Die Tarifrunde der Länder startet mit einer klaren Ansage: ver.di fordert deutliche finanzielle Verbesserungen und setzt ein starkes Signal an die Arbeitgeber. Die Forderungen im öffentlichen Dienst im Detail.
Tarifrunde öffentlicher Dienst: Länder ohne Angebot vor zweiten Runde – ver.di weitet Warnstreiks aus
Vor der zweiten Verhandlungsrunde am Donnerstag erhöht ver.di den Druck: In sieben Bundesländern streiken Beschäftigte an Hochschulen, Unikliniken, in Verwaltungen und Kultureinrichtungen. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder tritt erneut ohne konkretes Gegenangebot an. Stattdessen klagen die Arbeitgeber über schrumpfende Spielräume – trotz steigender Einnahmen von fünf Prozent. ver.di fordert für 925.000 Tarifbeschäftigte sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens 300 Euro. Die Reaktion der TdL: „Weniger Prozente bei längerer Laufzeit”. Im öffentlichen Dienst bleiben 600.000 Stellen unbesetzt. „Wer Personal kaputtspart, gefährdet die öffentliche Daseinsvorsorge”, warnt ver.di-Vize Frank Bethke. Besonders im Kulturbereich ist die Stimmung angespannt. Die zentrale Frage: Legen die Arbeitgeber endlich ein Angebot vor? Wer dazu auf dem Laufenden bleiben möchte, abonniert unseren Newsletter.
Öffentlicher Dienst der Länder: Deutliche Tarifforderungen der Gewerkschaften
Die Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder startet mit einer klaren Forderung: ver.di verlangt sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro im Monat für die Beschäftigten. Die Gewerkschaft will damit vor allem die unteren Entgeltgruppen stärken. Die ver.di-Bundestarifkommission hat die Forderungen am 17. November in Berlin beschlossen. Am 3. Dezember gab es die Verhandlungsrunde.
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Öffentlicher Dienst Länder: Mehr Gehalt als Kernforderung für die Tarifrunde 2026
ver.di fordert eine deutliche Anhebung der Entgelte. Neben der prozentualen Steigerung sollen die Beschäftigten mindestens 300 Euro mehr im Monat verdienen. Auszubildende und Praktikanten sollen 200 Euro zusätzlich erhalten. Zudem fordert ver.di ihre unbefristete Übernahme nach erfolgreichem Abschluss. Alle Zeitzuschläge sollen nach den Vorstellungen der Gewerkschaft um 20 Prozentpunkte steigen. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen. Die Verhandlungen beginnen am 3. Dezember 2025 in Berlin. ver.di ruft alle Beschäftigten zur Teilnahme an Aktionen auf.
Erste Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst ohne Annäherung und Arbeitgeber-Angebot
Die Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder ist ohne Annäherung Anfang Dezember gestartet. Die TdL legte kein Angebot vor und verwies auf fehlende finanzielle Spielräume, etwa durch steigende Anforderungen an die Beamtenbesoldung. ver.di kritisierte das als nicht nachvollziehbar und sprach von fehlender Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten. Für zusätzlichen Konflikt sorgt die erneut infrage gestellte Hamburg-Zulage: Obwohl 2023 vereinbart wurde, für Bremen und Hamburg ab 2025 über eine Zulage für bürgernahe Dienste zu verhandeln und Ende Oktober 2025 ein Kompromiss erzielt wurde, stellt die Arbeitgeberseite diesen nun wieder in Frage.
Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 300 Euro, höhere Ausbildungsvergütungen und die unbefristete Übernahme von Nachwuchskräften. Zudem sollen studentische Beschäftigte ein Mindeststundenentgelt erhalten und Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte steigen. Die TdL hält das für finanzpolitisch nicht darstellbar und bezeichnet die Forderungen als überzogen. Die Tarifrunde findet vor dem Hintergrund eines angespannten Arbeitsmarkts statt: Hoher Personalmangel, wachsende Aufgaben und steigende Belastung prägen viele Landesverwaltungen. Gewerkschaften betonen daher den Bedarf spürbarer Reallohnzuwächse, um Personal zu halten und neue Kräfte zu gewinnen.
