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Künstliche Intelligenz im öffentlichen Dienst: KI-Webinar über Anwendungsbeispiele und Risiken

Künstliche Intelligenz Staat
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Künstliche Intelligenz ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Wir zeigen, was ChatGPT und andere Tools können und wie sie im Alltag eingesetzt werden können. Melden Sie sich zu unseren Webinaren an.

Inhalt

KI-Webinar „Einführung in ChatGPT und Co. – Anwendungsbeispiele und Risiken“ am 24. September 2024: Jetzt anmelden

Sprachmodelle und Bildgeneratoren: Ihr Einstieg in die KI-Anwendungen!

Das Online-Seminar dauert 2 Stunden (24. September 2024 / 10 bis 12 Uhr) und kostet 149 Euro zzgl. Umsatzsteuer pro Teilnehmerin / Teilnehmer. Wenn mehrere Personen einer Behörde oder Organisation teilnehmen möchten, können wir Ihnen ein gesondertes Angebot machen. Schreiben Sie uns dazu eine Mail an info [at] oeffentlicher-dienst-news.de. Wir informieren Sie rund eine Wochen vor Beginn der Veranstaltungen per Mail mit den Anmeldedaten.

KI-Workshop für öffentliche Verwaltung, Presse, Personal

In der öffentlichen Verwaltung ist KI-Technik mittlerweile weiter verbreitet als angenommen. Im Webinar lernen Sie Beispiele kennen, die weit über die Sprachmodelle und Bildmodelle hinausgehen. So setzen auch Sicherheitsbehörden, Finanzbehörden oder der Zoll Tools ein, die mit KI-Technologie betrieben werden. ChatGPT hat Künstliche Intelligenz in den vergangenen Monaten für alle nutzbar gemacht. Das KI-Webinar richtet sich an alle Menschen im öffentlichen Dienst, die lernen wollen, wie man KI-Tools einsetzt und was man mit diesen erreichen kann. Prinzipiell können alle Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst ChatGPT für ihre Arbeit nutzen. Dazu gilt es erstmal die verschiedenen Einsatzfelder kennenzulernen. Wir erläutern Grundbegriffe und Funktionsweise. Zudem geht es um die Fragen:

  • Was sind die besten Anwendungsmöglichkeiten?
  • Welche Modelle gibt es?
  • Welche Vorteile habe ich, wenn ich die Bezahlvariante abonniere?
  • Kann ich ChatGPT auch wieder kündige?
  • Wie schreibe ich einen guten Prompt?
  • Warum macht ChatGPT Fehler und wie gehe ich damit um?
  • Welche Risiken gibt es bei der Nutzung?
  • Wo sollte ich vorsichtig sein?

Wir zeigen in unserem Webinar, wie sie die Anwendung zum Beispiel zur Kampagnen-Planung einsetzen. Von der Ideenfindung, über die Entwicklung von Kampagnenzielen, Slogans und Bildmotiven.

Künstliche Intelligenz: Wo und wie kann KI genutzt werden?

Vorab der wichtige Hinweis: Wenn Sie mit KI-Tools arbeiten, beachten Sie, dass Sie keine persönlichen und dienstlich-relevanten Daten in die KI-Anwendungen eingeben. Informieren Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber / Dienstherren über Vorgaben zum Einsatz von KI. Unterrichten Sie auch Ihre IT-Abteilung und den Datenschutz.

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Aber bleiben wir mit den Füßen auf dem Boden. Denn was heute als Artificial Intelligence (kurz: AI) gepriesen wird, ist gar nicht intelligent. Oder nicht so, wie wir uns das vorstellen. Trotzdem ist der Einsatz der zahlreichen neuen Tools, vom Chatbot bis zum Bildgenerator, auch in vielen Bereichen des öffentlichen Dienstes denkbar bzw. geplant oder bereits im Einsatz. Einige Anwendungen stellen wir Ihnen hier vor.

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz?

Räumen wir zuerst mit einem Mythos auf: Künstliche Intelligenz hat nichts mit menschlicher Intelligenz zu tun und dürfte sich nicht wirklich als intelligent im klassischen Sinne definieren.

„Künstliche Intelligenz nutzt Computer und Maschinen, um die Problemlösungs- und Entscheidungsfähigkeiten des menschlichen Verstandes nachzuahmen.“, heißt es auf der Website von IBM.

