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Corona-Bonus: Bundestag beschließt 1000 Euro Sonderprämie für Beschäftigte in der Pflege – Länder und Arbeitgeber können auf 1500 Euro aufstocken

Beschäftigte in der ambulanten und stationären Altenpflege erhalten im Jahr 2020 eine einmalige Corona-Prämie in Höhe von bis zu 1000 Euro, das haben Bundesregierung und Bundestag beschlossen. Länder und Arbeitgeber können diesen Betrag auf 1500 Euro aufstocken. Zugesagt ist die Aufstockung des Corona-Bonus bisher in Bayern, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, NRW, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. In Berlin erhalten auch weitere Beschäftigtengruppen eine Sonderzahlungen von bis zu 1000 Euro.

Zusammenfassung: Bundesregierung beschließt Pflegebonus – Länder und Arbeitgeber können aufstocken

  • Nach dem Beschluss der Bundesregierung haben Bundestag und Bundesrat eine Corona-Prämie für Beschäftigte in der Pflege beschlossen
  • „Alle Beschäftigten“ in der Altenpflege erhalten 2020 einen gestaffelten Anspruch auf eine einmalige Sonderleistung
  • Der Bund stellt die Finanzierung des Corona-Bonus in Höhe von bis zu 1000 Euro sicher
  • Die Bundesländer und die Arbeitgeber in der Pflege können den Bonus auf 1500 Euro aufstocken
  • Einige Länder, wie Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hamburg, Hessen, NRW, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein haben eine Aufstockung zugesagt
  • Diese Länder verhandeln noch: Thüringen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein (Stand 27. Mai 2020)
  • Der Bonus soll mit dem Juli-Gehalt ausgezahlt werden
  • Die Corona-Prämie ist bis 1500 Euro steuerfrei

Inhalt

+++Text wird fortlaufend aktualisiert, zuletzt am 27. Mai+++

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Corona Bonus für Auszubildende, Helfer im sozialen Jahr

Das Bundesgesundheitsministerium teilte mit, dass auch Auszubildende, Freiwilligendienstleistende, Helfer im freiwilligen sozialen Jahr und Leiharbeiter sowie Mitarbeiter in Servicegesellschaften eine Sonderzahlung bekommen sollen.

Gesetzentwurf: Pflegeeinrichtungen zur Zahlung der Corona-Prämie verpflichtet

Im Gesetzentwurf („Zweites Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“) aus dem Bundesgesundheitsministerium ist von einer Verpflichtung der Arbeitgeber in der Pflege die Rede. Konrekt heißt der Passus im Entwurf: „Pflegeeinrichtungen werden zur Zahlung von gestaffelten Sonderleistungen (Corona-Prämien) an ihre Beschäftigten verpflichtet. Die Aufwendungen für diese Corona-Prämien werden den Pflegeeinrichtungen durch die soziale Pflegeversicherung und im ambulanten Bereich anteilig durch die Gesetzliche Krankenversicherung im Wege der Vorauszahlung erstattet. In der zweiten Hälfte des Jahres 2020 werden das Bundesministerium für Gesundheit und das Bundesministerium der Finanzen miteinander festlegen, in welchem Umfang die Gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung Zuschüsse des Bundes zur Stabilisierung der jeweiligen Beitragssätze erhalten. Dies wird auch die Frage der Refinanzierung dieser einmaligen Prämie umfassen.“

Finanzierung der Corona Prämie

Bei der Finanzierung der Sonderzahlung folgt die Bundesregierung den Vorschlägen der Minister Spahn und Heil. Demnach werden den Arbeitgebern in der Pflege die Prämien im Wege der Vorauszahlung zunächst von der sozialen Pflegeversicherung erstattet. In der zweiten Hälfte des Jahres 2020 werden das Bundesministerium für Gesundheit und das Bundesministerium der Finanzen miteinander festlegen, in welchem Umfang die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung Zuschüsse des Bundes zur Stabilisierung der jeweiligen Beitragssätze, auch zur Refinanzierung der Corona-Prämien erhalten.

