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Öffentlicher Dienst: Tarifverhandlungen 2023 laufen – Forderung 10,5 Prozent mehr Gehalt

Tarifverhandlung öffentlicher Dienst

Die TVöD-Tarifverhandlungen 2023 haben begonnen. Die erste Runde ist ohne Ergebnis beendet worden. ver.di will 10,5 Prozent mehr Gehalt. Die Arbeitgeber lehnen die Forderung als zu hoch ab. Wo und wann finden Warnstreiks statt? Welche Themen stehen noch im Fokus?

 Umfrage öffentlicher Dienst 2023: Was ist Beamten und Angestellten wichtig?

Inhalt

Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst 2023: Die Fakten

  • Erste Verhandlungsrunde ohne Ergebnis beendet
  • TVöD-Tarifrunde öffentlicher Dienst Bund und Kommunen
  • Tarifverhandlungen beginnen am 24. Januar 2023 in Potsdam
  • 2,5 Millionen Menschen arbeiten bei Bund und Gemeinden
  • Großteil sind Angestellte im kommunalen Dienst
  • ver.di und Co. fordern 10,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens 500 Euro
  • ver.di fordert eine kurze Laufzeit des neuen Tarifvertrags von zwölf Monaten
  • Das Ergebnis soll im Anschluss zeit- und wirkungsgleich auf Beamte, Richter, Soldaten und Pensionäre des Bundes übertragen werden
  • Kommunale Arbeitgeber warnen vor Milliarden Kosten
  • Bundesinnenministerin Nancy Faeser ist zuversichtlich

Alle Fakten zur TVöD-Tarifrunde im öffentlichen Dienst: Jetzt kostenlosen Newsletter abonnieren

Erste Runde der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst ohne Ergebnis beendet

Die erste Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst ist ergebnislos beendet worden. Gewerkschaften und Arbeitgeber geben zu Protokoll, dass die Gespräche in sachlicher Atmosphäre stattgefunden haben. Der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke kommentiert: „Ein positives Signal an die Beschäftigten ist leider ausgeblieben. Die materiellen Sorgen und die Überlastungssituation im öffentlichen Dienst werden zwar zur Kenntnis genommen, bleiben aber ohne Lösungsvorschläge. Das wird nicht reichen.“ ver.di will 10,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens 500 Euro.

Die Probleme der Kolleg*innen im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen ließen sich nicht mit freundlichen Worten und ständigen Verweisen auf die Kassenlage heilen. „Ob Pandemie oder die Folgen des Krieges in der Ukraine – der öffentliche Dienst ist gefordert wie nie: Die Belegschaften werden sich in dieser Tarifrunde nicht mit warmen Worten abspeisen lassen“, kündigte Werneke. Mehr als 335.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes unterstützen schon jetzt die ver.di-Forderung: „Die Arbeitgeber sind gut beraten, diese Botschaft ernst zu nehmen“, sagte Werneke. Diese haben kein Gegenangebot vorgelegt.

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Kommunale Arbeitgeber wollen sich bei Tarifverhandlung für mittlere und höhere Entgeltgruppen einsetzen

Zum Verhandlungsauftakt haben die kommunalen Arbeitgeber deutlich auf die schwierige derzeitige Lage der Kommunen und kommunalen Einrichtungen und Unternehmen hingewiesen und bekräftigt, dass sie für konstruktive Lösungen zur Verfügung stehen und an eine Einigung in der dritten Tarifrunde glauben. Zudem haben sie eigene Schwerpunkte in die Verhandlungen eingebracht: „In der diesjährigen Tarifrunde werden wir uns für Lösungen angesichts des Fachkräftemangels starkmachen und uns damit vornehmlich auch für die mittleren und höheren Entgeltgruppen einsetzen“, so VKA-Präsidentin Karin Welge.