Und tatsächlich kann nur von Nachahmung die Rede sein. Eigentlich ist so eine KI ziemlich dumm. Es handelt sich bei den so populären Chatbots wie ChatGPT & Co lediglich um ein Mustererkennungsverfahren. Praktisch wird nach einem Wahrscheinlichkeitsprinzip berechnet, welches Wort in einem Satz mit größter Wahrscheinlichkeit auf das vorhergehende folgt. Damit bei den Anfragen nicht immer das gleiche Resultat herauskommt, wird noch eine Komponente des Zufalls beigemischt. Dazu kommt, dass ChatGPT nur über Informationen vor 2021 verfügt. In der Internet-Zeitrechnung praktisch Steinzeit. Kein Wunder, dass ChatGPT je nach Tagesverfassung auch Mal „halluziniert“, also vollkommen falsche Informationen ausspuckt, die in einem glaubwürdigen Kontext verpackt werden. Aber wir wollen ja nicht allzu kritisch sein, denn je nach Blickwinkel wird künstliche Intelligenz unterschiedlich definiert.

Ob die heutigen Chatbots als „menschliche Gesprächspartner“ den Turing-Test bestehen, darf jeder selbst ausprobieren. Aber ob wirklich intelligent oder nur vorgetäuscht: Widmen wir uns der praktischen Anwendung der KI im Alltag.

Chatbots im öffentlichen Dienst

Nach dem Modell der „Large Language Models“ funktionieren nicht nur ChatGPT und andere Chatbots, sondern auch viele Tools, die wir im täglichen Leben nutzen. Beispielsweise die Suchfunktionen von Google und Bing, Chatbots von Telefon- und Energieanbietern oder die DeepL Sprachtools.

Nicht chatten, sondern prompten

„Prompten“, so wird die Eingabe von Fragen an den Chatbot oder die Erstellung von Kommandos für die KI genannt. Prompten ist eine sokratische Methode der Fragetechnik, eine Rede und Gegenrede, die ans gewünschte Ziel führen soll. Die Version ChatGPT-3 des Entwicklers OpenAI ermöglicht es jedem, kostenlos und über einfache Sätze mit der KI zu kommunizieren. Und hier liegen Potentiale ebenso wie Tücken der Methode. Denn um ein gutes Resultat zu erhalten, muss man wissen, welche Fragen man stellen soll und wie diese am besten formuliert werden.

Chatbots in der öffentlichen Verwaltung

Für den öffentlichen Dienst ist der Einsatz von Chatbots eine interessante Möglichkeit, um den Bürgerservice zu verbessern, Wartezeiten zu verringern und zu jeder Tageszeit sofort Antworten zu geben.

Anfrageabwicklung, Antragsabwicklung und Beschwerdemanagement kann ein gut trainierter Chatbot den Bürgern ohne Rücksicht auf Büroöffnungszeiten bieten. Die öffentliche Verwaltung wird so zugänglicher und absurderweise dank der KI menschlicher. Bürger bekommen verständliche Antworten auf Fragen zu komplexen bürokratischen Abläufen, ohne dass Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter ihre kostbare Zeit darauf verwenden müssen, immer wieder die gleichen Antworten auf die gleichen Fragen zu geben. Sie können sich darauf konzentrieren, produktiv ihrer Arbeit nachzugehen und denjenigen zu helfen, für die der Chatbot keine Antwort hat.

Damit der Einsatz von einer KI wie ChatGPT im öffentlichen Dienst auch tatsächlich effizient und nicht frustrierend wird, ist es wichtig, auch menschliche Unterstützung anzubieten, wenn Bürger oder Chatbot nicht mehr weiterwissen. Denn die KI ist alles andere als unfehlbar. In den kommenden Jahren wird es vor allem darum gehen, Menschen den richtigen Gebrauch mit KI, Chatbots und neuen Tools beizubringen.

Chatbots sind aber nicht nur im Kontakt mit dem Publikum eine aufregende Chance für den öffentlichen Dienst. Auch für den internen Gebrauch eröffnen sich nie erwartete Möglichkeiten. Etwa bei Prozessoptimierung und Wissensmanagement, als Unterstützung für Fortbildung und Schulungen und zur Automatisierung von Routineaufgaben.

In Form eines virtuellen Assistenten kann ein gut trainierter Chatbot den Angestellten des öffentlichen Diensts und den Bürgern beistehen.

