Besoldung im öffentlichen Dienst

Besoldungstabelle NRW 2026

Nordrhein-Westfalen hat die Besoldung seiner Beamten zum 1. April 2026 um 3,36 Prozent erhöht, stärker als der Tarifabschluss. Im März 2027 folgen 2,0 Prozent, im Januar 2028 weitere 1,0 Prozent. Ein zweites Gesetz zur amtsangemessenen Besoldung soll noch 2026 kommen. Hier stehen Stand, Tabellen und Termine.

Von Sebastian Henneke – zuletzt aktualisiert am 8. Oktober 2026

Besoldung NRW auf einen Blick

Stand: 8. Oktober 2026

  • 2026: Grundgehälter plus 3,36 Prozent ab 1. April, seit Juli ausgezahlt
  • 2027: plus 2,0 Prozent ab 1. März
  • 2028: plus 1,0 Prozent ab 1. Januar
  • Anwärter: plus 60 Euro, 60 Euro und 30 Euro zu denselben Terminen
  • Gesetz: beschlossen und am 31. Juli 2026 verkündet
  • Nächster Schritt: Gesetz zur amtsangemessenen Besoldung, Einbringung in den Landtag voraussichtlich im Herbst 2026

Nordrhein-Westfalen überträgt den Tarifabschluss für die Landesbeschäftigten auf seine Beamten und legt bei den Grundgehältern 2026 sogar etwas drauf. Das gilt für Landes- und Kommunalbeamte, Richter und Versorgungsempfänger. Wie die anderen Länder vorgehen, zeigt unser Überblick zur Besoldungsrunde 2026. Alle Länder und den Bund finden Sie auf unserer Seite zur Besoldung.

Besoldungstabellen NRW nach Jahren

Für jedes Jahr gibt es eine eigene Seite mit allen Besoldungsordnungen, den Anwärterbezügen und dem Familienzuschlag:

Besoldungstabelle A NRW: aktuell gültige Werte

Die Besoldungsordnung A gilt für die meisten Beamten im Land, von A 5 bis A 16. Die Tabelle zeigt die Grundgehälter, die NRW derzeit zahlt. Die Werte für B, R, W, C und die Anwärter stehen auf den Jahresseiten.

Gruppe Stufe 3 Stufe 4 Stufe 5 Stufe 6 Stufe 7 Stufe 8 Stufe 9 Stufe 10 Stufe 11 Stufe 12
A 5 3.076,37 3.145,21 3.214,05 3.282,90 3.351,75 3.420,60 3.489,46 3.558,32
A 6 3.128,27 3.203,86 3.279,46 3.355,07 3.430,67 3.506,25 3.581,84 3.657,40
A 7 3.215,64 3.309,66 3.403,66 3.497,60 3.591,62 3.658,72 3.725,87 3.793,02
A 8 3.297,34 3.417,78 3.538,22 3.658,68 3.779,14 3.859,42 3.939,72 4.020,04 4.100,31
A 9 3.438,22 3.565,23 3.692,22 3.819,22 3.946,23 4.033,49 4.120,87 4.208,16 4.295,45
A 10 3.693,51 3.856,20 4.018,94 4.181,64 4.344,38 4.452,85 4.561,86 4.672,80 4.783,77
A 11 4.047,72 4.209,60 4.371,53 4.533,45 4.698,97 4.809,35 4.919,78 5.031,72 5.144,33 5.256,99
A 12 4.504,78 4.701,47 4.898,95 5.099,22 5.233,52 5.367,79 5.502,12 5.636,43 5.770,65
A 13 5.221,48 5.438,95 5.656,44 5.801,45 5.946,45 6.091,47 6.236,50 6.381,49
A 14 5.530,75 5.812,82 6.094,83 6.282,88 6.470,89 6.658,95 6.846,99 7.035,03
A 15 6.355,71 6.665,80 6.913,86 7.161,95 7.410,06 7.658,16 7.906,23
A 16 6.981,43 7.340,03 7.626,98 7.913,91 8.200,79 8.487,74 8.774,66