Besonders der hohe Mindestbetrag von 500 Euro sei aus Arbeitgebersicht das falsche Signal. „Die kommunalen Arbeitgeber brauchen insbesondere verstärkt Personal, das Leitungsaufgaben und Führungsverantwortung übernimmt“, ergänzt Niklas Benrath, Hauptgeschäftsführer der VKA.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser hatte sich vor Beginn der Verhandlungen zu Wort gemeldet. Sie betont: „Die Forderungen der Gewerkschaften sind hoch und sie treffen auf eine angespannte Haushaltslage, insbesondere auch in den Kommunen. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir am Verhandlungstisch gemeinsam mit den Gewerkschaften am Ende zu einer fairen Einigung kommen werden.“

Tarifrunde öffentlicher Dienst 2023: ver.di-Forderungen im öffentlichen Dienst: 10,5 Prozent mehr Gehalt

Am 11. Oktober haben ver.di und dbb Beamtenbund die Tarifforderungen für die Verhandlungen im öffentlichen Dienst vorgestellt. ver.di fordert für die rund 2,5 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen eine Anhebung der Einkommen um 10,5 Prozent, mindestens aber 500 Euro monatlich bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten. Konkret sehen die ver.di-Forderungen folgendermaßen aus:

Zentrale ver.di-Forderungen: Entgelterhöhungen im öffentlichen Dienst

  • Die Tabellenentgelte der Beschäftigten sollen um 10,5 Prozent, mindestens aber um 500 Euro, monatlich erhöht werden.
  • Die Entgelte der Auszubildenden, Studierenden und Praktikantinnen / Praktikanten sollen um 200 Euro monatlich erhöht werden.
  • Die Laufzeit der Regelungen soll 12 Monate betragen

ver.di-Forderung für Auszubildende und Praktikantinnen / Praktikanten

  • Unbefristete Übernahme der Auszubildenden nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung.

ver.di-Erwartungen an die Arbeitgeber

  • Die Regelungen zur Altersteilzeitarbeit werden verlängert.

ver.di-Forderung an die Arbeitgeber bei Bund und Kommunen

  • Das Tarifergebnis wird auf Beamte übertragen: Der Bund wird aufgefordert, das Verhandlungsergebnis zeit- und wirkungsgleich auf die Beamten, Richter, Soldaten sowie Versorgungsempfänger zu übertragen.

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Wann finden die Tarifverhandlungen 2023 im öffentlichen Dienst statt?

Auf ein Tarifergebnis müssen die Beschäftigten im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen noch etwas warten. Der Auftakt der Verhandlungen ist erst für Ende Januar 2023 gesetzt. Bisher sind drei Runden geplant. ver.di teilt folgende Termine mit:

1. Runde: 24. Januar 2023 (Potsdam) – ohne Ergebnis beendet
2. Runde: 22. und 23. Februar 2023 (Potsdam)
3. Runde: 27. und 28. März 2023 (Potsdam)

Warnstreik-Map: Wo und wann wird im öffentlichen Dienst gestreikt?

  • ver.di hat Beschäftigte in Berlin von Vivantes und der Charité, der BSR, der Wasserbetriebe, der Hochschule für Technik und Wirtschaft und des Studierendenwerks Berlin zu einem gemeinsamen Warnstreiktag am Donnerstag, dem 9. Februar 2023 aufgerufen.Am Warnstreiktag werden sich die Streikenden zu einer zentralen Kundgebung treffen. In der Zeit von 08:30 Uhr bis 9.30 Uhr findet eine Kundgebung in der Nähe des Abgeordnetenhauses vor Beginn der Plenar-Sitzung (Wilhelmstr.) statt, die Abgeordneten der demokratischen Parteien sind eingeladen, die Kundgebung zu besuchen und sich den Forderungen zu stellen. Ab ca. 9.30 Uhr beginnt eine Streik-Demonstration, die über die Kochstraße – Oranienstr. – den Moritzplatz – zum Oranienplatz führt, wo in der Zeit ab ca. 10.30 Uhr eine Abschlusskundgebung stattfindet. ver.di erwartet zu den Kundgebungen und der Demonstration ca. 3.000 Teilnehmende. Die Beschäftigten Berliner Senats- und Bezirkseinrichtungen sind allerdings nicht augerufen, sie werden nach dem Tarifvertrag der Länder bezahlt.