Aufstockung der Prämie auf 1500 Euro durch Länder und Arbeitgeber

Die Länder und die Arbeitgeber in der Pflege können die Corona-Prämie ergänzend z.B. bis zur Höhe der steuer- und sozialversicherungsabgabenfreien Summe von 1.500 Euro aufstocken. Auf diese Summe hatten sich ver.di und die Arbeitgeber in der Pflege Anfang April geeinigt.

Sonderprämie: Auszahlung mit Juli-Gehalt 2020

ver.di und die Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) haben sich Anfang April auf Eckpunkte eines Tarifvertrages für eine Sonderprämie für Pflegekräfte geeinigt. Diese sollen aufgrund der besonderen Belastung in der stationären Langzeitpflege und der ambulanten Pflege in der aktuellen Krise einen Corona-Bonus bekommen.

Beschäftigte in Vollzeit erhalten danach mit dem Juli-Gehalt eine Sonderprämie von 1.500 Euro, Teilzeitbeschäftigte einen Anteil entsprechend ihren tatsächlich geleisteten Stunden. Die Sonderzahlung erhalten laut ver.di:

  • Pflegefachkräfte,
  • Pflegehilfskräfte
  • Pflegeleitungen
  • Alltagsbegleiterinnen und -begleiter,
  • Betreuungskräfte
  • Assistenzkräfte
  • Auszubildende in der Pflege sollen eine Prämie von 900 Euro erhalten

Bei der Festsetzung der Prämie haben sich die Tarifvertragsparteien am Geltungsbereich des Pflegemindestlohnes orientiert.


Aktuelle Liste: Corona-Bonus 1000 Euro oder 1500 Euro

In den Bundesländern laufen die Debatten über eine Aufstockung der Corona-Sonderzahlung für Pflegekräfte. In einigen Ländern ist eine Prämie von 1500 Euro für Pflegekräfte bereits zugesagt. Folgende Tabelle zeigt den aktuellen Stand und wird fortlaufend aktualisiert.

Corona-Prämie: Stand 17. Mai 2020

Baden-Württemberg 1000 Euro
Bayern 1500 Euro
Berlin 1000 Euro
Brandenburg 1500 Euro
Bremen 1500 Euro
Hamburg 1500 Euro
Hessen 1500 Euro
Mecklenburg-Vorpommern 1500 Euro
Niedersachsen 1000 Euro
Nordrhein-Westfalen 1500 Euro
Rheinland-Pfalz 1500 Euro
Saarland 1500 Euro
Sachsen 1500 Euro
Sachsen-Anhalt 1500 Euro
Schleswig-Holstein 1500 Euro
Thüringen 1000 Euro

Alle Angaben ohne Gewähr


Bayern stockt Corona-Bonus auf 1500 Euro

Pflegerinnen und Pfleger in Krankenhäusern sowie in Alten- und Pflegeheimen erhalten vom Freistaat Bayern eine einmalige finanzielle Zuwendung – einen Coronabonus in Höhe von 500 Euro. Dieser Betrag ergänzt die von der Bundesregierung beschlossene Sonderzahlung von 1000 Euro. Insgesamt erhalten bayrische Pflegekräfte 1500 Euro extra.

Corona-Prämie Bayern: Für Pflegekräfte in Krankenhäusern, Kliniken, Altenheimen

Konkret erhalten die Pflege-Prämie Pflegekräfte in Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken, Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen und ambulanten Pflegediensten sowie Notfallsanitäterinnen und -sanitäter und Rettungsassistentinnen und -asstistenten. Wer regelmäßig mehr als 25 Stunden pro Woche arbeitet, erhält 500 Euro. Berechtigte, die regelmäßig 25 Stunden pro Woche oder weniger arbeiten, erhalten 300 Euro, teilte die Gesundheitsministerin mit.

