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So hoch ist das Durchschnittsgehalt in Deutschland 2026: Branchen, Bundesländer, Berufe

Durchschnittsgehalt Deutschland 2026
Durchschnittsgehalt Deutschland 2026: Wo man am besten verdient / Copyright: pexels.com

Wie hoch ist das Durchschnittsgehalt in Deutschland? In welchem Bundesland verdienen Sie am meisten? Und welche Branche ist am besten bezahlt? In dieser großen Übersicht erfahren Sie es. Wir analysieren das Durchschnittsgehalt, den Median, schlüsseln nach Männern und Frauen auf.

Das Durchschnittsgehalt zu kennen, ist wichtig. Es hilft abzuschätzen, ob beim eigenen Job Spielraum für Verhandlungen ist. Vielleicht steht auch ein Umzug an und Sie wollen sich über das neue Bundesland informieren. Doch es ist wichtig, sich die richtigen Werte anzuschauen und die passenden Schlüsse daraus zu ziehen. Denn es gibt etliche verschiedene Analysen mit unterschiedlichen statistischen Werten, Bezugsgrößen, Zeiträumen oder Branchen. Das eine Durchschnittsgehalt in Deutschland ist oft wenig aussagekräftig.

Durchschnittsgehalt Deutschland: 57 408 Euro

Ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer verdiente laut Statistischem Bundesamt im April 2025 (die aktuellsten Zahlen zu Redaktionsschluss im März 2026) durch­schnittlich 4784 Euro brutto im Monat. Das sind 57.408 Euro pro Jahr – ohne Sonderzahlungen, wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Die Branche mit dem höchsten Durchschnittseinkommen in Deutschland war im April 2025 laut Statistischem Bundesamt die Dienstleistungsbranche mit 4807 Euro. Allerdings gibt es innerhalb der Branche eine enorme Bandbreite. So sind die „Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen“ mit 6279 Euro und „Information und Kommunikation“ mit 6141 Euro besonders gut bezahlt. Zu der Branche zählt aber auch das „Gastgewerbe“, das mit durchschnittlich 3185 Euro brutto im Monat aber eher schlecht bezahlt ist. Weniger gibt es nur noch in der „Land- und Forstwirtschaft und Fischerei“ mit 3172 Euro.

Nutzen Sie einen Brutto-Netto-Rechner, um Ihr Gehalt zu ermitteln.

Durchschnittsgehalt Deutschland: Nominallöhne steigen, Reallohn auf Vorkrisenniveau

Der Nominallohnindex ist laut Statistischem Bundesamt im Jahresdurchschnitt 2025 um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der Index bildet die Entwicklung der Bruttomonatsverdienste von Arbeitnehmern ab. Auch Sonderzahlungen, wie etwa die Inflationsprämie oder der Pflegebonus werden dabei berücksichtigt. Damit setzt sich der positive Trend der Vorjahre fort.

Da die Verbraucherpreise im selben Zeitraum moderat um 2,2 Prozent stiegen, ergibt sich für das Jahr 2025 ein Reallohnplus von 1,9 Prozent. Nach den massiven Kaufkraftverlusten in den Krisenjahren 2020 bis 2023 nähert sich das Reallohnniveau mit 100 Punkten fast wieder dem Vorkrisenniveau von 2019 an (damals 100,5 Punkte auf Basis 2025=100).

Besonders profitierten im Jahr 2025 Geringverdienende und Auszubildende. Ihre Nominallöhne stiegen mit 6,0 Prozent bzw. 6,3 Prozent überdurchschnittlich stark an. Auch bei den Geschlechtern zeigte sich eine Dynamik zugunsten der Frauen. Deren Verdienste legten um 4,8 Prozent zu, während Männer ein Plus von 4,1 Prozent verzeichneten. Branchenseitig führten die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit einem Zuwachs von 5,7 Prozent die Tabelle an. Das verarbeitende Gewerbe bleibt mit einer Nominallohnsteigerung von 3,3 Prozent hinter der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Gehälter: Durchschnitt, Mittelwert oder Median – ein wichtiger Unterschied

Bei der Analyse von Gehaltsstudien ist eine präzise Unterscheidung der Begrifflichkeiten essenziell. Oft werden die Begriffe Durchschnitt und Mittelwert synonym verwendet. Tatsächlich bezeichnen sie statistisch dasselbe: das arithmetische Mittel. Die Berechnung ist simpel. Man addiert die Gehälter aller betrachteten Personen und teilt die Gesamtsumme durch die Anzahl der Köpfe.