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Ratgeber und Nachrichten

Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung

Künstliche Intelligenz kommt auch in der öffentlichen Verwaltung zum Einsatz. Zu Recht, können KI-Systeme in vielen Bereichen die Arbeit einfacher und effizienter machen. Auf Anfrage teilte etwa das Bundesinnenministerium mit, dass eine Vielzahl an KI-Anwendungen bereits in Betrieb oder in Planung sei. Dies treffe sowohl auf den Bereich der klassischen öffentlichen Verwaltung als auch den Bereich der Sicherheitsbehörden zu. Dabei gehe es Anwendungen, die sich bereits etabliert haben, wie Chatbots mit maschinellem Lernen in der Bürgerkommunikation, aber auch neue Ansätze wie die Unterstützung in der Textarbeit und der Arbeitsorganisation (Innovationsprojekt „GIRAFFE“). Ein ähnliches Pilotprojekt läuft auch in Baden-Württemberg. Dort testet die Landesverwaltung die KI-Software des deutschen Startups Aleph Alpha. Der Text-Assistenz „F13“ soll etwa Aktentexte zusammenfassen oder als Recherche-Assistenz zum Einsatz kommen. Sie können der Assistenz Fragen zu einem von Ihnen hochgeladenen Dokument oder der Wissensdatenbank stellen und erhalten konkrete Antworten. Diese können sie anhand der angegebenen Quellen validieren und vertiefen.

Bundesverwaltung setzt verstärkt auf Künstliche Intelligenz

Die Bundesregierung intensiviert den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in ihren Ministerien und Behörden. Innerhalb eines Jahres hat sich die Anzahl der aktiven KI-Projekte und -Anwendungen mehr als verdoppelt, von etwa 100 auf über 212, wie eine Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der Linken-Gruppe im Deutschen Bundestag zeigt. Das Papier legt offen, welche Ausrichtungen die verschiedenen Anwendungen haben und in welchem Ministerium des Bundes diese zum Einsatz kommen.

Bundeswirtschaftsministerium ist Spitzenreiter

An der Spitze der KI-Initiativen steht das Bundeswirtschaftsministerium unter Robert Habeck (Grüne) mit 44 Projekten, dicht gefolgt vom Bundesinnenministerium unter Nancy Faeser (SPD) mit 40 Initiativen. Das Landwirtschaftsministerium und das Verkehrsministerium belegen mit 35 bzw. 30 Projekten die Plätze drei und vier. Bemerkenswert ist, dass 70 Prozent aller KI-Initiativen in diesen vier Ministerien angesiedelt sind.

  • Führend bei KI-Initiativen ist das Bundeswirtschaftsministerium unter Robert Habeck (Grüne) mit 44 Projekten.
  • Das Bundesinnenministerium unter Nancy Faeser (SPD) folgt mit 40 KI-Initiativen.
  • Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft liegt mit 35 Projekten auf Platz drei.
  • Das Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur belegt mit 30 Initiativen den vierten Platz

Investitionen und Herausforderungen: Kritik an fehlender Strategie

Der Bundeshaushalt 2023 sieht 16 Millionen Euro für KI-Anwendungen in den Streitkräften vor. Allerdings gibt die Regierung keine Informationen zur KI-Nutzung durch Nachrichtendienste preis.Trotz des deutlichen Anstiegs der KI-Nutzung gibt es Kritik an der Umsetzung. Experten bemängeln das Fehlen einer übergreifenden Strategie, unzureichenden Aufbau von Expertise und mangelnde Unterstützungsstrukturen für die KI-Implementierung. Zudem existiert keine zentrale Stelle zur Übersicht der KI-Landschaft des Bundes, und ein geplantes KI-Beratungszentrum ist noch nicht realisiert. Die IT-Expertin Anke Domscheit Berg sagte: „Aber trotz jahrelanger Planungen gibt es immer noch keine zentrale Koordinierung, keine strategische Steuerung und keinerlei verbindlichen Prozesse und Standards.“

Künstliche Intelligenz unterstützt öffentliche Verwaltung und Polizei

Auch die weiteren Ressorts setzen sich teilweise intensiv mit dem Einsatz von KI in der öffentlichen Verwaltung auseinander und arbeiten an konkreten Lösungen. Das BMI teilte zudem mit, dass der Einsatz von KI-unterstützten Anwendungen im Bereich der Öffentlichen Sicherheit insbesondere da in Betracht komme, wo in begrenzter Zeit und mit begrenzten personellen Ressourcen große Datenmengen analysiert und ausgewertet werden müssen. Beispiele dafür sind die Untersuchung von beschlagnahmten Datenträgern nach Darstellungen sexualisierter Gewalt gegen Kinder. Im Bereich der Sicherheitsbehörden ersetzt KI keine menschliche Entscheidung, sondern hat lediglich eine unterstützende, die menschliche Entscheidung vorbereitende Funktion. Grundsätzlich ist es wichtig, dass die Sicherheitsbehörden ihre technologiegestützten Fähigkeiten und Methoden stetig weiterentwickeln.

