Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder stehen an: Die Forderungen sind nun öffentlich. Alles über die Termine und Inhalte der TVL-Tarifrunde 2026.
Ab September 2025 beginnt die Gewerkschaft ver.di mit der Mitgliederbefragung zur Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder. Rund 2,6 Millionen Beschäftigte (außer Hessen) sind betroffen. Im November wird die konkrete Forderung für einen neuen TVL 2026 und 2027 veröffentlicht, im Dezember starten die Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL).
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Tarifforderungen für die Länder: Gewerkschaften fordern 7 Prozent mehr Gehalt
Die Tarifforderungen stehen: ver.di, GEW, GdP, IG BAU und Beamtenbund fordern für die rund 1,2 Millionen Landesbeschäftigten sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens 300 Euro monatlich. Auszubildende sollen 200 Euro mehr bekommen und übernommen werden. Zeitzuschläge sollen um 20 Prozent steigen. Die Gewerkschaften verlangen zudem bessere Bedingungen für studentische Beschäftigte, eine neue Eingruppierung für Lehrkräfte, gleiche Arbeitsbedingungen in Ost und West, stufengleiche Höhergruppierungen sowie Vorteilsregelungen für Mitglieder. Für den Sozial- und Erziehungsdienst wird ein Sonderkündigungsrecht angestrebt. Mehr zu den Forderungen …
Öffentlicher Dienst der Länder: Termine für Tarifrunde stehen fest
Im öffentlichen Dienst der Länder beginnen in wenigen Wochen die Tarifverhandlungen für rund 2,6 Millionen Angestellte, Beamtinnen und Beamte. Den Auftakt bildet am 17. November 2025 die Veröffentlichung der Tarifforderungen der Bundestarifkommission öffentlicher Dienst (BTK öD). Grundlage sind die Ergebnisse einer bundesweiten ver.di-Beschäftigtenbefragung, in der die Erwartungen an Einkommen, Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen gesammelt wurden.
Am 3. Dezember 2025 startet die erste Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft ver.di und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), in der die Finanzministerien der Länder – mit Ausnahme Hessens – vertreten sind. Hessen verhandelt separat über einen neuen Tarifvertrag.
Die zweite Runde ist für den 15. bis 16. Januar 2026, die abschließende dritte Runde für den 11. bis 13. Februar 2026 geplant. Ziel ist ein neuer Tarifvertrag für die Länder, der auch Auswirkungen auf die Besoldung der Beamtinnen, Beamten und Versorgungsempfänger haben wird. In der Regel passen die Länder im Anschluss an die Tarifrunde die Besoldungsgesetze an.
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Tarifverhandlungen: Übersicht der Termine 2025 und 2026
- 17. November 2025: Veröffentlichung der Forderungen durch die Gewerkschaften
- 3. Dezember 2025: 1. Verhandlungsrunde
- 15. – 16. Januar 2026: 2. Verhandlungsrunde
- 11. – 13. Februar 2026: 3. Verhandlungsrunde
Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst Länder 2025 / 2026 starten im Dezember
Die Gewerkschaft wird am Verhandlungstisch durch den Vorsitzenden Frank Werneke und die Vize Christine Behle vertreten sein. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), unter Vorsitz von Hamburgs Finanzsenator Dr. Andreas Dressel, vertritt die Arbeitgeberseite. Ziel der Tarifrunde ist eine spürbare Verbesserung der Einkommen für die Landesbeschäftigten. Die ver.di-Bundestarifkommission öffentlicher Dienst (BTK) hat bereits betont, dass der Fokus in der kommenden Runde auf einer deutlichen Lohnsteigerung liegen soll.
Länder-Tarifrunde auch Maßstab für Besoldung
Die anstehenden Verhandlungen zum TV-L gelten nicht nur für Tarifbeschäftigte, sondern sind traditionell auch Richtschnur für die anschließende Besoldungsrunde 2025 und 2026, in der es um die Anpassung der Besoldung für Landesbeamtinnen und -beamten geht. ver.di fordert daher erneut eine zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf den Beamtenbereich. Als Hintergrund betont die Gewerkschaft die anhaltende Belastung durch Preissteigerungen, vor allem bei Energie und Lebensmitteln. Zudem gelte es, den Anschluss an die Entwicklung der TVöD-Entgelte im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen sowie der Privatwirtschaft nicht zu verlieren.
Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst Länder
Die Arbeitgeber haben ihr Verhandlungsteam neuaufgestellt. Der aktuelle Vorstand besteht aus dem Vorsitzenden, dem hamburgischen Finanzsenator Dr. Andreas Dressel, seiner ersten Stellvertretung, dem sächsischen Finanzminister Christian Piwarz, sowie der zweiten Stellvertreterin, Schleswig-Holsteins Finanzministerin Dr. Silke Schneider.