Intensive Tarifverhandlungen: Flächenstreiks im öffentlichen Dienst nicht ausgeschlossen

Der dbb-Vorsitzende Ulrich Silberbach sieht den öffentlichen Dienst vor intensiven Tarifverhandlungen. „So wie ich die Äußerungen der Arbeitgeber gerade deute, wird es nicht bei den obligatorischen Warnstreiks bleiben“, sagte Silberbach der „Rheinischen Post“. Er betonte mit Blick auf die Arbeitgeber: „Denn wenn sie weiter derart auf der Bremse stehen, womöglich selbst noch mit Forderungen auf uns zukommen, schließe ich Flächenstreiks nicht aus. Dann wird es richtig ungemütlich.“ ver.di geht von einer hohen Bereitschaft zum Streik der Beschäftigten aus.

Öffentlicher Dienst: „Lockdown“ durch flächendeckende Streiks

Wie hoch die Bereitschaft für Streiks ist, zeigen erste Aktionen etwa bei der Bundesagentur für Arbeit. Im Konflikt um eine bessere Bezahlung haben die Beschäftigten der Bundesagentur für Arbeit (BA) Ende Januar vor der Zentrale der Behörde in Nürnberg protestiert. Am 31. Januar haben mehr als 700 Beschäftigte ihrem Ärger über den Start der Verhandlungen über den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) mit einem Warnstreik und Demonstrationen zum Ausdruck gebracht. Die Arbeitgeber, VKA und Bundesinnenministerium, hatten zur ersten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt. Für den Haustarifvertrag der BA ist der TVöD richtungsweisend, die Ergebnisse werden auch auf die dortigen Beschäftigten übertragen.

Mit Blick auf den weiteren Verlauf der Tarifverhandlungen hatte Ulrich Silberbach vom Beamtenbund mit einem „Lockdown“ durch flächendeckende Streiks gedroht. „Ein solcher harter Arbeitskampf droht, wenn die Arbeitgeber nach drei Verhandlungsrunden kein Angebot vorlegen. Dann reichen Nadelstiche, also Warnstreiks, nicht mehr aus“, sagte Silberbach der „Augsburger Allgemeinen“. „Dann droht ein Arbeitskampf, also ein Lockdown für den öffentlichen Dienst. Dann bleiben Straßenbahnen stehen, Kitas zu, und der Müll bleibt liegen. Dann wird es ungemütlich in diesem Land.“

Die Tarifverhandlungen 2023 im öffentlichen Dienst wird für Diskussionen sorgen. Das erste Mal seit langer Zeit gehen die Gewerkschaften mit einer zweistelligen Tarifforderungen in die TVöD-Verhandlungen. ver.di fordert für die rund 2,5 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen eine Anhebung der Einkommen um 10,5 Prozent, mindestens aber 500 Euro monatlich bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten.

Statistik: So werden die Angestellten im öffentlichen Dienst eingruppiert und bezahlt

Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, wie die Angestellten bei Bund, Kommunen und Sozialversicherungen aktuell eingruppiert sind. Im kommunalen Dienst sind es vor allem die Entgeltgruppen E2, E5, E6, E8, E9a und E9b, nach denen ein Großteil im öffentlichen Dienst bezahlt wird.

Arbeitnehmer Bund Kommunen Sozialversicherungen
Außertariflich, E15Ü   510  6 475  2 325
E15  1 125  8 705  5 265
E14  5 465  18 840  3 765
E13  9 295  17 515  5 770
E12  6 220  27 565  8 215
E11  9 075  59 235  27 110
E10  4 770  64 810  14 420
E9c  4 060  58 995  65 455
E9b  5 660  105 345  15 430
E9a  12 525  102 975  35 320
E8  11 170  253 260  34 640
E7  9 180  56 040  3 250
E6  24 565  152 240  52 960
E5  18 710  170 255  12 015
E4  5 240  64 305   765
E3  13 320  46 240  5 670
E2, E2Ü   640  77 755  2 855
E1   10  25 470   485
Beschäftigte in der Pflege   880  65 285  1 660
Sonstige  6 520  31 455  37 975
in Ausbildung  6 350  56 300  13 345
Arbeitnehmer zusammen  155 285 1 469 060  348 700

Quelle: Statistisches Bundesamt 2021

 

Tarifforderung Öffentlicher Dienst: 200 Euro mehr für Auszubildende

Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 200 Euro monatlich angehoben werden. Das hat die Bundestarifkommission der Gewerkschaft beschlossen. Das Ergebnis soll später zeit- und wirkungsgleich auf Beamtinnen und Beamte, Richterinnen und Richter, Soldatinnen und Soldaten sowie Versorgungsempfängerinnen und -empfänger übertragen werden.