KI-Campus: Sicherheit in der Öffentlichkeit

Im Zuständigkeitsbereich des Bundes beteiligen sich die Bundespolizei und der vom BMI initiierte KI-Campus der Polizei zur Erhöhung der Sicherheit von Bahnreisenden am Projekt „Sicherheitsbahnhof“. Im Zuge dessen wird u.a. untersucht, ob und wie KI-gestützte Systeme die Sicherheit der Reisenden erhöhen können, indem durch intelligente Video-Analyse potenziell gefährliche Situationen (zum Beispiel Personen im Gleisbett) automatisiert erkannt und Sicherheitskräfte aktiv auf die Gefahrensituation aufmerksam gemacht werden können, um frühzeitig gefahrenabwehrende Maßnahmen einzuleiten.

KI in der Kommunalverwaltung

Über den Einsatz von KI in der Kommunalverwaltung ist noch nicht viel bekannt, da es keine zentrale Stelle gibt, die den Einsatz koordiniert oder dokumentiert. Eine Umfrage von oeffentlicher-dienst-news.de zeigt, dass die Beschäftigten Tools wie ChatGPT privat nutzen. Vermutlich werden einige dienstliche Aufgaben auch mit diesen KI-Tools erledigt. Nachfolgend finden Sie die Ergebnisse der Umfrage von 2024.

McKinsey-Studie: KI könnte 165.000 Stellen im öffentlichen Dienst ersetzen

Generative KI könnte Fachkräftemangel in öffentlicher Verwaltung deutlich lindern. Das zeigt eine neue Studie der Beratungsagentur McKinsey. Demnach bietet der Einsatz von generativer künstlicher Intelligenz (GenAI) erhebliche Chancen für die öffentliche Verwaltung. Generative KI wie ChatGPT und Co. könnte nicht nur den akuten Fachkräftemangel abfedern, sondern auch die Effizienz und Produktivität deutlich steigern.

Für öffentliche Verwaltungen weltweit werden Produktivitätseffekte von bis zu 440 Milliarden Euro jährlich erwartet. Weitergehende Automatisierung möglich GenAI ermöglicht eine deutlich weitergehende Automatisierung als bisherige Technologien. Bei komplexen Fachaufgaben steigt das Automatisierungspotenzial von 20% auf 55%, bei administrativen Tätigkeiten können sogar bis zu 85% der Aufgaben automatisiert werden. Die Studie nennt vier Haupteinsatzgebiete für GenAI in der Verwaltung:

  1. Bürgerorientierte Kommunikation mit Chatbots
  2. Inhaltszusammenfassungen und kontextabhängige Automatisierung von Verwaltungsaufgaben
  3. Generierung (kreativer) neuer Inhalte
  4. Einsatz in der Softwareentwicklung

KI: Beispiele für Einsatz in der öffentlichen Verwaltung

In Singapur werden 50% der Bürgeranfragen durch Chatbots beantwortet, in Großbritannien konnten 230.000 Arbeitsstunden pro Jahr eingespart werden. Deutliche Entlastung beim Fachkräftemangel möglich Besonders vielversprechend ist das Potenzial zur Linderung des Fachkräftemangels.

Der aktuelle Bedarf von 550.000 Vollzeitkräften in der deutschen Verwaltung könnte durch den flächendeckenden Einsatz von GenAI um bis zu einem Drittel reduziert werden. Das entspräche 165.000 Vollzeitkräften. Vor allem die Steuer- und Kommunalverwaltungen würden davon profitieren. Die Studie betont, dass GenAI die Arbeit der Verwaltung unterstützen und den Fachkräftemangel abfedern kann, ohne menschliche Arbeitskräfte vollständig zu ersetzen.

Umfrage in der öffentlichen Verwaltung zum Einsatz von KI

Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst nutzen künstliche Intelligenz, wie eine aktuelle Umfrage von oeffentlicher-dienst-news.de unter 370 Angestellten und Beamten zeigt. Fast die Hälfte der Befragten hat in den vergangenen Monaten mit KI-Tools wie ChatGPT und Co. Erfahrungen gemacht. Anfang vergangenen Jahres war es noch eine viel bestaunte Neuheit – mittlerweile ist Künstliche Intelligenz wie ChatGPT an vielen Arbeitsplätzen offenbar ein gut und gerne genutztes Tool – auch im öffentlichen Dienst. Laut einer Umfrage vom „Öffentlicher Dienst News“ hat fast die Hälfte der Befragten (48,8 Prozent) in den vergangenen zwölf Monaten Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz genutzt.