Grundgehalt brutto in Euro pro Monat, gültig vom 1. April 2026 bis 28. Februar 2027. Beamte in A 5 bis A 10 steigen seit 2022 direkt in Stufe 3 ein, die Stufen 1 und 2 sind deshalb nicht belegt. Auf dem Smartphone die Tabelle seitlich wischen.
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So steigt die Besoldung in NRW bis 2028

Das Gesetz erhöht die Besoldung in drei Schritten. Zusammen steigen die Grundgehälter damit um rund 6,5 Prozent. Familienzuschlag, Amtszulagen und Strukturzulage steigen 2026 nur um 2,8 Prozent, danach im gleichen Takt wie die Grundgehälter.

Ab Grundgehalt Familienzuschlag und Zulagen Anwärter
1. April 2026 plus 3,36 % plus 2,8 % plus 60 Euro
1. März 2027 plus 2,0 % plus 2,0 % plus 60 Euro
1. Januar 2028 plus 1,0 % plus 1,0 % plus 30 Euro

Erhöhungsschritte laut Gesetz zur Anpassung der Dienst- und Versorgungsbezüge in den Jahren 2026 bis 2028.
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Was das in Euro bedeutet, zeigen einige Beispiele:

Gruppe und Stufe ab April 2026 ab März 2027 ab Januar 2028
A 5, Stufe 3 3.076,37 3.137,90 3.169,28
A 7, Stufe 3 3.215,64 3.279,95 3.312,75
A 9, Stufe 3 3.438,22 3.506,98 3.542,05
A 11, Stufe 3 4.047,72 4.128,67 4.169,96
A 13, Stufe 5 5.221,48 5.325,91 5.379,17
A 16, Stufe 12 8.774,66 8.950,15 9.039,65
Anwärter A 5 bis A 8 1.559,78 1.619,78 1.649,78

Grundgehalt beziehungsweise Anwärtergrundbetrag brutto in Euro pro Monat, laut Gesetz.
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Wie viel davon nach Steuern übrig bleibt, berechnen Sie mit unserem Brutto-Netto-Rechner.

Warum NRW 3,36 Prozent zahlt

Grundlage ist der Tarifabschluss für die Landesbeschäftigten vom 14. Februar 2026. Die Tarifparteien vereinbarten 2,8 Prozent, mindestens aber 100 Euro, ab April 2026. Es folgen 2,0 Prozent im März 2027 und 1,0 Prozent im Januar 2028. Was das für Angestellte bedeutet, steht auf unserer Seite zum TV-L. Den Mindestbetrag überträgt NRW nicht als festen Euro-Betrag. Das Land rechnet ihn in Prozent um: 100 Euro entsprechen 3,36 Prozent des bisher niedrigsten Grundgehalts in A 5. Mit diesem Satz steigen alle Grundgehälter gleichmäßig. So bekommt jeder Beamte mindestens 100 Euro mehr, und die Abstände zwischen den Besoldungsgruppen bleiben erhalten.

Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) kündigte die Übertragung am 21. April 2026 an. Der Landtag hat das Gesetz beschlossen, verkündet wurde es am 31. Juli 2026. Das Landesamt für Besoldung und Versorgung zahlte die Erhöhung schon im Juli aus, rückwirkend ab April. Mit 3,36 Prozent liegt NRW über den meisten Ländern. Welche Länder ebenfalls mehr zahlen, zeigt unser Vergleich: Diese Länder haben bisher eine höhere Besoldung beschlossen.

Zweites Gesetz zur amtsangemessenen Besoldung kommt

Im September 2025 hat das Bundesverfassungsgericht neue Maßstäbe für die Beamtenbesoldung gesetzt. Die unterste Besoldungsgruppe muss für eine vierköpfige Familie mindestens 80 Prozent des mittleren Einkommens erreichen. Außerdem muss die Besoldung mit Löhnen und Preisen Schritt halten.

