Ab dem 1. Mai 2026 steigen die Gehälter für den Sozial- und Erziehungsdienst (TVöD SuE) im öffentlichen Dienst der Kommunen. Wir zeigen, was die Gehaltserhöhung den verschiedenen Berufsgruppen wie etwa den Erzieherinnen und Erziehern bringt und warum sie dringend nötig ist. Dazu: Die neue TVöD SuE 2026 Entgelttabelle.
Die neue TVöD SuE Entgelttabelle 2026 – Gehalt für Erzieher im öffentlichen Dienst
Für rund 270.000 Beschäftigte im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst gilt ab Mai 2026 eine neue Entgelttabelle. Grundlage ist der TVöD SuE – der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, Sozial- und Erziehungsdienste. Seit 2009 gibt es für den kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst im Bereich des TVöD eine eigene Entgeltordnung mit Tätigkeitsmerkmalen, Stufenregelungen und einer eigenen Entgelttabelle – der sogenannten S-Tabelle.
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Das TVöD-Tarifergebnis vom 6. April 2025 sieht eine lineare Gehaltserhöhung von 2,8 Prozent zum 1. Mai 2026 vor. Es ist der zweite Schritt einer zweistufigen Erhöhung: Bereits zum 1. April 2025 waren die Gehälter um 3 Prozent, mindestens jedoch 110 Euro monatlich, gestiegen. Die Laufzeit des Tarifvertrags beträgt 27 Monate.
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TVöD SuE Entgelttabelle 2026
| TVöD SuE Entgelttabelle 2026 | ||||||
| Gültig: 01.05.2026 - 31.03.2027 | ||||||
| Euro | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| S 18 | 4720,52 | 4840,79 | 5436,63 | 5883,46 | 6553,73 | 6963,31 |
| S 17 | 4352,39 | 4654,62 | 5138,69 | 5436,63 | 6032,4 | 6382,42 |
| S 16 | 4263,29 | 4557,82 | 4885,49 | 5287,64 | 5734,48 | 6002,61 |
| S 15 | 4112,68 | 4393,93 | 4691,87 | 5034,44 | 5585,57 | 5823,86 |
| S 14 | 4073,39 | 4351,17 | 4682,24 | 5019,00 | 5391,41 | 5652,06 |
| S 13 | 3978,03 | 4248,70 | 4617,39 | 4915,26 | 5287,64 | 5473,83 |
| S 12 | 3967,57 | 4237,49 | 4590,75 | 4903,53 | 5290,81 | 5454,65 |
| S 11b | 3915,12 | 4181,19 | 4368,13 | 4844,78 | 5217,14 | 5440,57 |
| S 11a | 3846,25 | 4106,12 | 4291,48 | 4766,33 | 5138,69 | 5362,12 |
| S 9 | 3648,68 | 3887,42 | 4166,69 | 4580,02 | 4970,99 | 5272,60 |
| S 8b | 3578,87 | 3812,64 | 4091,94 | 4503,48 | 4892,59 | 5190,90 |
| S 8a | 3509,44 | 3738,13 | 3976,82 | 4207,08 | 4432,16 | 4668,84 |
| S 7 | 3426,93 | 3649,60 | 3871,14 | 4098,95 | 4270,11 | 4528,02 |
| S 4 | 3291,46 | 3504,21 | 3698,06 | 3829,61 | 3956,37 | 4156,33 |
| S 3 | 3119,87 | 3320,05 | 3506,28 | 3677,28 | 3755,52 | 3848,98 |
| S 2 | 2908,36 | 3030,97 | 3121,67 | 3220,16 | 3330,92 | 3441,69 |
| Alle Angaben ohne Gewähr |
Wer verdient wie viel? Eingruppierung im TVöD SuE 2026
Das Gehalt von Erzieherinnen und Erziehern im öffentlichen Dienst hängt direkt von der Eingruppierung in die jeweilige Entgeltgruppe ab. Die GEW erklärt in einer Broschüre dazu: „Es gilt der Grundsatz der Eingruppierungsautomatik, d. h. die tatsächliche, regelmäßig auszuübende Tätigkeit ist entscheidend für die Eingruppierung. Ändert sich die übertragene Tätigkeit, kann das zu einem Anspruch auf Höhergruppierung führen.“
Für den kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst gibt es im TVöD insgesamt 17 Entgeltgruppen von S 2 bis S 18. Im Überblick:
- S 2 / S 3 / S 4 – Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger, je nach Schwierigkeitsgrad der Tätigkeit
- S 7 – Gruppenleitung in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung
- S 8a – Erzieherinnen und Erzieher (Regeleinstieg)
- S 8b – Erzieherinnen und Erzieher mit besonders schwieriger fachlicher Tätigkeit
- S 9 – Kita-Leitung, koordinierende Erzieherinnen und Erzieher, Heilpädagoginnen und Heilpädagogen
- S 11a / S 11b – Stellvertretende Leitungen von Behinderteneinrichtungen bzw. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter
- S 12 – Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter mit besonders schwieriger Tätigkeit
- S 13 – Kita-Leitung ab 40 Plätzen
- S 14 – Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter mit Garantenstellung
- S 15 / S 16 / S 17 / S 18 – Kita-Leitungen ab 70, 100, 130 bzw. 180 Plätzen sowie Leitungen von Erziehungsheimen
(Alle Angaben ohne Gewähr)
Wie viel mehr Gehalt bekommen Erzieher 2026 konkret?
Die absoluten Gehaltszuwächse fallen je nach Entgeltgruppe unterschiedlich aus: Während Kinderpflegerinnen rund 195 bis 214 Euro mehr verdienen, profitieren höher eingruppierte Fachkräfte stärker. Erzieherinnen mit besonders schwierigen Tätigkeiten (S 8b) erhalten etwa 250 Euro mehr, Sozialarbeiterinnen im Allgemeinen Sozialen Dienst (S 14) knapp 279 Euro. Am deutlichsten fällt der Zuwachs bei Leitungskräften großer Kindertagesstätten aus: Kita-Leitungen der Entgeltgruppe S 18 steigern ihr Monatsentgelt von 6.189,53 Euro auf 6.553,73 Euro – ein Plus von 364,20 Euro. Rund drei Viertel aller Erzieherinnen und Erzieher in Deutschland arbeiten im öffentlichen Dienst und profitieren damit direkt von diesen Steigerungen durch den TVöD. In den Stadtstaaten werden Kita-Beschäftigte nach dem TV-L vergütet. Die Entgelte steigen dort zum 1. April 2026.
Grafik: Spürbare Gehaltssteigerungen im Sozial- und Erziehungsdienst
Die Grafik zeigt die Entgeltentwicklung im TVöD Sozial- und Erziehungsdienst (SuE) von 2024 / 2025 bis 2026 anhand ausgewählter Berufsgruppen. Beschäftigte in diesem Bereich profitieren von Tariferhöhungen zwischen 5,88 und 6,66 Prozent über den gesamten Zeitraum. Besonders deutlich wird dies bei den Kinderpflegerinnen der Entgeltgruppe S 2, Stufe 3, deren Monatsentgelt von 2.926,64 Euro auf 3.121,67 Euro steigt – ein Plus von 6,66 Prozent. Grundlage für den höheren Anstieg in den unteren Entgeltgruppen ist der Sockelbetrag von 110 Euro, der bereits 2025 ausgezahlt wurde. Über den gesamten Zeitraum ergeben sich deshalb höhere Prozentwerte. Insgesamt ergibt sich in den höheren Entgeltgruppen eine einheitliche Steigerung von 5,88 Prozent.
Schneller aufsteigen: Neue Stufenlaufzeiten seit Oktober 2024
Neben den Tabellenerhöhungen profitieren Beschäftigte im TVöD SuE seit dem 1. Oktober 2024 von verkürzten Stufenlaufzeiten. Die GEW informierte dazu: „Der Aufstieg in die nächste Entgeltstufe erfolgt automatisch durch den Arbeitgeber. Ein Antrag seitens der Beschäftigten ist nicht erforderlich.“ Die neuen Laufzeiten stellen die SuE-Beschäftigten den anderen Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst gleich.