Anzeige:  KI-Webinar: Einführung in Künstliche Intelligenz – Anwendungsbeispiele für ChatGPT und Co. am 18. Juni 2024

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Geantwortet haben in der nicht repräsentativen Umfrage rund 370 Nutzerinnen und Nutzer dieser Webseite. Über die Hälfte der Befragten war dabei in der Öffentlichen Verwaltung tätig (52,1 Prozent); weitere in Wissenschaft und Hochschule (11 Prozent), Polizei und Justiz (8,8 Prozent) Schule und Bildung (8,3 Prozent).

ChatGPT: Mehrheit nutzt es privat

Gefragt wurde zudem, wer konkret ChatGPT nutzt. Die meisten nutzten das Sprachmodell des US-Startups OpenAI bisher nur privat (39,1 Prozent), jeder dritte allerdings auch schon privat und dienstlich, und einige Befragte sogar nur dienstlich.

Das Tool kann Arbeiten erleichtern: Mit einer spezifischen Fragestellung – im Fachjargon Prompt – kann ChatGPT vielfältige Aufgaben erledigen, wie Briefe oder Emails schreiben und Texten zusammenfassen. Es kann aber auch komplexe Recherchen durchführen oder beim Brainstormen helfen. Durch den Einsatz können vor allem Routinearbeiten schneller erledigt werden, wie Texte für die Öffentlichkeitsarbeit. Im Bildungsbereich hat ChatGPT es mittlerweile zu einer zweifelhaften Berühmtheit geschafft: Schüler und Studierende nutzen die KI, um Hausarbeiten zu schreibe, Schulleitungen suchen entsprechend nach Lösungen, wie damit umgegangen werden soll.

Landesverwaltung Baden-Württemberg testet Künstliche Intelligenz

Auch für den öffentlichen Dienst könnten KI-Anwendungen in Zukunft beruflich wichtig werden. In Baden-Württemberg können Mitarbeitende der Landesverwaltung bereits einen KI-basierten Textassistent namens F13 nutzen, entwickelt vom deutschen Startup-Unternehmen Aleph Alpha. F13 kann Texte zusammenfassen, Vorlagen aus Texten erstellen und Recherchen durchführen, in diesem Fall auch durch das Durchforsten von Parlamentsdokumenten. Auch die Bundesregierung prüft, ob und wie KI- Sprachmodelle (Large Language Models, danach funktioniert auch ChatGPT) in der Verwaltung künftig genutzt werden kann. Allerdings fehlen den Bundesbehörden laut Bundesrechnungshof (Bericht vom März 2023) bislang Strategien, Pläne und Konzepte dafür – Ausnahmen sind einige „Leuchtturmbehörden“.

Umfrage öffentliche Verwaltung: Einsatz von KI mehrheitlich kein Thema

Der Weg zu einem umfänglichen Einsatz von KI ist nicht nur deshalb noch weit – der Hype um ChatGPT heißt nicht, dass alle das Tool überhaupt kennen. Rund ein Viertel der Antwortenden kennt ChatGPT bisher nicht. Und laut der Umfrage ist der dienstliche Einsatz von KI wie ChatGPT in den Behörden bei fast 60 Prozent derzeit kein Thema. Das könnte gute Gründe haben: Mit der Anwendung von KI in Behörden sind immerhin zahlreiche Fragen verbunden, darunter der Datenschutz, Schutz der Dienstgeheimnisse und Mitbestimmungsrechte. Bisher gibt es keine konkreten Regeln für den Einsatz von KI. Die EU hat deswegen unlängst ein Gesetzespaket geschnürt, den Artificial Intelligence Act (AIAct), mit dem vor allem KI-Entwickler zu Auflagen verpflichtet werden. Deshalb gilt bei jeder Nutzung von KI-Tools: Sensible, private und dienstliche Daten und Informationen sollten auf keinen Fall in KI-Tools eingegeben werden.