Durchschnittsgehalt in Deutschland: Die Problematik der Ausreißer

Die folgende Beispielrechnung verdeutlicht, wie der Mittelwert durch extrem hohe oder niedrige Gehälter beeinflusst wird.

Durchschnittsgehalt Deutschland: Einfache Rechnung mit Ausreißern

Paul 3500
Ina 2700
Edgar 4200
Erika 3800
Harry 1500
Zusammen 15700
Mittelwert 3140

Eigene Berechnung

Diese Rechnung zeigt die Schwäche des Durchschnittswerts. Sogenannte statistische Ausreißer verzerren das Bild. In unserem Beispiel liegt der Durchschnitt bei 3.140 Euro – ein Wert, in dem sich Harry mit seinem Gehalt von 1.500 Euro kaum repräsentiert sieht. Da die Gehaltsschere in Deutschland in den letzten Jahren weiter auseinandergegangen ist, liefert der reine Durchschnitt oft ein zu optimistisches Bild der Einkommensrealität, insbesondere für Beschäftigte im Niedriglohnsektor.

Der Median: Ein realistischerer Blick auf die Mitte

Ein differenzierteres Bild der Gehaltsstrukturen liefert der Median (auch Zentralwert genannt). Der Median ist genau der Wert, der eine Datenreihe in zwei gleich große Hälften teilt: Eine Hälfte der Personen verdient mehr, die andere Hälfte weniger als diesen Betrag.

In unserer Beispielgruppe ergibt sich folgende Sortierung:

Edgar 4200
Erika 3800
Paul 3500
Ina 2700
Harry 1500
Median 3500

Eigene Berechnung

Der Median liegt hier bei 3.500 Euro. Während der Mittelwert durch das niedrige Gehalt von Harry nach unten gezogen wurde, zeigt der Median den Wert der Person, die exakt in der Mitte der Verteilung steht. In der Lohnstatistik gilt der Median oft als aussagekräftiger, da er unempfindlich gegenüber extremen Spitzengehältern oder sehr niedrigen Löhnen ist.

Gender Pay Gap: Warum Männer im Durchschnitt mehr verdienen

Ein zentraler Aspekt bei der Betrachtung von Durchschnittsgehältern in Deutschland ist der geschlechtsspezifische Verdienstunterschied, auch bekannt als Gender Pay Gap. Im Jahr 2025 verdienten Frauen in Deutschland durchschnittlich 16 Prozent weniger pro Stunde als ihre männlichen Kollegen, rechnet das Statistische Bundesamt vor. Während Männer auf einen durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von 27,05 Euro kamen, erhielten Frauen im Schnitt lediglich 22,81 Euro.

Auffallend ist dabei das starke regionale Gefälle. In Ostdeutschland ist die Lohnlücke mit 5 Prozent deutlich geringer ausgeprägt als in Westdeutschland, wo sie bei 17 Prozent liegt. Auch die Branche spielt eine entscheidende Rolle. So ist der Verdienstunterschied im öffentlichen Dienst mit nur 4 Prozent wesentlich geringer als in der Privatwirtschaft (17 Prozent).

Unbereinigter vs. bereinigter Gender-Pay-Gap

Um die Ursachen für diese Differenzen zu verstehen, unterscheidet das Statistische Bundesamt zwischen zwei Werten.