Die Verhandlungen werden im Januar und Februar 2026 fortgesetzt, Warnstreiks beginnen bereits kurzfristig. Zentral wird der Streit um Höhe und Laufzeit: Gewerkschaften drängen auf eine kurze, lukrative Laufzeit, die Arbeitgeber eher auf längere Befristungen. Da es im Länderbereich keine Schlichtungsvereinbarung gibt, droht bei einem Scheitern der Abschlussrunde im März ein unbefristeter Streik. Mehr zur ersten Verhandlungsrunde.
ver.di-Chef fordert „Anerkennung und Respekt“ für Angestellte und Beamte der Länder
Der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke betonte, dass die Beschäftigten eine klare Wertschätzung ihrer Arbeit erwarteten. Der öffentliche Dienst stehe vor großen Herausforderungen, etwa in Bildung, Verwaltung, Gesundheit und Infrastruktur. „Der öffentliche Dienst muss attraktiv bleiben, um mit hoch qualifizierten und motivierten Menschen die anstehenden Herausforderungen zu meistern“, sagte Werneke. Die Gewerkschaft verweist auf steigende Steuereinnahmen der Länder nach der jüngsten Steuerschätzung. Das schaffe finanzielle Spielräume, die sich in der Bezahlung niederschlagen müssten.
Tarifforderung: Wettbewerb um Fachkräfte und Ost-West-Angleichung
ver.di warnt vor einer Erosion der Wettbewerbsfähigkeit. Der öffentliche Dienst konkurriert mit der Privatwirtschaft um Fachkräfte, gleichzeitig bleiben laut Gewerkschaft mehrere Hunderttausend Stellen unbesetzt. Eine Erhöhung oberhalb der Inflationsrate soll verhindern, dass die Länder weiter an Attraktivität verlieren. Werneke verwies außerdem auf den Tarifabschluss bei Bund und Kommunen vom Frühjahr 2025. Eine Abkopplung der Länderbeschäftigten lehnt ver.di ab. „Dass die Gehälter im öffentlichen Dienst nicht auseinanderdriften, ist schlicht eine Frage der Gerechtigkeit“, so Werneke.
ver.di erneuert die Forderung nach einheitlichen Bedingungen für Beschäftigte in Ost- und Westdeutschland. Besonders in den Universitätskliniken gelten in den ostdeutschen Ländern weiterhin längere Arbeitszeiten und schwächere Kündigungsschutzregelungen. Werneke sprach von einer „mehr als überfälligen Anpassung“ 35 Jahre nach der Wiedervereinigung.
Die GEW betont, dass der Abschluss für die Beschäftigten bei Bund und Kommunen zu Beginn des Jahres 2025 einen Maßstab gesetzt habe, an dem sich die Länderarbeitgeber orientieren müssen. Auch auf die Verbesserungen für die Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst (SuE), die die Gewerkschaften und die Beschäftigten erkämpft haben, warten die Erzieherinnen und Sozialpädagogen auf Länderebene. “Um über diese verhandeln zu können, wollen wir ein Sonderkündigungsrecht der Regelungen für diese Beschäftigtengruppe“, betonte GEW-Chefin Maike Finnern. Sie machte sich zudem dafür stark, dass die Arbeitsbedingungen der rund 300.000 studentischen Beschäftigten endlich tariflich geregelt werden: „Wir wollen den TV Stud, verankert im Tarifvertrag der Länder (TV-L)!“
Verhandlungen für 2,6 Millionen Angestellte und Beamte der Länder
ver.di verhandelt gemeinsam mit GdP, GEW, IG BAU und Beamtenbund. Insgesamt betrifft die Tarifrunde rund 1,2 Millionen Tarifbeschäftigte der Länder – Hessen verhandelt separat. Zudem fordert ver.di die zeitgleiche Übertragung des Ergebnisses auf 1,3 Millionen Beamtinnen, Beamte und Versorgungsempfänger. Die erste Verhandlungsrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) findet am 3. Dezember 2025 statt.
Übersicht der Termine 2025 und 2026
- 17. November 2025: Veröffentlichung der Forderungen durch die Gewerkschaften
- 3. Dezember 2025: 1. Verhandlungsrunde
- 15. – 16. Januar 2026: 2. Verhandlungsrunde
- 11. – 13. Februar 2026: 3. Verhandlungsrunde
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