Die neuen Laufzeiten im Überblick: Stufe 2 nach einem Jahr in Stufe 1, Stufe 3 nach zwei weiteren Jahren, Stufe 4 nach drei, Stufe 5 nach vier und Stufe 6 nach fünf Jahren in der jeweiligen Vorstufe. Bis September 2024 dauerte allein der Aufstieg von Stufe 2 auf Stufe 3 noch vier Jahre – nun sind es zwei.
TVöD bringt weitere Verbesserungen
Der TVöD-Tarifabschluss von April 2026 enthält über die Gehaltserhöhung hinaus weitere Regelungen für den SuE-Bereich: Die Jahressonderzahlung wird ab 2026 erhöht. Beschäftigte können einen Teil davon in bis zu drei zusätzliche freie Tage umwandeln – ausgenommen sind Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Ab 2027 kommt ein weiterer zusätzlicher Urlaubstag hinzu. Außerdem wurde die Möglichkeit geschaffen, die Wochenarbeitszeit freiwillig auf bis zu 42 Stunden zu erhöhen. Bereits ab dem 1. Juli 2025 wurden die Zulagen für Schichtarbeit auf 100 Euro und für Wechselschichtarbeit auf 200 Euro monatlich angehoben.
Studien zur Arbeitsbelastung: Ein Beruf unter hohem Druck
Die Gehaltserhöhungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem mehrere aktuelle Studien ein eindeutiges Bild zur Arbeitssituation von Erzieherinnen und Erziehern zeichnen. Im Jahr 2024 wurden laut Statistischem Bundesamt 3,9 Millionen Kinder von rund 778.000 pädagogischen Fachkräften betreut. Die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2024 – durchgeführt von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und veröffentlicht im August 2025 – zeigt: 80 Prozent der Erzieherinnen und Erzieher arbeiten unter Lärm, bei anderen Berufsgruppen sind es 25 Prozent. 78 Prozent haben regelmäßig Kontakt mit Infektionserregern (andere: 15 Prozent), und 37 Prozent berichten von mengenmäßiger Überforderung (andere: 24 Prozent).
Die Studie kommt zu dem Fazit: „Erzieher/-innen in Deutschland sind hohen psychischen und physischen Belastungen ausgesetzt, was sich in vielen Krankheitstagen und Präsentismus zeigt. Handlungsspielräume sind oft begrenzt, Unterstützung sowie Anerkennung durch Führungskräfte häufig unzureichend.“ Der Anteil mit überdurchschnittlich vielen Arbeitsunfähigkeitstagen liegt bei Erzieherinnen und Erziehern bei 49 Prozent – gegenüber 34 Prozent bei anderen abhängig Beschäftigten.
Erzieherinnen und Erzieher: Unterbesetzt und überlastet
Eine Befragung der Justus-Liebig-Universität Gießen aus dem Jahr 2023 von rund 21.600 pädagogisch Tätigen zeigt: 25,6 Prozent der Befragten gaben an, in einer Einrichtung zu arbeiten, die eigentlich immer unterbesetzt ist, weitere 38,1 Prozent in einer, die meistens unterbesetzt ist. Nur 5,1 Prozent der Befragten arbeiten in einer Einrichtung, die eigentlich immer gut besetzt ist. Das Impulspapier der Bertelsmann Stiftung, das diese Befragungsdaten auswertet, hält fest: „Je besser eine Einrichtung personell besetzt ist, umso seltener kommt es zu regelmäßiger Überlastung im KiTa-Alltag. Gleichzeitig sinkt das Risiko, dass Beschäftigte das Berufsfeld kurz- bis mittelfristig verlassen werden.“
Fachkräftemangel bleibt die größte Herausforderung
Bessere Gehälter sind ein wichtiges Signal – aber lösen sie das eigentliche Problem? Laut einer Umfrage von ver.di aus dem Jahr 2021, durchgeführt in Kooperation mit der Hochschule Fulda, fehlen in Deutschland rund 173.000 Fachkräfte in Kitas – im Schnitt drei Vollzeitkräfte pro Einrichtung. Fast 44 Prozent der befragten Fachkräfte gaben an, zeitweise für mehr als 17 Kinder gleichzeitig verantwortlich zu sein. Über 64 Prozent arbeiten häufig unbezahlt außerhalb ihrer regulären Arbeitszeit.
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