15 Prozent der Befragten nutzen ChatGPT dauerhaft

Diejenigen Befragten, die ChatGPT bereits nutzen, sind damit zumindest teilweise zufrieden, weil die KI manche Aufgaben löst. So antworteten fast die Hälfte der Befragten (rund 44 Prozent). Einige (15 Prozent) setzen das Tool schon fortlaufend ein, um Aufgaben zu bearbeiten.

ChatGPT zu nutzen, ist zwar auf den ersten Blick einfach. Um das ganze Potenzial zu entfalten, sind allerdings gezielte Fragestellungen und Strategien sinnvoll. Je genauer die Frage ist, desto besser fällt die Antwort aus. Längst hat ChatGPT einen Leitfaden erstellt (nur auf englisch), wie man die Prompts am besten stellt. Vor allem bei Recherche gilt dabei allerdings, dass das Ergebnis danach sorgfältig überprüft werden sollte – ChatGPT ist zwar in der Lage, sogar relativ aktuelle Informationen zu erfassen, schreibt aber zwischendurch auch gerne mal Unsinn oder dichtet Fehler in Texte.

Jobverlust im öffentlichen Dienst: Keine Angst vor KI

Wenige der Befragten machen sich derzeit Sorgen, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz sie ihren Job kosten könnte. Rund 84 Prozent antworten laut Umfrage, dass sie nicht damit rechnen.

Ob, wo und wieviel Arbeitsplätze Künstliche Intelligenz kosten könnte, ist derzeit noch unklar. Erste Analysen besagen, dass Berufe mit einem hohen Maß an persönlicher Interaktion und nicht-routinemäßigen physischen Aufgaben (z.B. in der Krankenpflege) am wenigsten durch KI beeinflusst werden. Jobs wie Datenerfassung allerdings könnte eine zukünftige KI übernehmen, oder auch die Entwicklung von Software.

Zu der Frage nach Arbeitsplätzen gehört, dass derzeit immer neue KI-Tools entstehen – und die neuesten nicht in die Berechnungen einfließen. So gab es zunächst nur wenige KI-Tools, die täuschend echt wirkende Fotos erstellen können, wie das Tool Midjourney – eines der berühmtesten Bilder ist der Papst in einer weißen Daunenjacke. Mittlerweile gibt es KI-Tools, die ganze Filmsequenzen erstellen können, und damit auch Einfluss auf die Filmbranche haben können.

Gute technische Ausstattung im öffentlichen Dienst

Gefragt wurde in der Umfrage auch nach der technischen Ausstattung am Arbeitsplatz. Immerhin bewertet fast die Hälfte der Befragten diese als gut oder befriedigend; gut jeder zehnte wertet die Ausstattung sogar als sehr gut. Das relativ gute Ergebnis korreliert wahrscheinlich mit der Ausstattung ziemlich neuer Computer: Bei der Hälfte der Befragten sind die PCs zwischen zwei und vier Jahre alt, zusätzlich gut zwölf Prozent haben sogar PCs, die jünger als ein Jahr sind. Fast alle Befragten arbeiten an Computern und mit dem Internet; die Mehrheit allerdings auch immer noch mit Papier und Akten (rund 77 Prozent). An fast jedem dritten Arbeitsplatz steht sogar noch ein Gerät, das viele jüngere Menschen gar nicht mehr kennen: Ein Faxgerät.

Karriere: New Work & Digitalisierung im öffentlichen Dienst

Ratgeber und Nachrichten

KI-Tools für den beruflichen Alltag

Automatische Übersetzung

Das Kölner Start-up-Unternehmen DeepL wird als bessere Alternative zum Übersetzer von Google gehandelt. Nicht alle sind sich in diesem Punkt einig. Klar ist aber: Das analoge Wörterbuch hat ausgedient. Vom Rezept, über den Songtext bis hin zur ganzen Website lässt sich heute alles im Bruchteil einer Sekunde per Klick übersetzen. Während DeepL zumindest teilweise kostenlos sieben Sprachen übersetzt, kann der Übersetzer von Microsoft Bing 60 und Google sogar 103 verschiedene Sprachen. Die beiden letzteren ohne Bezahlfunktionen und dementsprechend uneingeschränkt. Die hohe Qualität von DeepL, vor allem für bestimmte Sprachkombinationen, soll an dem neuronalen Netz liegen, das dem Übersetzungssystem zu Grunde liegt. Nicht einzelne Wörter, sondern ganze Sätze werden hier übersetzt.

