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Bayern verschiebt Anpassung der Beamtenbesoldung um ein halbes Jahr – Tarifgehälter steigen im April (TV-L) und Mai (TVöD)

Bayerns Regierung bleibt hart: Die Besoldung wird mit sechs Monaten Verzögerung angepasst
Bayerns Regierung bleibt hart: Die Besoldung wird mit sechs Monaten Verzögerung angepasst / Copyright: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON

Finanzminister Albert Füracker (CSU) bleibt hart: Trotz massiver Kritik hält die bayerische Landesregierung an der angekündigten Verzögerung bei der Besoldungsanpassung fest. Beamte und Versorgungsempfänger in Bayern müssen sechs Monate länger auf ihre höheren Bezüge warten als die  Tarifbeschäftigten. Dort steigen zum 1. April sowohl die Gehälter der Landesangestellten nach dem neuen TV-L als auch die Entgelte nach dem TVöD zum 1. Mai 2026. 

Beamtenbesoldung Bayern: Finanzminister bestätigt Verzögerung

Bei einem Gespräch im Finanzministerium am 11. März 2026 bestätigte der bayerische Finanzminister Albert Füracker dem Vorstand des Bayerischen Beamtenbundes (BBB): Die Übernahme des Tarifergebnisses auf die Besoldung in Bayern wird um ein halbes Jahr verzögert. Im Vergleich zu den Tariferhöhungen, ist bei der Besoldung eine Verzögerung von sechs Monaten im Haushalt einkalkuliert. Füracker begründete die Entscheidung mit der angespannten Haushaltslage und verwies auf die entsprechende Ankündigung von Ministerpräsident Markus Söder im Herbst vergangenen Jahres. Eine Prognose der neuen Besoldungstabellen für Bayern veröffentlichen wir in unserem Newsletter, den Sie hier abonnieren können.

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Ungewöhnlich: Die Verzögerung wurde bereits angekündigt, bevor die TV-L-Tarifverhandlungen überhaupt begonnen hatten. Söder verkündete die sechsmonatige Verschiebung, noch bevor die Gewerkschaften ihre Forderungen im Herbst veröffentlicht hatten und ohne dass der Umfang einer möglichen Einigung absehbar war. Der BBB bezeichnet dies als “unglaublichen und einmaligen Vorgang”, der die langjährige bayerische Tradition der zeitgleichen und systemgerechten Übertragung von Tarifergebnissen auf Beamte und Versorgungsempfänger bricht.

Anpassung Besoldung Bayern 2026

Während Tarifbeschäftigte bereits ab 1. April 2026 eine Erhöhung um 2,8 Prozent (mindestens 100 Euro) erhalten, müssen bayerische Beamte bis zum 1. Oktober 2026 warten. Ihre Erhöhung beträgt dann 2,82 Prozent – der Mindestbetrag aus der Tarifeinigung entfällt, um das Abstandsgebot zwischen den Besoldungsgruppen zu wahren. Das entsprechende Volumen fließt stattdessen in die erste Erhöhung ein. Die zweite Erhöhung für die Angestellten von 2,0 Prozent ist im Tarifbereich für März 2027 vorgesehen, für die Beamten wird diese erst ab September 2027 umgesetzt. Für die dritte Stufe ab 2028 ist die Lage noch unklar, da der aktuelle Doppelhaushalt dieses Jahr nicht erfasst. Der BBB appelliert nun eindringlich an die Landtagsabgeordneten, diesem Vorgehen nicht zuzustimmen. Zumal das Land Schleswig-Holstein in der vergangenen Woche eine Anpassung der Besoldung angekündigt hat, die deutlich über das Tarifergebnis hinaus geht.

Besoldung Bayern: Die Anpassungsschritte im Detail

  • ab 1. Oktober 2026 2,82 %
  • ab 1. September 2027 2,0 %
  • 2028 noch unklar

TV-L Bayern: Tarifbeschäftigte des Landes Bayern profitieren ab April – vorbehaltlich der Urabstimmung

Während die bayerischen Beamten auf ihre Besoldungserhöhung noch Monate warten müssen, steht den Tarifbeschäftigten der Länder nach dem TV-L bereits ab dem 1. April 2026 eine deutliche Gehaltsverbesserung ins Haus. Allerdings steht das am 14. Februar 2026 erzielte Verhandlungsergebnis noch unter Vorbehalt: Bis heute müssen die Gewerkschaftsmitglieder in einer Urabstimmung dem Tarifabschluss noch final zustimmen. Erst dann tritt der neue Tarifvertrag für die Länder (TVL) in Kraft.

Der Tarifabschluss sieht für die rund 1,3 Millionen Landesbeschäftigten eine gestaffelte Erhöhung in drei Stufen vor. Die erste Anhebung erfolgt zum 1. April 2026 mit 2,8 Prozent, wobei ein Mindestbetrag von 100 Euro garantiert wird – was besonders den unteren Entgeltgruppen zugutekommt. Die zweite Erhöhung um 2,0 Prozent folgt zum 1. März 2027, während für den 1. Januar 2028 eine weitere Steigerung um 1,0 Prozent vereinbart wurde. Die Laufzeit des Tarifvertrags beträgt 27 Monate.

TVÖD Bayern: Angestellte erhalten Erhöhung im Mai 2026

Auch für die Beschäftigten im kommunalen öffentlichen Dienst steht im Frühjahr 2026 eine Gehaltsanpassung an. Zum 1. Mai 2026 greift die nächste Stufe des Tarifabschlusses für den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD), der bereits im vergangenen Jahr ausgehandelt wurde. Dieser Tarifvertrag regelt die Bezahlung von rund 2,5 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen und wurde nach intensiven Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften ver.di, GEW, GdP und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) sowie dem Bund erzielt.

Das Tarifergebnis sieht ebenfalls eine gestaffelte Erhöhung vor, die den Beschäftigten planbare Einkommenssteigerungen garantiert. Die erste Anhebung erfolgte bereits im Jahr 2025, während zum 1. Mai 2026 nun die zweite Stufe in Kraft tritt. Hier erhalten die TVöD-Beschäftigten eine Erhöhung um 2,5 Prozent auf ihre Tabellenentgelte.

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