,19 | 3.376,35 |
| E 5 | 3.449,05 | 3.518,03 | 3.552,52 | 3.587,01 | 3.621,50 |
| E 8 | 3.843,36 | 3.920,23 | 3.958,66 | 3.997,09 | 4.035,53 |
| E 9a | 4.097,67 | 4.179,62 | 4.220,60 | 4.261,58 | 4.302,55 |
| E 11 | 5.046,03 | 5.146,95 | 5.197,41 | 5.247,87 | 5.298,33 |
| E 13 | 5.709,87 | 5.824,07 | 5.881,17 | 5.938,26 | 5.995,36 |
Monatliches Bruttoentgelt in Euro, Stufe 3, Vollzeit mit 39 Wochenstunden. Eigene Berechnung auf Basis der Tabelle für die Kommunen, gültig seit 1. Mai 2026.
Alle Angaben ohne Gewähr
In der Entgeltgruppe 5 bringt jeder Prozentpunkt rund 34 Euro brutto im Monat, in der Entgeltgruppe 13 gut 57 Euro. Fünf Prozent wären in der E5 also 170 Euro mehr, in der E13 285 Euro. Der Mix aus Sockelbetrag und prozentualer Steigerung ist hierbei entscheidend: Ein fester Sockelbetrag hilft den unteren Gruppen stärker, Prozente den oberen. Was vom Brutto übrig bleibt, zeigt unser Gehaltsrechner für den öffentlichen Dienst.
Umfrage: Entgeltgruppen entscheidend für Forderungen
Wie weit die Erwartungen auseinandergehen, zeigt der Gehaltscheck von Öffentlicher Dienst News. Im Spätsommer 2026 habe rund 10.700 unserer Leserinnen und Leser teilgenommen, etwa 9.700 davon arbeiten bei Bund und Kommunen.
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Das Meinungsbild über die Ausgestaltung des neuen Tarifvertrags gehen dabei auseinander. In den Entgeltgruppen 1 bis 4 verlangen 59 Prozent mindestens fünf Prozent mehr Gehalt auf zwölf Monate. In der Entgeltgruppe 13 geben sich dagegen 39 Prozent mit drei Prozent zufrieden, in der Entgeltgruppe 5 nur 18 Prozent. Zudem gibt es auch deutliche Unterschiede beim Blick auf einen möglichen Sockelbetrag. In der Entgeltgruppe 3 wünschen sich 45 Prozent einen solche fixe Summe. In den Gruppen 12 bis 15 wollen 63 Prozent eine prozentuale Erhöhung und nur 14 Prozent einen Sockel.
Leere Kassen auf der anderen Seite
Vor allem die kommunalen Arbeitgeber gehen mit mehrheitlich klammen Kassen in die Runde. Die Kommunen meldeten für 2025 nach Angaben des Statistischen Bundesamts ein Defizit von 31,9 Milliarden Euro, das größte seit der Wiedervereinigung. Die kommunalen Spitzenverbände rechnen auch für 2026 und 2027 mit fast 30 Milliarden Euro Minus pro Jahr. Erste Auswirkungen spüren auch die Beschäftigten im öffentlichen Dienst: Köln streicht ab 2027 bereits die leistungsorientierte Bezahlung für seine Beamten.
Der Fahrplan bis zur Einigung
- Januar und Februar 2027: Regionalkonferenzen des dbb zur Forderung
- 16. März 2027: Gewerkschaften stellen ihre Forderung vor
- 31. März 2027: Die aktuelle Tabelle läuft aus
- 9. April 2027: Erste Verhandlungsrunde in Potsdam
- 3. und 4. Mai 2027: Zweite Runde
- 24. bis 26. Mai 2027: Dritte Runde
Jede Entwicklung halten wir auf unserer Übersichtsseite zur Tarifrunde fest.
Die ganze Auswertung im neuen Jahr
Welche Erhöhung die Beschäftigten insgesamt für richtig halten, wie viele über einen Jobwechsel nachdenken und wie groß die Bereitschaft zum Arbeitskampf ist, zeigt die vollständige Auswertung des Gehaltschecks. Wir veröffentlichen sie zu Beginn des kommenden Jahres, rechtzeitig vor Beginn der Verhandlungsrunde.
Quellen:
- eigene Berechnungen
- TVöD-Entgelttabelle laut Tarifvertrag auf der Webseite der VKA
- ver.di zur Mitgliederbefragung 2025 (PDF)
- Gehaltscheck öffentlicher Dienst 2027, oeffentlicher-dienst-news.de, Befragung vom 18. August bis 24. September 2026, nicht repräsentativ