Pflege-Bonus Bayern online beantragen

Die Finanzierung erfolgt aus dem Sonderfonds Corona-Pandemie. Wer Anspruch auf die Prämie hat, kann einen Antrag beim Landesamt für Pflege (LfP) stellen. Benötigt werde lediglich eine Bestätigung des Arbeitgebers. Nach aktuellem Stand soll die Prämie unabhängig von derzeit auf Bundesebene diskutierten Pflegebonus in Höhe von 1.500 Euro gewährt werden. Der Antrag kann seit dem 14. April 2020 bis 31. Mai 2020 auf den Seiten des bayerischen Landesamt für Pflege online gestellt werden.


Brandenburg stockt auf 1500 Euro auf

Auch das Land Brandenburg wird den vom Bund zugesagten Grundbetrag von 1000 Euro der Corona-Prämie um 500 Euro aufstocken. „Es geht um ein besonderes Zeichen der Anerkennung für die Pflegekräfte, dass diese sich mehr als verdient haben. Sie leisten Großes in der aktuellen Pandemielage und das unter oft sehr schwierigen Bedingungen“, sagte Woidke zur Begründung der Bonuszahlungen. Brandenburg werde die Leistungen des Bundes aus Landesmitteln aufstocken. „Ungeachtet dessen bleibt die grundsätzliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Bezahlung der Beschäftigten in der Pflege auf der Tagesordnung“, betonte Ministerpräsident Dietmar Woidke.


Corona Prämie Berlin: Senat beschließt 1000 Euro für Beschäftigte

Das Land Berlin gewährt einmalig eine Prämie von bis zu 1.000 Euro für Beschäftigte aus verschiedenen Bereichen der öffentlichen Hand in Berlin. Gewürdigt werden sollen Beschäftigte, die in der Corona-Krise außergewöhnliche Leistungen erbracht haben und in Serviceeinrichtungen einer erhöhten gesundheitlichen Gefahr ausgesetzt waren.

Bonus für rund 25 000 Beschäftigte in Berlin

Der Bonus sei „grundsätzlich für Arbeitsbereiche vorgesehen, die in den vergangenen Wochen dafür gesorgt haben, dass die wichtigen und unabdingbaren Aufgaben der Berliner Landesregierung sichergestellt und alle notwendigen verwaltungsmäßigen Abläufe der Stadt gewährleistet wurden.“ Die Senatsfinanzverwaltung geht davon aus, dass insgesamt rund 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Prämie erhalten werden. Pro Beschäftigten ist ein steuerfreier Maximalbetrag von 1.000 Euro möglich. Die zusätzlichen Aufwendungen hierfür betragen rund 25 Mio. €.

Corona-Prämie Berlin: Polizei, Erzieher, Feuerwehr, Ordnungsamt

Zum betroffenen Beschäftigtenkreis zählen laut Senatsverwaltung:

  • größere Teile des Polizei- und Justizvollzugs sowie der Rettungskräfte der Berliner Feuerwehr
  • Beschäftigte der Gesundheits- und Ordnungsämter
  • Erzieherinnen und Erzieher der Kita-Eigenbetriebe und in den Schulhorten
  • kommunale Beschäftigte in den Jobcentern
  • Teile des Landesamtes für Bürger und Ordnungsangelegenheiten (LABO)
  • sowie einzelne Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern in den Bezirken

Auszahlung Bonus: Berliner Senatsverwaltung erarbeitet Regeln

Die Berliner Senatsverwaltung für Finanzen gibt in einem Schreiben an die Behörden und Landesbetriebe Anweisungen aus, wie die Auszahlung der zugesagten Sonderzahlung durchgeführt werden soll. So sollen die Dienststellen die Höhe der jeweiligen Prämie festlegen. Das teilte die Senatsverwaltung der dpa mit. Der Corona-Bonus soll den Betreffenden dann mit dem Gehalt ausgezahlt werden. Bei Angestellten freier Träger von Kitas oder Horten läuft die Auszahlung über den jeweiligen Arbeitgeber.