ver.di-Tarifforderung öffentlicher Dienst: 10,5 Prozent mehr Gehalt für enorme Arbeitsleistung

Ver.di betont die enormen Belastung, denen die Beschäftigte durch vielen Krisen ausgesetzt sind: die Beschäftigten im öffentlichen Dienst müssen zahlreiche zusätzliche Aufgaben übernehmen, beispielsweise in Verbindung mit Geflüchteten oder pandemiebedingte Aufgaben. Das führe in Kombination mit der ohnehin angespannten Personalsituation zu massiven Arbeitsbelastungen. Zu wenig Neueinstellungen würden die Situation zusätzlich verschärfen. Es gebe nicht nur einen Mangel an Arbeitskräften in einzelnen Bereichen, sondern im öffentlichen Dienst würde es bis 2030 einen Personalbedarf von rund einer Million Beschäftigten geben. Im Wettbewerb mit privaten Unternehmen sei der öffentliche Dienst bei der Arbeitskräftegewinnung aufgrund der Bezahlung und der Arbeitsbedingungen jedoch häufig nicht attraktiv genug. Darum sollen die Entgelte deutlich steigen.

10 Gründe, warum Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst so wichtig sind

Vor rund 18 Jahren ist der TVöD im öffentlichen Dienst zum erstmals verhandelt worden. Ein paar Fakten zum zweitgrößten Flächentarifvertrag in Deutschland (nach dem Tarifvertrag in der Metall- und Elektroindustrie):

✅ Rund 2,8 Millionen Menschen werden nach den Konditionen des TVöD bezahlt. Der Tarifvertrag wird auch von vielen privaten Arbeitgebern übernommen, etwa von privaten Kita-Betreibern und Co.

✅ Neben den Entgelten für die kommunalen Verwaltungsangestellten werden auch die Grundsätze für Pflegebeschäftigte, Angestellte bei Sparkassen, an kommunalen Flughäfen oder in den Kitas geregelt.

✅ Insgesamt beinhaltet die Entgeltordnung zum TVöD Tätigkeitsmerkmale für mehr als 1000 Berufsbilder.

✅ Der TVöD gilt sowohl für die Kommunen als auch für den Bund. Allerdings nicht für Angestellte der Länder.

✅ Die letzten Gehaltssteigerungen gab es zum 1. April 2021 um 1,4 Prozent und zum 1. April 2022 um 1,8 Prozent.

✅ In der Regel ist das Tarifergebnis auch für die Bundesbeamten sowie die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr übernommen worden. Allerdings wird die Beamtenbesoldung per Gesetz nach den Tarifverhandlungen geregelt.

✅ Die erste TVöD-Verhandlungsrunde findet am 24. Januar 2023 in Potsdam statt.

✅ Neben ver.di verhandeln auf der Gewerkschaftsseite GEW, IG BAU, GdP und der Beamtenbund.

✅ Für die Arbeitgeber verhandeln die Bundesvereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und das Bundesinnenministerium.

✅ Seit 2005 hat es acht Tarifrunden im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen gegeben.

Öffentlicher Dienst: Tarifverhandlungen im Wechsel

Der TVöD gehört mit zu den mächtigsten Tarifverträgen in Deutschland, da er für rund 2,8 Millionen Beschäftigte Arbeits- und Entgeltbedingungen regelt. In den vergangenen Jahren haben sich die Verhandlungen für Bund und Kommunen (werden zusammen verhandelt) und der Länder abgewechselt. Laut Hans-Böckler-Stiftung betreffen die Tarifverhandlungen von Bund und Kommunen auch folgende öffentliche Institutionen, in den der TVöD gilt:

  • öffentlicher Dienst Bund und Gemeinden,
  • Versorgungsbetriebe (TV-V),
  • Bundesagentur für Arbeit,
  • DRV Bund,
  • TgDRV,
  • Knappschaft-Bahn-See,
  • Deutsche gesetzliche Unfallversicherung,
  • Bundeseisenbahnvermögen,
  • Sparten-TV „Nahverkehr“ Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern
  • die Tarifverträge für die Bundesbank,
  • den TV-Fleischuntersuchung und
  • den TV-V sowie den
  • TV-AVH.

