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Ergebnis TV-L Tarifrunde 2019: Angestellte im öffentlichen Dienst der Länder bekommen 8 Prozent mehr Geld

Nach einer langen dritten Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst der Länder steht das Tarifergebnis fest: Die Angestellten der Länder erhalten insgesamt 8 Prozent mehr Gehalt – mindestens 240 Euro – bei einer Laufzeit von 33 Monaten. Darauf verständigten sich ver.di, GEW, IG BAU, GdP, Beamtenbund und für die Arbeitgeber die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL).

Die Gewerkschaften haben sich mit den Arbeitgebern der Länder auf eine Lohnerhöhung von 8 Prozent bei einer Laufzeit von 33 Monaten geeinigt. Das teilten die Verhandlungspartner mit. Drei Tage lang haben die Sozialpartner über einen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder verhandelt. Die TdL hatte bis zu letzt kein eigenes Angebot vorlegt. Besonders die Neuregelung der Entgeltordnung stieß bei den Arbeitgebern auf massive Kritik.

TV-L Tarifrunde: „Beste Ergebnis seit vielen Jahren“

„Das ist das beste Ergebnis seit vielen Jahren und ein guter Tag für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes“, sagte der Vorsitzende des Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Bsirske. So bringe der Abschuss einen Gehaltssprung von mehreren hundert Euro für Pflegekräfte und deutlich bessere Löhne für Erzieherinnen und Erzieher, Lehrkräfte an Schulen sowie für Polizei und Rettungskräfte. „Damit haben wir die Attraktivität des öffentlichen Dienstes für Fachkräfte und Berufseinsteiger nachhaltig verbessern können. Das ist ein Erfolg für beide: Gewerkschaften und Arbeitgeber.“

TV-L 2019: Die wichtigsten Ergebnisse 8 Prozent, Erhöhung der Ausbildungsvergütung und der Pflegetabelle

  • Anhebung der Tabellenentgelte in drei Schritten um 3,2 Prozent (1.1.2019), 3,2 Prozent (1.1.2020) und 1,4 Prozent (1.1.2021). Bis zum 1.1.2021 mindestens um insgesamt 240 Euro (Laufzeit 33 Monate)
  • Erhöhung der Ausbildungs- und Praktikantenentgelte in zwei Schritten um 50 Euro (1.1.2019) und 50 Euro (1.1.2020)
  • Erhöhung der Pflegetabelle um zusätzlich 120 Euro
  • Erhöhung der Angleichungszulage für Lehrkräfte um 75 auf 105 Euro

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TV-L Tarifergebnis: Aufwertung der Einstiegsgehälter

Darüber hinaus soll eine Aufwertung der Einstiegsgehälter (Stufe 1 der Entgelttabelle) in allen 15 Entgeltgruppen die Arbeit im Landesdienst für Neueinsteiger attraktiver machen. Diese Aufwertung beträgt im Volumen rund 11 Prozent und erfolgt in zwei Schritten zum 1. Januar 2020 sowie zum 1. Oktober 2020. „Davon profitieren insbesondere die unteren und mittleren Lohngruppen“, erläuterte Bsirske. ver.di fordert von den Bundesländern die zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des Ergebnisses auf die Beamtinnen und Beamten sowie die Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger.

+++TV-L 2019, 2020, 2021: Die aktuellen Entgelttabellen und einen Gehaltsrechner+++

TV-L Tarifrunde Länder: Ehrlicher Kompromiss

Das Gesamtpaket der Einigung bezeichnete der Vorsitzende des Beamtenbundes Ulrich Silberbach als „den sprichwörtlichen ehrlichen Kompromiss“. Positiv sei das lineare Gesamtvolumen von 8 Prozent, die deutliche Aufwertung der Pflegetabelle im Krankenhausbereich und die vollständige Durchsetzung der Gewerkschaftsforderungen bei den Auszubildenden. „Schmerzhafte Zugeständnisse“ seien die lange Vertragslaufzeit. Silberbach: „Gerade in den Mangelberufen hätten wir die Wettbewerbsfähigkeit des öffentlichen Dienstes nachhaltiger stärken müssen und können. Mehr Zukunft war mit der TdL aber nicht durchzusetzen.

Vor TV-L 2019 Tarifergebnis gab es bundesweite Warnstreiks

Die Beschäftigten hatten vor der dritten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes der Länder in mehreren Bundesländern ihre Arbeit niedergelegt. So wurden in Hessen und Bayern Unikliniken bestreikt. In Berlin streikten die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst und in den Senatsverwaltungen. Zudem wurden in Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg Dienststellen bestreikt. Demonstration und Kundgebungen fanden unter anderem in Frankfurt/Main, Magdeburg und Bremen statt.

Forderung: Sechs Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten

Die Gewerkschaften waren mit einer Forderung von sechs Prozent in die Verhandlungungen gegangen – mindestens aber eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 200 Euro. Zudem sollten die Pflegebeschäftigten zusätzlich 300 Euro erhalten und die Entgeltordnung sollte weiterentwickelt werden, um strukturelle Verbesserungen in der Eingruppierung zu erzielen. Für die Auszubildenden fordert ver.di eine Erhöhung der Vergütungen um 100 Euro und die Übernahme nach der Ausbildung. Das Tarifergebnis sollte zudem zeit- und wirkungsgleich auf die Beamtinnen und Beamten sowie auf die Versorgungsempfänger übertragen werden. Insgesamt sind von der Tarif- und Besoldungsrunde über 3,3 Millionen Menschen betroffen. ver.di führt die Tarifverhandlungen als Verhandlungsführerin mit den DGB-Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU sowie in einer Verhandlungsgemeinschaft mit dem dbb beamtenbund und tarifunion.