Bund Kommunen News Pflege TVöD ver.di VKA

Diese TVöD-Entgelttabellen gelten ab 1. Mai 2026: VKA, Bund, SuE und Pflege

TVöD Entgelttabellen öffentlicher Dienst
Ab Mai 2026 gelten neue TVöD-Entgelttabellen: TVöD VKA / Copyright: Midjourney - KI-generiert

Zum 1. Mai 2026 steigen die Gehälter im öffentlichen Dienst erneut. Der TVöD 2026 bringt eine tabellenwirksame Entgelterhöhung von 2,8 Prozent – für Beschäftigte bei Bund und Kommunen, im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst und in der Pflege. Dazu kommen neue Regelungen zur Jahressonderzahlung, ein Zeit-statt-Geld-Modell. Allerdings steigen auch die Sozialabgaben. Wir zeigen, wer davon betroffen ist.

TVöD 2026: Gehaltserhöhung zum 1. Mai für Bund und Kommunen

Alles neu macht der Mai. Ein wichtiger Termin für die Angestellte im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen ist in diesem Jahr der 1. Mai 2026. Zu diesem Datum steigen die Tabellenentgelte im TVöD um 2,8 Prozent nach dem Tarifabschluss aus dem vergangenen Jahr. Die Erhöhung gilt für alle Entgeltgruppen.

Anzeige:  Kredite für Angestellte und Beamte im öffentlichen Dienst – Kreditrechner nutzen

Die monatlichen Entgelte für Auszubildende, Praktikantinnen und Praktikanten sowie Studierende steigen um weitere 75 Euro.

TVöD Entgelttabelle VKA 2026

WP DataTables

 

TVöD Entgelttabelle Bund 2026

WP DataTables

Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, abonniert unseren Newsletter.

TVöD SuE 2026: Sozial- und Erziehungsdienst: Gehalterhöhung zum 1. Mai

Auch die Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst profitieren von den verhandelten Tarifsteigerungen. Ab dem 1. April 2025 erfolgt eine Gehaltserhöhung von 3,0 Prozent, mindestens jedoch 110 Euro, gefolgt von der nun anstehenden Steigerung von 2,8 Prozent ab dem 1. Mai 2026. Einige Beispiele zeigen, wie die Tabellenwerte ansteigen. Für Erzieherinnen und Erzieher in der Entgeltgruppe S 8a, Stufe 3 bedeutet dies eine monatliche Gehaltssteigerung von rund 221 Euro. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter in der Entgeltgruppe S 11b, Stufe 2 erhalten 232 Euro monatlich mehr. Kita-Leitungen in der Entgeltgruppe S 13, Stufe 4 profitieren von einer Erhöhung um 273 Euro monatlich. Auch Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger sowie Beschäftigte im handwerklichen Erziehungsdienst der Entgeltgruppe S 4, Stufe 5 erfahren eine deutliche Verbesserung ihrer Bezüge mit insgesamt 220 Euro monatlich mehr. Ausgenommen sind die Berliner Beschäftigten in landeseigenen Kitas, sie werden nach dem 2026 neu verhandelten TV-L bezahlt.

TVöD Entgelttabelle SuE 2026

WP DataTables

 

TVöD Pflege 2026: Tabellenerhöhung und höhere Pflegezulage

Für Beschäftigte im Pflegedienst gilt ebenfalls die allgemeine Entgelterhöhung von 2,8 Prozent zum 1. Mai 2026. Die neuen Tabellenwerte treten zu diesem Datum in Kraft. Zusätzlich steigt die monatliche Pflegezulage für Beschäftigte in den Entgeltgruppen P 5 bis P 16 auf 141,82 Euro. Diese Zulage wird ergänzend zum Tabellenentgelt gezahlt und honoriert die besondere Belastung in der Pflege.