Diese Vorgaben setzt NRW in einem eigenen Gesetz um. Laut Finanzminister Optendrenk war der Entwurf Mitte September 2026 in der Anhörung bei Verbänden und Gewerkschaften. Danach soll ihn das Kabinett beschließen und voraussichtlich im Oktober in den Landtag einbringen. Was er für die einzelnen Besoldungsgruppen bringt und ob es Nachzahlungen für frühere Jahre gibt, ist noch offen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Bericht Nachzahlungen ohne Widerspruch.

Umstritten bleibt ein Rechenmodell, das NRW 2024 auf den Weg gebracht hat. Um die Mindestbesoldung nachzuweisen, rechnet das Land mit einem Zuverdienst des Partners. Der Beamtenbund NRW hat dagegen erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken. Die Gewerkschaften fordern eine grundlegende Reform der Besoldungsstruktur.

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Chronik der Besoldungsrunde in NRW

  • 15. September 2026: Finanzminister Optendrenk: Der Entwurf zur amtsangemessenen Besoldung ist in der Verbändeanhörung und soll voraussichtlich im Oktober in den Landtag.
  • 31. Juli 2026: Das Gesetz für 2026 bis 2028 wird im Gesetzblatt verkündet.
  • Juli 2026: Das Landesamt zahlt die Erhöhung um 3,36 Prozent aus, rückwirkend ab April.
  • Mai 2026: Die Landesregierung legt den Gesetzentwurf vor, mit 3,36 statt 2,8 Prozent für die Grundgehälter. Unser Bericht: Gesetzentwurf liegt vor.
  • 21. April 2026: Finanzminister Optendrenk kündigt die Übertragung des Tarifabschlusses an.
  • 14. Februar 2026: Tarifeinigung für die Landesbeschäftigten.
  • November 2025: Das Bundesverfassungsgericht veröffentlicht seinen Beschluss zur amtsangemessenen Besoldung.

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Häufige Fragen zur Besoldung in NRW

Wann steigt die Besoldung in NRW?

In drei Schritten: um 3,36 Prozent ab 1. April 2026, um 2,0 Prozent ab 1. März 2027 und um 1,0 Prozent ab 1. Januar 2028.

Wurde die Erhöhung 2026 schon ausgezahlt?

Ja. Das Landesamt für Besoldung und Versorgung hat die Erhöhung im Juli 2026 ausgezahlt. Die Monate April bis Juni kamen rückwirkend dazu.

Warum steigt die Besoldung in NRW um 3,36 Prozent?

NRW rechnet den tariflichen Mindestbetrag von 100 Euro in einen Prozentsatz um. 100 Euro sind 3,36 Prozent des bisher niedrigsten Grundgehalts. Damit steigen alle Grundgehälter gleich stark, und jeder erhält mindestens 100 Euro mehr.

Wie viel bekommen Anwärter in NRW mehr?

Die Anwärtergrundbeträge steigen um 60 Euro im April 2026, um weitere 60 Euro im März 2027 und um 30 Euro im Januar 2028. Im Einstiegsamt A 5 bis A 8 sind es ab März 2027 dann 1.619,78 Euro im Monat.

Was verdienen Lehrer in NRW?

Lehrkräfte sind meist in A 12 oder A 13 eingruppiert. In A 13 liegt das Grundgehalt derzeit zwischen 5.221,48 und 6.381,49 Euro. Mehr zu Besoldung und Dienstrecht lesen Sie in unserem Themenbereich Lehrer, Details zur Besoldungsgruppe auf unserer Seite zur A13 Beamtenbesoldung.

Was verdienen Polizisten in NRW?

Der Polizeivollzugsdienst in NRW beginnt im gehobenen Dienst. Kommissaranwärter bekommen derzeit 1.615,68 Euro Anwärtergrundbetrag, ein Polizeikommissar in A 9 startet mit 3.438,22 Euro Grundgehalt. Dazu kommen Zulagen.

Gibt es Nachzahlungen für frühere Jahre?

Das ist offen. Die Landesregierung will die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts in einem eigenen Gesetz umsetzen. Ob es Nachzahlungen bringt, wird erst mit dem Entwurf klar.

Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert und geprüft. Für die Richtigkeit übernehmen wir keine Gewähr. Verbindlich ist allein das Gesetz.

Quellen:

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