Der Beamtenbund weißt zudem darauf hin: "Sollten nach der Einkommensrunde einzelne oder alle Tabellenwerte der TVöD-Tabelle oberhalb der Werte der Tabelle des Manteltarifvertrags für die Autobahn GmbH des Bundes (MTV Autobahn) liegen, so gelten die Werte auch für die Beschäftigten der Autobahn GmbH."

Tariferhöhung im öffentlichen Dienst

Vor rund 17 Jahren ist der TVöD erstmals verhandelt worden. Seitdem hat es acht Tarifrunde gegeben mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. In der Tabelle werden die Erhöhungen bzw. Nullrunden dargestellt. Für das exakte Datum der Tariferhöhung beachten Sie bitte die Quelldaten, die aus der Grafik in Excel heruntergeladen werden können.

Tabelle mit den Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst

Termin Entgeltsteigerung
01.10.2005 0
01.01.2008 3,10%
01.01.2009 2,80%
01.01.2010 1,20%
01.01.2011 0,60%
01.08.2011 0,50%
01.03.2012 3,50%
01.01.2013 1,40%
01.08.2013 1,40%
01.03.2014 3,00%
01.03.2015 2,40%
01.03.2016 2,40%
01.02.2017 2,35%
01.03.2018 2,85%
01.04.2019 2,81%
01.03.2020 0,96%
01.09.2020 0
01.04.2021 1,40%
01.04.2022 1,80%

Alle Angaben ohne Gewähr / Quelle: oeffentlicher-dienst.info

Tarifforderung Öffentlicher Dienst 2023: Inflationsausgleich für mittlere und untere Einkommen

„Die Inflationsentwicklung, Lebensmittel- und insbesondere Energiepreise reißen tiefe Löcher in die Haushaltskassen der Beschäftigten. Viele von ihnen wissen nicht, wie sie sich und ihre Familien über Wasser halten können, einige können ihre Mieten oder Heizkosten nicht mehr zahlen“, betont der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke. „Die Sicherung der Einkommen durch einen Inflationsausgleich, insbesondere für die Beschäftigten mit mittleren und eher niedrigen Einkommen, steht für uns im Zentrum der Tarifrunde.“ Sie würden durch die jetzige Inflation umso mehr getroffen werden, weil der Tarifabschluss 2020 pandemiebedingt zu Reallohnverlusten geführt hätte. ver.di führt die Tarifverhandlungen gemeinsam mit der GdP, der GEW, der IG BAU und dem dbb beamtenbund und tarifunion. Spannend ist die Frage, ob es es im Rahmen der Tarifverhandlungen auch um eine Inflationsprämie gehen wird. Aktuelle Tarifabschlüsse, etwa in der Metall- und Elektrobranche oder der Chemieindustrie haben gezeigt, dass kräftige Gehaltserhöhungen und eine Ausgleichszahlung von 3000 Euro möglich sind.

Bürgergeld und die Folgen für Tarifverhandlungen: Staat muss  Mindestabstandsgebot einhalten

Das geplante Bürgergeld sorgt für Diskussion - auch bei den anstehenden Tarifverhandlungen. Der dbb-Chef Ulrich Silberbach betont: „Der Staat kann es sich nicht erlauben, seine Bediensteten nur minimal besser zu behandeln als Grundsicherungsbezieher. Dazu gibt es inzwischen jede Menge höchstrichterliche Rechtsprechung. Bei der Bundespolizei sind Beschäftigte teils noch in A6 oder A7 eingruppiert, das bedeutet eine Grundvergütung von 2.500 beziehungsweise 2.600 Euro brutto im Monat. Durch das Bürgergeld wird der Druck noch größer werden, das Mindestabstandsgebot einzuhalten“, so der dbb Chef. Die Politik habe in den vergangenen Jahren 500 Milliarden Euro für die Krisenbewätigung - zu erst für Corona nun für die Energie- und Sicherheitskrise - bereitgestellt. 16 Milliarden Euro für den öffentlichen Dienst wären "nicht der Untergang des Abendlandes".