Hamburg sichert 1500 Euro Bonuszahlung für Pflege

Der Hamburger Senat teilte Mitte Mai mit, den rund 25.000 Beschäftigten in der ambulanten und stationären Altenpflege den vollen Corona-Bonus von 1500 Euro zahlen zu wollen. So soll die Sonderzahlung für MitarbeiterInnen mit mindestens 25 Prozent Arbeitszeit in der Pflege bis zu 1.000 Euro, für Auszubildende bis zu 900 Euro und für sonstige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Pflegeeinrichtung bis zu 500 Euro betragen. Zwei Drittel dieser Beträge finanziert die Pflegeversicherung, in Hamburg übernimmt die Stadt den restlichen Betrag. Insgesamt werde sich Hamburg mit rund 8,2 Millionen Euro an den Bonuszahlungen beteiligen, die aus den Corona-Mitteln des Haushalts zur Verfügung gestellt werden sollen.


Hessen stockt Bonus auf 1500 Euro auf

Pflegekräfte in Hessen sollen ebenfalls eine Corona-Sonderzahlung von 1500 Euro erhalten. Das hat der hessische Gesundheitsminister mitgeteilt. So hatte die Bundesregierung einen Sockelbetrag von 1000 Euro beschlossen, der von den Arbeitgebern und den Ländern auf 1500 Euro aufgestockt werden kann. Dies soll nun in Hessen geschehen. Dafür wird die Landesregierung mit den Arbeitgebern in der Pflege aufnehmen. „Wir haben die Möglichkeit bis zu 500 Euro hinzuzugeben. Das wollen wir auch tun und auch mit den Arbeitgebern über ihre Beteiligung sprechen“, so Kai Klose.


Niedersachsen: Gesundheitsministerin befürwortet Aufstockung

Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann setze sich dafür ein, dass das Land den Bonus von 1000 auf 1500 Euro erhöhe, teilte das niedersächische Gesundheitsministerium mit. „Ich setze mich sehr dafür ein, dass seitens des Landes diese Aufstockung erfolgen kann und dafür ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt werden.“ Die Ministerin hätte sich vor allem einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag mit besserer Bezahlung und Vereinbarungen zu verbesserten Arbeitsbedingungen gewünscht. Das sei den Sozialpartnern leider bisher nicht gelungen. „Deshalb begrüße und unterstütze ich die Zahlung der Corona-Prämie als Ausdruck der Wertschätzung für alle in der Altenpflege Tätigen.“


Nordrhein-Westfalen stockt Pflegebonus auf 1500 Euro auf

Die Landesregierung NRW wird den Pflegebonus auf 1500 Euro aufstocken. Insgesamt profitieren davon rund 260.000 Menschen, die in der Pflegebranche arbeiten. NRW-Gesundheitsminister Laumann sagte: „Ich freue mich sehr, dass die Arbeit der rund 260.000 Beschäftigten in der Altenpflege mit dem Pflegebonus gewürdigt wird. Ich gönne ihnen den Bonus von Herzen. Ich fordere diejenigen Arbeitgeber in der Pflege, die bisher keinen Tarifvertrag einhalten, auf, endlich Tariflöhne zu zahlen. Wahre Würdigung von Arbeit drückt sich auch durch tarifliche Entlohnung aus.“

Pflegebonus in NRW

  • Die Pflegeprämie erhalten Beschäftigte, die hauptsächlich in der direkten Pflege oder Betreuung arbeiten: bis zu 1.000 Euro (Grundprämie) sowie bis zu 500 Euro (Landesaufstockung)
  • Weitere Beschäftigte, die mindestens 25 Prozent der Arbeitszeit in der direkten Pflege und Betreuung mitarbeiten: bis zu 667 Euro (Grundprämie) sowie bis zu 333 Euro (Landesaufstockung)
  • Sonstige Beschäftige in den Pflegeeinrichtungen (z.B. Personal in der Verwaltung, Küche, Haustechnik, Gebäudereinigung, Empfangssicherheitsdienst, Garten-/Geländepflege, Wäscherei, Logistik sowie Personal, das nicht unmittelbar oder mindestens bis zu 25 Prozent in der direkten Pflege arbeitet): bis zu 334 Euro (Grundprämie) sowie bis zu 166 Euro (Landesaufstockung)