  1. Unbereinigter Gender-Pay-Gap (16 Prozent): Dieser Wert vergleicht die Durchschnittsverdienste aller Arbeitnehmer direkt miteinander. Er macht strukturelle Unterschiede sichtbar – etwa die Tatsache, dass Frauen häufiger in schlechter bezahlten Branchen arbeiten, seltener Führungspositionen bekleiden oder aufgrund von Teilzeitmodellen geringere Stundenlöhne erzielen.
  2. Bereinigter Gender-Pay-Gap (6 Prozent): Hier werden nur Beschäftigte mit vergleichbarer Qualifikation, Tätigkeit und Erwerbsbiografie gegenübergestellt. Rechnet man diese Faktoren heraus, bleibt eine Lohnlücke von 6 Prozent bestehen. Diese Zahl gilt als Obergrenze für eine mögliche unmittelbare Entgelt-Diskriminierung, wobei Experten darauf hinweisen, dass auch hier noch nicht messbare Faktoren wie Erwerbsunterbrechungen für Kindererziehung eine Rolle spielen könnten.

Durchschnittliche Bruttomonatsverdienste: Vollzeitbeschäftigte Männer und Frauen

Jahr Insgesamt Männer Frauen
2024 4 701 4 909 4 256
2023 4 479 4 702 4 000
2022 4 244 4 460 3 779
2021 4 100 4 275 3 699
2020 3 975 4 146 3 578

Durchschnittliches Jahresgehalt: In Hessen und Hamburg verdient man am meisten

Klar, eine Statistik allein füllt das Konto nicht, aber es ist durchaus interessant zu sehen, in welchem Bundesland das jährliche Durchschnittsgehalt am höchsten ist. Hessen (55.054 Euro) führt hier vor Hamburg (54.332 Euro) und Baden-Württemberg (53.890 Euro). Diese Spitzenplätze sind den großen Unternehmen zu verdanken, in denen häufig Tarifverträge gelten. So gibt es in Hessen die Lufthansa und die Deutsche Bahn, Merck und die Commerzbank. In Hamburg sitzen u. a. Airbus, Beiersdorf und Vattenfall. Und in Baden-Württemberg sind neben der Autoindustrie auch noch Boehringer Ingelheim, IBM und Liebherr zu Hause.

Die Job-Bewertungsplattform Kununu hat das durchschnittliche Jahresgehalt nach Bundesländern ermittelt:

Bundesland Durchschnittsgehalt 2025 Durchschnittsgehalt 2024
Hessen 55.064 € 54.322 €
Hamburg 54.332 € 52.898 €
Baden-Württemberg 53.890 € 52.525 €
Bayern 53.634 € 52.680 €
Berlin 51.623 € 50.082 €
Nordrhein-Westfalen 50.585 € 49.394 €
Bremen 49.415 € 48.025 €
Rheinland-Pfalz 48.327 € 47.353 €
Niedersachsen 47.832 € 46.799 €
Schleswig-Holstein 47.662 € 46.423 €
Saarland 47.490 € 46.590 €
Brandenburg 46.705 € 46.128 €
Thüringen 44.144 € 43.396 €
Sachsen-Anhalt 43.780 € 42.422 €
Sachsen 43.581 € 42.667 €
Mecklenburg-Vorpommern 42.660 € 41.514 €

Quelle: Kununu

Diese Branchen zahlen in Deutschland 2026 am besten

Allerdings muss man anmerken, dass die Daten von kununu nur bedingt mit denen des Statistischen Bundesamts vergleichbar sind. Die Listen, die das Jobportal veröffentlicht, basieren auf den Gehaltsangaben der Beschäftigten auf der Plattform. Um den Unterschied deutlich zu machen, vergleichen wir an dieser Stelle die zehn Branchen in Deutschland, die am besten zahlen.

Die zehn Branchen, die in Deutschland am besten zahlen, laut kununu:

Branche Durchschnittl. Gehalt
Banken 62.875 €
Versicherung 62.867 €
Energie 61.437 €
IT 61.383 €
Beratung/Consulting 58.428 €
Medizin/Pharma 57.645 €
Forschung/Entwicklung 57.189 €
Maschinenbau 56.424 €
Chemie 56.407 €
Finanz 54.716 €

Die zehn Branchen, die in Deutschland am besten zahlen, laut Statistischem Bundesamt:

Branche Durchschnittl. Gehalt
Finanz- und Versicherungs­dienst­leistungen 75.348 €
Information und Kommunikation 73.692 €
Energieversorgung 71.592 €
Wissen­schaftlichen und techn. Dienst­l. 70.632 €
Erziehung und Unterricht 63.384 €
Bergbau 58.968 €
Verarbeitendes Gewerbe  58.956 €
Grundstücks- und Wohnungswesen  58.572 €
Produzierendes Gewerbe und wirtschaftl. Dienst­leist­ungs­bereich 57.564 €
Gesundheits- und Sozialwesen  57.528 €

Der entscheidende Unterschied zwischen beiden Tabellen ist, dass bei kununu lediglich die ersten sechs Branchen mehr zahlen als das Durchschnittsgehalt in Deutschland (57.408 Euro). Bei den Branchen, die das Statistische Bundesamt listet, sind es alle in den Top Ten.

Das sind die bestbezahlten Jobs in Deutschland 2026

Wer die Statistik anheben möchte, muss sich einen der bestbezahlten Jobs in Deutschland sichern. Haben sie das passende Studium und/oder eine Aus- und Weiterbildung, müssen Sie sich angesichts des Fachkräftemangels kaum Sorgen machen, auch unterzukommen. Laut den Daten von Kununu führen Wirtschaftsprüfer:innen (92.900 Euro) das Ranking an. Gefolgt von Pilot:innen (90.500 Euro) und Ärzt:innen (88.400 Euro).

Berufsbild Durchschnittliches Gehalt (Brutto/Jahr)
Wirtschaftsprüfer 92.900 €
Pilot 90.500 €
Ärztin / Arzt 88.400 €
Softwarearchitekt 85.700 €
Program Manager 85.100 €
Medical Advisor 84.900 €
Professor 84.000 €
Legal Counsel 83.300 €
Direktionsbevollmächtigte 81.900 €
Portfolio Manager 80.700 €

Quelle: Kununu

Armut in Deutschland: Leben mit weniger als 17.352 Euro netto im Jahr

Trotz steigender Nominallöhne galten im Jahr 2025 rund 13,3 Millionen Menschen in Deutschland als armutsgefährdet – also 16,1 Prozent der Bevölkerung. Nach der Definition der Europäischen Union liegt eine Armutsgefährdung vor, wenn eine Person weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung zur Verfügung hat. Für einen Einpersonenhaushalt lag dieser Schwellenwert im Jahr 2025 bei einem Nettoeinkommen von 1.446 Euro pro Monat. Bei einer Familie mit zwei Kindern ist die Grenze bei 3.036 Euro.

Noch deutlicher wird der Unterschied, betrachtet man die Quote derer, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind – nämlich 21,2 Prozent der Bevölkerung. Dieser Begriff geht über das reine Einkommen hinaus und berücksichtigt indirekt auch die Lebenskosten. Nach EU-Definition fällt eine Person bereits unter diese Kategorie, wenn mindestens eine der folgenden drei Bedingungen erfüllt ist:

  1. Armutsgefährdung: Das Einkommen ist zu niedrig.
  2. Erhebliche materielle und soziale Entbehrung: Die Person kann sich wichtige Dinge des täglichen Lebens nicht leisten (z. B. die Miete pünktlich zahlen, die Wohnung angemessen heizen).
  3. Sehr geringe Erwerbsbeteiligung: Die Person lebt in einem Haushalt, in dem die arbeitsfähigen Mitglieder insgesamt kaum oder gar nicht arbeiten.

Besonders häufig sind Alleinlebende (30,9 Prozent) und Alleinerziehende (28,7 Prozent) betroffen. Die höchste Gefährdung weisen mit 64,9 Prozent jedoch Arbeitslose auf, da bei ihnen oft mehrere der oben genannten Bedingungen gleichzeitig zutreffen.

Die Hans-Böckler-Stiftung bietet auf ihrer Seite lohnspiegel.de viele weitere Einblick in die Gehaltsstruktur verschiedener Berufe.

Staat und Politik aktuell: Gehälter, Beschlüsse, Leistungen für Bürgerinnen und Bürger

 

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