Fakt ist, dass auch die beste automatische Übersetzung nicht mit der eines Menschen mithalten kann. Während die Übersetzungs-KI bei technischen Texten recht gut abschneidet, kommt ein unverständliches Kauderwelsch heraus, sobald es um Metaphern, Redewendungen, Synonyme, Emotionen, Poesie oder landesspezifische Eigenheiten geht. Deshalb sind automatische Übersetzungen hervorragend, um den Sinn einer Website in einer fremden Sprache zu verstehen, Rohübersetzungen zu machen oder Verständigungsbarrieren im Alltag zu überwinden. Sie sind aber vollkommen ungeeignet, um kommerzielle Texte, Literatur oder Kunst mit ausreichender Qualität zur Veröffentlichung zu übersetzen.

Die automatische Übersetzung im öffentlichen Dienst

Globalisierung und Europäisierung fordern auch vom öffentlichen Dienst zunehmend Mehrsprachigkeit.

Ein Lächeln entlockt die Tatsache, dass die öffentliche Verwaltung eine automatische Übersetzung benötigt, die das Beamtendeutsch in einfach verständliche Sätze in deutscher Sprache umwandeln soll. Vielleicht wäre es hier naheliegender, direkt die ursprüngliche Formulierung zu überdenken und die öffentliche Verwaltung wieder menschlicher zu gestalten. Momentan wird aber lieber darüber nachgedacht, die künstliche Intelligenz zu Hilfe zu nehmen.

Aber zurück zur Globalisierung: Während Mehrsprachigkeit in der Vergangenheit ein Thema von Staaten wie Belgien oder der Schweiz war, lässt sich das Sprachproblem heute in Deutschland nicht mehr mit einem lapidaren „Die Amtssprache ist Deutsch“ abwiegeln. Mehrsprachigkeit ist in vielen Bereichen der Verwaltung Alltag geworden. Beispielsweise bei der grenzüberschreitenden Umweltprüfung und der Europäischen Verwaltungszusammenarbeit. Mehrsprachige Kommunikation, heute durch KI unterstützt, wahrt Menschenrechte und die Interessen von Minderheiten.

Und mit den derzeit 24 Amtssprachen in der EU ist Kommunikation mehr denn je zur Priorität geworden. Davon spricht auch Erwägungsgrund 19a des Vorschlags für eine Verordnung zur Aufstellung des Programms „Digitales Europa“ für den Zeitraum 2021 bis 2027 in der ersten Lesung des Europäischen Parlaments am 13.11.2020. Hier heißt es, dass „die Entwicklung groß angelegter KI-basierter Sprachtechnologien wie automatisierte Übersetzung, Spracherkennung, Massendaten-Textanalyse, Dialog- und Fragenbeantwortungssysteme unabdingbar [ist], um sprachliche Vielfalt zu bewahren, Exklusivität sicherzustellen und die zwischenmenschliche sowie die Mensch-Maschine-Kommunikation zu ermöglichen.“

KI-basierter Sprachtechnologie unterstützt damit wichtige gesellschaftliche Ziele und ist von weitreichender Bedeutung in der Zukunft.

Zu den bereits aktiven öffentlichen Angeboten gehört eTranslation. Es handelt sich um einen Baustein des Connecting Europe Facility (CEF) Programms. Die EU-Finanzierungseinrichtung für strategische Investitionen in Verkehr, Energie und digitale Infrastruktur baut auf einem KI-System der Europäischen Kommission auf. Diese Bausteine können in verschiedenen Kontexten beliebig wiederverwendet werden und stehen sowohl staatlichen Stellen als auch Unternehmen zur Verfügung. Die deutsche Verwaltung hat sich zur Rohübersetzung des Steuerformulars von dem System helfen lassen. Die Endbearbeitung solcher Übersetzungen bleibt aber weiterhin in Menschenhand.

Die Weltorganisation für Geistiges Eigentum (World Intellectual Property Organization, kurz: WIPO) hat sogar selbst eine öffentlich verfügbare Übersetzungsmaschine eingerichtet. Sie ist auf die Übersetzung von Patenten spezialisiert.

Und das Auswärtige Amt hat den EU Council Presidency Translator veröffentlicht. Entwickelt wurde er von Tilde und basiert auf Übersetzungen von DeepL, dem DFKI und dem schon genannten eTranslation-Tool. Der kostenlose automatische Übersetzer verdaut sowohl normalen Text als auch verschiedene Dokument-Formate.

In einer ausführlichen Studie setzen sich Christian Djeffal und Antonia Horst mit Künstlicher Intelligenz und Übersetzung in der öffentlichen Verwaltung auseinander. Ein absoluter Lesetipp für Interessierte!