Die obenstehende Grundprämie orientiert sich an der Vollzeitbeschäftigung und sieht anteilige Auszahlungen je nach Anstellungsart vor, zum Beispiel bei Teilzeitbeschäftigung. Für Freiwillige im freiwilligen sozialen Jahr sowie Auszubildende ist keine anteilige Auszahlung vorgesehen. Für sie gilt:

  • Freiwillige im freiwilligen sozialen Jahr: 100 Euro (Grundprämie) sowie 50 Euro (Landesaufstockung)
  • Auszubildende: 600 Euro (Grundprämie) sowie 300 Euro (Landesaufstockung)

Saarland: Aufstockung der Sonderzahlung für Pflegekräfte

Die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann teilte mit, dass Beschäftigte in der Altenpflege 1500 Euro Prämie für ihren Einsatz in der Krise erhalten. Die Landesregierung stockt dafür die vom Bund beschlossenen 1000 Euro um 500 Euro auf. „Obwohl es in den letzten Monaten nicht immer einfach war, trugen die Pflegerinnen und Pfleger in den Pflegeeinrichtungen mit großem Engagement dazu bei, für die Sicherheit und das Wohlergehen der Bewohnerinnen und Bewohner zu sorgen, sagte Bachmann.


Schleswig-Holstein: Pflegebeschäftigte erhalten 1500 Euro Bonus

Bereits Anfang April hatte die Landesregierung in Schleswig-Holstein einen Bonus für die 20.000 ArbeitnehmerInnen in der Pflege beschlossen. Der ver.di-Landesbezirk lobte den Plan: „Ein richtige und sinnvolle Maßnahme, denn Pflegebeschäftigte in den Kliniken und Krankenhäusern, Alten –und Pflegeheime oder in der ambulanten Pflege leisten eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe – nicht nur aktuell in der Corona-Pandemie. Sie sind derzeit systemrelevant und in der Krise besonderen Belastungen und Gefahren ausgesetzt“, so der ver.di-Experte Steffen Kühhirt.


Sonderzahlung bis 1500 Euro steuerfrei

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hat eine Verfügung erlassen, damit Sonderzahlungen von Beschäftigten bis 1500 Euro steuerfrei sind. So teilte das Bundesfinanzministerium mit: „Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber können ihren Beschäftigten nun Beihilfen und Unterstützungen bis zu einem Betrag von 1.500 Euro steuerfrei auszahlen oder als Sachleistungen gewähren.“ Erfasst werden demnach Sonderleistungen, die die Beschäftigten zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. Dezember 2020 erhalten. Mehr dazu…


Finanzierungs-Vorschlag der Minister Spahn und Heil: Pflegekassen sollen zwei Drittel der Kosten übernehmen

Update 27. April 2020

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) haben einen Vorschlag vorgelegt, der die Finanzierung des Corona-Bonus für Pflegekräfte vorsieht. Demnach sollen die Pflegekassen zwei Drittel der Kosten übernehmen, das weitere Drittel sollen die Bundesländer und die Arbeitgeber übernehmen. Ein Schreiben mit diesen Plänen ist laut DPA an Vertreter von Arbeitnehmern und Arbeitgeber in der Altenpflege versandt worden.

Kritik an Finanzierung der Corona-Prämie

22. April 2020

Medienberichten zu Folge gab es Kritik an der Finanzierung der Corona-Prämie für Pflegekräfte. So sagte die Vorstandsvorsitzende des Ersatzkassen-Verbands VDEK, Ulrike Elsner: „Es kann nicht sein, dass allein die Beitragszahler hierfür aufkommen müssen“. Auch die AOK meldet Bedenken an. Der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch, sieht Politik und Steuerzahler in der Pflicht, die 1500 Euro Sonderzahlung in der Corona-Krise zu zahlen. Die Anerkennung müsse „vom Bund oder von den Ländern kommen, etwa über zweckgebundene Zuschüsse für die Soziale Pflegeversicherung“.

Finanzierungskosten: Pflegebedürftige vor Kosten schützen

Der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke betont, dass nun die Politik gefordert sei, die notwendigen Regelungen zur Umsetzung und Refinanzierung der Prämie zeitnah zu treffen, so Werneke weiter. Die Kosten der Prämie dürften nicht zu einer Erhöhung der Eigenbeteiligung der Pflegebedürftigen oder ihrer Angehörigen führen.