TVöD Entgelttabelle Pflege 2026

WP DataTables

TVöD 2026: Tarifsteigerung könnte durch Mehrbelastungen geschmälert werden

Einige Beschäftigte im öffentlichen Dienst dürften 2026 trotz der verhandelten Tarifsteigerung von 2,8 Prozent ab dem 1. Mai 2026 mit gemischten Gefühlen auf ihre Gehaltsabrechnungen blicken. Während auf dem Papier deutliche Gehaltszuwächse zu verzeichnen sein werden, könnten erhöhte Sozialabgaben und angehobene Beitragsbemessungsgrenzen, die seit dem 1. Januar 2026 gelten, die Netto-Entlastung schmälern. Berechnungen der DATEV eG, die monatlich die Lohn- und Gehaltsabrechnungen von rund 14,7 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland erstellt, zeigen ein ernüchterndes Bild: Lediglich Beschäftigte mit Monatsentgelten bis 5.500 Euro könnten von den Verbesserungen profitieren, während höhere Einkommensgruppen unter Umständen mit Mehrbelastungen rechnen müssten.

Zwar treten zum Jahreswechsel steuerliche Verbesserungen in Kraft – der Grund- und Kinderfreibetrag steigen, die Eckwerte des Einkommensteuertarifs werden verschoben und die Freigrenzen beim Solidaritätszuschlag angehoben. Diese positiven Effekte werden jedoch durch erhöhte Sozialversicherungsbeiträge und angehobene Bemessungsgrenzen weitgehend kompensiert. Besonders problematisch dürfte sich der Anstieg des durchschnittlichen Zusatzbeitrags zur gesetzlichen Krankenversicherung von 2,5 auf 2,9 Prozent auswirken, der alle Entgeltgruppen betrifft. Verheiratete Beschäftigte mit Einkommen bis 2.500 Euro könnten sogar ein leichtes Minus verzeichnen, da in dieser Einkommensklasse keine Lohnsteuer anfällt und die steuerlichen Verbesserungen daher nicht greifen.

Weniger Netto vom Brutto?

Die Tabelle zeigt, wie sich die Entgelte durch die anstehende Erhöhung in den Bereich über 5500 Euro verschieben.

WP DataTables

 

Tarifsteigerung trifft auf höhere Sozialabgaben

Die Tarifsteigerung vom 1. Mai 2026 würde die Situation zusätzlich verschärfen, da mit den höheren Bruttoentgelten noch mehr Beschäftigte in Bereiche vorstoßen könnten, in denen die negativen Effekte aus höheren Sozialbeiträgen und Bemessungsgrenzen zum Tragen kämen. Für höhere Entgeltgruppen – beispielsweise ab Entgeltgruppe 9c, Erfahrungsstufe 6 im TVöD mit über 5.500 Euro monatlich – dürfte sich die Situation durch die angehobene Beitragsbemessungsgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung von 5.512,50 auf 5.812,50 Euro erheblich verschärfen.

Bei Monatsentgelten über 8.000 Euro käme zusätzlich die erhöhte Beitragsbemessungsgrenze für Arbeitslosen- und Rentenversicherung von 8.050 auf 8.450 Euro zum Tragen. Verheiratete Beschäftigte mit 9.000 Euro Monatsentgelt träfe es am härtesten: Sie müssten mit einem Minus von 464 Euro ohne Kinder beziehungsweise 442 Euro mit zwei Kindern im Jahr rechnen – und das trotz der tariflichen Gehaltssteigerung, die zunächst nach einem deutlichen Plus aussehen würde.

Jahressonderzahlung 2026: Höhere Prozentsätze für alle

Ab dem Kalenderjahr 2026 gelten neue, höhere Prozentsätze für die Jahressonderzahlung – umgangssprachlich auch Weihnachtsgeld genannt, die in der Regel mit dem Novembergehalt ausgezahlt wird. Die Höhe richtet sich nach Entgeltgruppe und der föderalen Ebene:

Bund

  • 95 Prozent des Monatsentgelts für Beschäftigte in den Entgeltgruppen 1 bis 8
  • 90 Prozent für Entgeltgruppen 9a bis 12
  • 75 Prozent für Entgeltgruppen 13 bis 15

VKA (Kommunen)

  • Vereinheitlicht auf 85 Prozent für alle Entgeltgruppen

VKA (BT-K und BT-B)

  • 90 Prozent für Entgeltgruppen 1 bis 8
  • 85 Prozent für Entgeltgruppen 9a bis 15