Bildgeneratoren

Midjourney

Midjourney ist ein kleines, unabhängiges Forschungslabor in den USA mit nur elf Vollzeit-Mitarbeitern. Unter der Führung von David Holz, der in der Vergangenheit Forscher bei der NASA und Berater für das Max Planck Institut war, gedeiht auch das gleichnamige KI-Tool zur Bildgenerierung. Die Anmeldung für Midjourney geschieht über den Account auf der Chat-Plattform Discord. Momentan ist der Service nicht kostenlos verfügbar, doch mit einem Monatsabo von 7,50 Euro wird die „Kunst“ von der Künstlichen Intelligenz erstellt, und zwar per Sprachkommando, auch auf Deutsch. Das Generieren der Bilder macht nicht nur viel Spaß als Freizeitbeschäftigung, sondern hat auch einige praktische Anwendungen. Für die Öffentlichkeitsarbeit werden ständig neue Bilder gebraucht. Der öffentliche Dienst ist da keine Ausnahme.

  1. Pressearbeit: die generierten Bilder begleiten Pressemitteilungen und Kommunikationen, auch auf Social Media.
  2. Websites: Banner und Grafiken, die Angebote und Dienstleistungen im öffentlichen Dienst visuell unterstreichen, wecken das Interesse der Website-Besucher.
  3. Anzeigen: Es ist bewiesen, dass Bilder die Aufmerksamkeit der Leser eher auf sich ziehen als geschriebener Text allein. Jobinserate, Kommunikationen und Anzeigen aller Art lassen sich gut durch KI-generierte Bilder ergänzen.

Das coole Tool aus den USA kann auch eigene Bilder in die generierten Kreationen einbauen.

Dall-E

Ein weiterer Service für KI-generierte Bilder ist der Image Creator von Microsoft. Die neue Technologie ist ideal für Pressesprecher und Social Media-Manager, die ständig auf der Suche nach neuen Inhalten sind. Mit Dall-E werden die Bilder direkt im Browser Microsoft Edge erstellt, Voraussetzung ist das Betriebssystem Windows 10 oder Windows 11. Auch hier wird der KI per Sprachkommando, dem sogenannten „prompt“ erklärt, wie das gewünschte Bild aussehen soll. Bing Image Creator versteht momentan nur Englisch. Die Rechenzeit kann durch die „Microsoft Rewards“ beschleunigt werden, so entstehen mehr Bilder in kürzerer Zeit.

Beautiful.ai

Mit Beautiful.ai werden per Sprachkommando Folien mit wunderschönem Layout für Präsentation erstellt. Zitate, Wordclouds, Grafiken, Tabellen, Listen oder Kollagen mit Bildunterschriften: Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Der Designer-Bot macht allen das Leben leichter, die Präsentation erstellen und in Teams arbeiten. Nach einer vierzehntägigen kostenlosen Probezeit gibt es das Basis-Abo für 12 $ pro Monat.

Wer fürchtet sich vor der KI?

Künstliche Intelligenz ist zurzeit in aller Munde. Trotzdem hat uns das plötzliche Aufkommen der neuronalen Netzwerke in so vielen Bereichen des Alltags in gewisser Weise ins kalte Wasser geworfen. Wir sind noch weitgehend unvorbereitet, um mit den immensen Möglichkeiten der zahlreichen Anwendungen effizient umzugehen. Gleichzeitig müssen wir auch lernen, wo die KI ihre Grenzen hat. Moralische Fragen, urheberrechtliche Probleme und Qualitäts-Mankos sind noch sehr zahlreich und bei Weitem nicht geklärt.

Vor allem im öffentlichen Dienst gilt es die Risiken dieser KI-Tools genau abzuwägen. Vieles ist bisher kaum geregelt. Vor allem bei der Nutzung von Software von US-Unternehmen oder anderen Staaten außerhalb der Europäischen Union ist Vorsicht geboten.

*Bitte beachten: In diesem Beitrag werden KI-Tools vorgestellt, die aktuell sehr gefragt sind. Bitte informieren Sie sich unbedingt vor dem dienstlichen Einsatz bei Ihren Vorgesetzten, der IT-Abteilung ihrer Behörde und den zuständigen Beauftragten für den Datenschutz über Chancen und Grenzen dieser Technologien. Beachten Sie zudem, dass Sie beim Nutzen und Anwenden dieser Software KEINE persönlichen oder dienstlichen Daten eingeben!

Foto: Midjourney / ÖDN

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