Gesundheitsminister Spahn möchte Finanzierung in den nächsten „ein, zwei Wochen“ klären

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Finanzierung der Sonderprämie nun schnell klären. Es gehe um eine faire Verteilung der Kosten zwischen Pflegekassen, Ländern und Arbeitgebern, sagte er nach einer Sitzung des Gesundheitsausschusses im Bundestag am 23. April. Er möchte, „dass wir in den nächsten ein, zwei Wochen da auch zu einem konkreten Ergebnis für die Pflegekräfte kommen.“

Pflege Sonderprämie: „Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklären“

Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand, hatte Anfang April betont: „Wir wollen, dass die Pflegekräfte in der Altenpflege eine Prämie bekommen, unabhängig davon, ob sie einen Tarifvertrag haben oder nicht. Deshalb werden wir beantragen, dass der Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärt wird und alle Arbeitgeber diese Prämie zahlen müssen – auch die kommerziellen Anbieter, die faire Löhne für die verantwortungsvolle Arbeit in der Pflege verweigern.“

Pflegekommission: 1500 Euro Corona-Prämie für alle Pflegekräfte

Die vormalige Pflegekommission hat der Bundesregierung Ende April empfohlen, bundesweit einen Anspruch für alle Beschäftigten in der Altenpflege und den ambulanten Diensten zu regeln und damit die besonderen Belastungen durch die Corona-Krise anzuerkennen. Die geplante Prämie von 1500 Euro für alle Pflegekräfte in Pflegebetrieben in Deutschland sei insbesondere ein Erfolg der ver.di-Tarifinitiative für allgemeinverbindliche Regelungen in der Altenpflege, teilte ver.di mit. „Mit anderen Worten: ver.di wirkt. Ohne unsere Einigung auf einen Tarifvertrag für eine Corona-Sonderprämie mit der Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) hätten sich die Beteiligten nicht zu dieser Emp-fehlung durchgerungen“, betonte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler.

Corona-Bonus: Empfehlung der Pflegekommission im Details

Im Einzelnen sieht die Empfehlung der Pflegekommission (22. April 2020) vor, dass die Prämie Beschäftigte erhalten sollen,

  • die im Zeitraum vom 1. März bis 31. Oktober 2020 mindestens drei Monate tätig waren. Eine Prämie in Höhe von 1.500 Euro erhalten Beschäftigte in Vollzeit, die hauptsächlich in der pflegerischen Betreuung tätig sind, also etwa Pflegefach- und Pflegehilfskräfte, Alltagsbegleiter/innen sowie Beschäftigte in der hauswirtschaftlichen Versorgung.
  • Eine Prämie in Höhe von 1.000 Euro erhalten Kräfte, die mindestens ein Viertel ihrer Arbeitszeit mit Pflegebedürftigen verbringen, das können in dieser Krise zum Beispiel auch Küchenkräfte, Reinigungskräfte oder Beschäftige der Gartenpflege sein.
  • Eine Prämie in Höhe von 500 Euro erhalten alle sonstigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Pflegeeinrichtungen.
  • Teilzeitbeschäftigte erhalten die Prämie anteilig.
  • Pflege-Auszubildende erhalten eine Prämie von 900 Euro.
  • Die Prämie soll ab Juli 2020 ausbezahlt werden.

Sonderprämie: Anerkennung der besonderen Belastung in der Corona-Krise

Für die BVAP weist Vorstandsmitglied Gero Kettler darauf hin, dass die Prämie eine Anerkennung der besonderen Belastung in dieser Krise sei und keineswegs eine angemessene Vergütung für die auch im Alltag verantwortungsvolle, oft auch belastende und zu schlecht bezahlte Arbeit ersetze. Deshalb würden BVAP und ver.di auch weiter daran arbeiten, einen Tarifvertrag abzuschließen, der auf alle Arbeitgeber erstreckt werden soll. Der Tarifabschluss steht unter Gremienvorbehalt.