Seit dem 2. April 2025 ist der Vorstand damit wieder vollständig: Piwarz wurde einstimmig zum ersten Stellvertreter gewählt und folgt auf Hartmut Vorjohann, der mit seinem Ausscheiden als sächsischer Finanzminister Ende 2024 auch sein Amt in der TdL niedergelegt hatte.
Öffentlicher Dienst Tarifverhandlungen: ver.di, GEW, GdP, IGBAU und Beamtenbund bereiten sich vor
Die angespannte Finanzlage der Länder deutet auf schwierige Gespräche hin: Die Arbeitgeberseite zeigt bislang wenig Bereitschaft, für attraktivere Bedingungen im öffentlichen Dienst zu sorgen, kritisieren ver.di und Co.. Gemeinsam mit drei weiteren DGB-Gewerkschaften und dem Beamtenbund geht ver.di auf Arbeitnehmerseite in die Verhandlungen. Ab September befragt ver.di die Mitglieder nach ihren Vorstellungen für die Tarifrunde. Neben den Entgelten geht es vermutlich auch um die Arbeitszeit und Entlastungen.
Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst und die Folgen für die Besoldung
Die Länder-Tarifrunde betrifft zwar weniger Angestellte als die der Kommunen, doch die Anpassung der Beamtenbesoldung fusst auf dem Tarifergebnis und wird daher in der Regel auf die Beamten der 15 Länder umgelegt. Zudem profitieren von den Besoldungsanpassungen auch die Pensionäre und Versorgungsempfänger der Länder. Dafür legt jedes Bundesland einen eigenen Gesetzentwurf vor. Spannend ist dann die Frage, ob das Ergebnis zeit- und inhaltsgleich übernommen wird. Die 16 Besoldungsgesetze haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten sehr unterschiedlich entwickelt.
Rückblick: Die Tarifrunde der Länder 2023 – Inflationsprämie und Entgeltsteigerung
Die letzte Tarifrunde der Länder endete im Dezember 2023 mit einem spürbaren Gehaltsplus und Sonderzahlungen. Das Tarifergebnis orientierte sich am vorangegangenen TVöD-Abschluss für Bund und Kommunen. Kernpunkte waren eine Inflationsausgleichszahlung von 3000 Euro netto sowie tabellenwirksame Erhöhungen in zwei Stufen: Ab November 2024 wurde ein Sockelbetrag von 200 Euro vereinbart, ab Februar 2025 zusätzlich eine prozentuale Erhöhung um 5,5 Prozent. Insgesamt stiegen die Einkommen im Schnitt um rund elf Prozent.
Auch für Auszubildende, dual Studierende und Praktikantinnen brachte das Ergebnis Verbesserungen. Neben gestaffelten Erhöhungen der Ausbildungsvergütung wurde eine unbefristete Übernahme bei einem Abschluss mit der Note „3“ oder besser eingeführt. Zusätzliche Zulagen – etwa für Pflegekräfte im Justizvollzug und Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst – stärkten bestimmte Berufsgruppen. Der Abschluss galt zudem als Blaupause für die zeit- und inhaltsgleiche Übertragung auf Beamtinnen und Versorgungsempfänger*innen.
TVöD-Abschluss 2025: Maßstab für die neue Länderrunde?
Doch wie sind die Aussichten auf die Länder-Tarifrunde 2025? Welche inhaltlichen Schwerpunkte könnten die Gewerkschaften bei ihren Forderungen setzen? Ein wichtiger Vorläufer könnte der im April abgeschlossene, neue TVöD sein. Ein halbes Jahr vor dem Beginn der Länderrunde verständigten sich ver.di, dbb und die Arbeitgeber von Bund und Kommunen auf einen neuen TVöD-Abschluss. Er enthält zentrale Elemente, die nun auch für die Länder von Bedeutung sein könnten: eine lineare Erhöhung der Tabellenentgelte um 3 Prozent ab April 2025 und weitere 2,8 Prozent ab Mai 2026. Daneben wurde ein Mindestbetrag von 110 Euro vereinbart, der insbesondere untere Entgeltgruppen überproportional stärkt.
Zudem sind neue Elemente zur Entlastung und Flexibilisierung der Arbeitszeit enthalten – etwa ein zusätzlicher Urlaubstag ab 2027, ein flexibles Langzeitkonto für Sabbaticals oder Pflegezeiten sowie eine verbesserte Gleitzeitregelung. Auszubildende sollen künftig bei betrieblichem Bedarf automatisch übernommen werden. Auch bei Zulagen für Schichtarbeit gab es deutliche Anhebungen, die perspektivisch dynamisiert werden sollen.