Zeit statt Geld: Jahressonderzahlung in freie Tage umwandeln

Erstmals im Jahr 2026 können Beschäftigte im öffentlichen Dienst einen Teil ihrer Jahressonderzahlung in Freizeit umwandeln. Das neue Zeit-statt-Geld-Modell gibt ihnen die Möglichkeit, bis zu drei freie Tage für das Jahr 2027 zu beantragen, anstelle des entsprechenden Geldbetrags aus der Jahressonderzahlung 2026. Ausgenommen sind die Angestellten im Pflegebereich. Sie erhalten im Gegenzug eine höhere Jahressonderzahlung. Wer von dieser Option Gebrauch machen möchte, muss den Antrag bis zum 1. September 2026 stellen. Damit erhalten Beschäftigte erstmals die Wahl, ob sie ihre tarifliche Sonderzahlung lieber als Geld oder als zusätzliche Erholungszeit in Anspruch nehmen. Wir haben bei einigen großen Städten nachgefragt, wie das Interesse an dem neuen Wahlmodell ist. Wir berichten darüber in unserem Newsletter, den ihr hier abonnieren könnt.

Arbeitszeit und Jahressonderzahlung im Fokus

Im öffentlichen Dienst wurden zudem neue Regelungen zur flexiblen Gestaltung von Arbeitszeit eingeführt. Die freiwillige Arbeitszeiterhöhung auf bis zu durchschnittlich 42 Wochenstunden (ohne Pausen) kann nach Ende der Probezeit von Beschäftigten und Arbeitgebern beiderseits einvernehmlich befristet für maximal 18 Monate vereinbart werden. Verlängerungen sind möglich, müssen ebenfalls befristet sein und dürfen jeweils höchstens 18 Monate betragen, wobei die Anzahl der Befristungen nicht begrenzt ist. Für die Erhöhungsstunden erhalten Beschäftigte neben dem anteilig erhöhten Tabellenentgelt und anderen Entgeltbestandteilen wie Schichtzulagen einen Zuschlag von 25 Prozent in den Entgeltgruppen 1 bis 9b beziehungsweise 10 Prozent in den Entgeltgruppen 9c bis 15. Den Gewerkschaften war wichtig, dass das Gesamtpaket aus Arbeitszeiterhöhung, einem zusätzlichen Urlaubstag und der Umwandlungsmöglichkeit der Jahressonderzahlung einem Sonderkündigungsrecht zum 31. Dezember 2029 unterliegt, um mögliche Fehlentwicklungen korrigieren zu können.

Top-News:

Interview: Verwaltungsexperte erklärt, warum die Beamtenbesoldung vor einer Jahrhundertreform steht

Bayern verschiebt Anpassung der Beamtenbesoldung um ein halbes Jahr

Öffentlicher Dienst März 2026: ver.di-Mitgliederbefragung zu TV-L, Besoldung und Hessen-Tarifrunde

Beamtenbesoldung: Schleswig-Holstein zahlt nach – was Beamte jetzt bekommen

TVöD 2026: Gehaltserhöhung, Jahressonderzahlung und flexible Arbeitszeitmodelle

Besoldungsrunde 2026: Der lange Weg zur amtsangemessenen Alimentation

  Zehn häufige Irrtümer bei der Altersvorsorge – und wie man sie vermeidet

Tarifeinigung im öffentlichen Dienst der Länder: 5,8 Prozent mehr Gehalt in drei Schritten

Öffentlicher Dienst 2026: Die Jahresvorschau für Angestellte und Beamte

Gehalt öffentlicher Dienst 2026: Steuerentlastung kommt nicht auf dem Konto an

Prognose öffentlicher Dienst 2026: Die Entgelttabellen für die kommenden 12 Monate

 Ratgeber für den öffentlichen Dienst: Wann Rentner Steuern zahlen müssen

Stellenbörse für den öffentlichen Dienst: Lukrative Jobs im Staatsdienst

Umfrage: Hast du die TVöD-Gehaltserhöhung im September erhalten?

Tarifrunde der Länder 2025 / 2026

Abschlagszahlung öffentlicher Dienst: Das müssen Bundesbeamte wissen

KI-Webinar: Einführung in ChatGPT – JETZT ANMELDEN

Aktuelle Informationen zu Gehalt & Besoldung im öffentlichen Dienst

Für öffentliche Arbeitgeber!

Jetzt günstige Stellenanzeigen schalten – monatlich 650.000 Fachkräfte erreichen 

 

Anzeige Kredite für den öffentlichen Dienst