Arbeitgeber im öffentlichen Dienst: VKA mit Kritik, Innenministerium ist zuversichtlich

Die Arbeitgeber haben sich zu den Gewerkschaftsforderungen geäußert. Die Bundesvereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) kritisieren die Höhe der Forderungen. "Die Umsetzung der Gewerkschaftsforderungen sind in dieser Form schlicht nicht leistbar. Wir müssen dafür sorgen, dass Kommunen und kommunale Unternehmen handlungsfähig bleiben, auch und gerade in der Krise. Mit der Erfüllung der Gewerkschaftsforderungen wäre dies nicht mehr gegeben", so VKA-Präsidentin Karin Welge, die die Kommunen in den Verhandlungen vertreten wird. "Die Forderungen der Gewerkschaften überraschen in dieser Höhe und berücksichtigen nicht die schwierige finanzielle Lage der kommunalen Haushalte und Unternehmen. Die Mehrkosten für die geforderte Entgelterhöhung würden bei den kommunalen Arbeitgebern mit rund 15,4 Milliarden Euro ins Gewicht fallen." Sie warnt vor einer Lohn-Preis-Spirale. Betont allerdings, dass die kommunalen Arbeitgeber für konstruktive Verhandlungen bereitstünden.

Auch das Bundesinnenministerium, Arbeitgeber und Dienstherr der Angestellten und Beamten des Bundes, hat Stellung genommen. Bundesinnenministerin Nancy Faeser sagte: "Die nun verkündeten Forderungen der Gewerkschaften treffen bei Bund und Kommunen auf eine angespannte Haushaltslage. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir in den kommenden Tarifverhandlungen gute und sachgerechte Lösungen finden werden." Der öffentliche Dienst werde auch weiterhin ein sicherer und attraktiver Arbeitgeber bleiben, so Faeser.

Öffentlicher Dienst: Zukunftsthemen Arbeitszeit und Sonderzahlung im Fokus?

Eine Besonderheit der beiden letzten Tarifeinigungen (TVöD und TV Länder) war die Sonderzahlung an die Beschäftigten, die die Gewerkschaften für die Beschäftigten verhandelt haben. Die Frage lautet: Wird es für Bund und Kommunen eine Neuauflage eines Corona-Bonus geben, oder kommt eine Inflationsprämie? Zudem war bereits vor der Pandemie das Thema Arbeitszeit ein großes Thema für die Beschäftigten. Auf Druck der Gewerkschaften gab es einen Durchbruch in der Arbeitszeitangleichung Ost/West. Ab dem 1. Januar 2023 sinkt laut dem letzten Tarifergebnis die Ost-Arbeitszeit auf Westniveau.

TVöD-Tarifverhandlungen 2023: Mehr Gehalt, kürzere Arbeitszeit, Sonderzahlung?

Wie hoch soll die nächste Gehaltserhöhung im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen ausfallen? Wollen die Beschäftigten eine kürzere Arbeitszeit bei gleichem Gehalt? Und wird es wieder eine Sonderzahlung geben? Diese und viele andere Fragen könnten in den anstehenden Tarifverhandlungen um den TVöD 2023 / 2024 eine Rolle spielen.

TVöD-Tarifverhandlungen 2023: Viele Krisen, viel Arbeit, viel Stress

Die Aufgaben für die öffentliche Verwaltung vor allem auf kommunaler Ebene sind groß. Die Corona-Pandemie hat die Bürgerämter, Krankenhäuser, Kitas, Pflegeeinrichtungen, Jugendämtern, die kommunalen Entsorgungsunternehmen und Co. enorm gefordert. Nun müssen die Gemeinden und Landkreise vor Ort die Unterbringung der Flüchtlinge aus der Ukraine organisieren und für einen Winter vorsorgen, der für viele Menschen wegen der Energiekrise unangenehm werden kann. Es gilt: Diese Aufgaben erledigen die Beschäftigten neben ihrer regulären Arbeit. Auch die Coronapandemie kann Bund und Kommunen nochmal beschäftigten.

Öffentlicher Dienst Kommunen: Immer weniger Beschäftigte in der kommunalen Verwaltung

Im letzten Jahr sind rund zwei Prozent der Beschäftigten im öffentlichen Dienst in den Ruhestand gegangen. Seit Jahren kämpfen die öffentlichen Arbeitgeber um Fachkräfte, denn der Wettbewerb um passendes Personal ist härter geworden – gerade für ländliche Kommunen.

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