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Homeoffice im öffentlichen Dienst: Studien zeigen Vorteile, Risiken und technische Mängel

Eine aktuelle Studie des DGB zum Home Office im Öffentlichen Dienst zeigt: Mehr als 20 Prozent der Befragten arbeiten demnach regelmäßig von zu Hause.

Im öffentlichen Dienst ist die Arbeit von zu Hause nicht erst seit der Corona-Pandemie ein Thema. Das zeigt die Sonderauswertung „Homeoffice im öffentlichen Dienst“ des DGB-Index Gute Arbeit. Mehr als 20 Prozent der Befragten arbeiten demnach regelmäßig von zu Hause. Neben Vorteilen sehen Angestellte und Beamte aber Risiken – vor allem beim Gesundheitsschutz.

Konkret zeigt die DGB-Analyse, dass mehr als ein Fünftel der Befragten (22 Prozent) regelmäßig von zu Hause arbeitet. Damit ist Homeoffice im öffentlichen Dienst stärker verbreitet als in der Privatwirtschaft (17 Prozent). Das ist vor allem auf die BeamtInnen zurückzuführen, bei denen der Anteil mit 43 Prozent sehr hoch ist. Bei den ArbeitnehmerInnen im öffentlichen Dienst ist kein bedeutsamer Unterschied zur Privatwirtschaft festzustellen.

Homeoffice Öffentlicher Dienst

Homeoffice Öffentlicher Dienst

Öffentlicher Dienst: Besser Planbarkeit im Homeoffice

Viele geben an, dass sie im Homeoffice mehr Handlungs- und Gestaltungsspielräume haben – unter anderem bei der Arbeitszeit. Beschäftigte, die von zu Hause arbeiten, können demnach ihre Arbeit häufiger selbständig planen und einteilen. 82 Prozent der Befragten gaben an, die eigene Arbeit in (sehr) hohem Maße selber planen zu können (in hohem Maß 50 Prozent, in sehr hohem 32 Prozent). Zum Vergleich: Einen hohen oder sehr hohen Einfluss auf die Planung der eigenen Arbeit geben im öffentlichen Dienst 68 Prozent aller Beschäftigten an. Der Wert wird von Beschäftigten im Homeoffice also deutlich übertroffen.

Homeoffice Öffentlicher Dienst

Homeoffice Öffentlicher Dienst

Risiken im Homeoffice: Weniger Pausen

Von den Befragten im öffentlichen Dienst geben zusammengerechnet 36 Prozent an, dass sie sehr häufig (16 Prozent) oder oft (20 Prozent) Erholungspausen verkürzen oder ganz ausfallen lassen. Das Problem ist hier ausgeprägter als in der Privatwirtschaft. Und wenn (unter anderem) im Homeoffice gearbeitet wird, berichten Beschäftigte des öffentlichen Dienstes noch weitaus häufiger davon, Pausen zu verkürzen oder ausfallen zu lassen (sehr häufig 25 Prozent, oft 34 Prozent). „Unser Ziel als DGB ist ein gutes Zusammenspiel von individuellen Gestaltungsrechten und verlässlichen kollektiven Regelungen. Es braucht mehr Mitbestimmungs- und Beteiligungsrechte für Personalräte und Gewerkschaften, etwa bei der Personalplanung oder der Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle. Es braucht klare Vorgaben zum Schutz vor Überlastung und Selbstausbeutung. Die tatsächlich geleistete Arbeitszeit muss erfasst werden“, lautet das Fazit von DGB-Vize Elke Hannack.

Zur Studie des DGB zum Thema Homeoffice…



Ältere Meldung Studie des IMVR

Erste Studien zur Nutzung von Home Office im öffentlichen Dienst zeigen: es fehlte bisher an den technischen Voraussetzungen und an der mangelnden Unterstützung der Vorgesetzten,

Im öffentlichen Dienst war Homeoffice bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie für etwa jeden zweiten Beschäftigten die Ausnahme, und wurde von Vorgesetzten häufig skeptisch bis ablehnend gesehen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter Beschäftigten im öffentlichen Dienst, die auf Karriereplattform LinkedIn von ForscherInnen des Instituts für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) der Universität Köln durchgeführt wurde.

Home Office-Studie: Mehrheit der Vorgesetzten nicht vorbereitet

Die Mehrheit der Befragten (58,8 Prozent) hat vor der Pandemie noch keine Erfahrung mit der Arbeit im Homeoffice gemacht haben. Es scheiterte nicht nur an den fehlenden technischen Voraussetzungen, sondern auch daran, dass viele Vorgesetzte Homeoffice ablehnten. Über 80 Prozent der Befragten gaben an, die Führungskräfte seien nicht darin geschult, die Beschäftigten im Homeoffice zu unterstützen. Auf die Frage, welche Gründe bislang gegen die Arbeit im Homeoffice gesprochen haben, gab ein Großteil der Umfrageteilnehmer an, dass ihre Führungskräfte wenig Initiative zeigten, Beschäftigten die Arbeit im Homeoffice zu ermöglichen. Es gebe zum Beispiel Vorbehalte, dass Beschäftigte zu Hause zu wenig arbeiten würden.


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Home Office-Strategie mehrheitlich vorhanden

Nach Angaben der BefragungsteilnehmerInnen haben 41,2 Prozent bereits vor der Covid-19-Pandemie im Homeoffice gearbeitet. 58,9 Prozent haben vor der Covid-19-Pandemie noch keine Erfahrungen damit gemacht. Die Befragten aus dem öffentlichen Dienst haben mehrheitlich angegeben, dass in ihrer Organisation generell Maßnahmen zur Arbeit im Homeoffice für die Mitarbeiter*innen als sinnvoll angesehen werden. Gleiches gilt für die Aussage, ob Mitarbeiter*innen über die Möglichkeit der Arbeit im Homeoffice informiert sind (34,4 Prozent stimmen eher zu, 35,8 Prozent stimmen voll und ganz zu). Ebenfalls stimmt der Großteil zu, dass es in ihrer Organisation Strategien und Regelungen zu der Arbeit im Homeoffice gibt, rund 70 Prozent.

Kultur der Anwesenheit: Lange Anwesenheit gleich Engagement

Zudem stimmte über die Hälfte der Aussage zu, dass die Abwesenheit im Büro hinderlich für die Karriere ist (50,9 Prozent stimmen eher zu, 11,1 Prozent stimmen voll und ganz zu). Lange Anwesenheit gilt hingegen als besonderes Engagement.

Wichtigste Herausforderungen im Home Office

Die Umfrage zeigt auch, was die ArbeitnehmerInnen im öffentlichen Dienst als die drei wichtigsten Herausforderungen ansehen:

  • Ausstattung im Homeoffice fehlende technische Infrastruktur, dazu gehört u.a. der fehlende Zugriff auf Programme und Informationen, Nutzung eigener Geräte
  • persönlicher Kontakt erschwerte Kommunikation, fehlende soziale Kontakte
  • Kinderbetreuung und Homeschooling

Studie: Home Office öffentlichen Dienst

Die Umfrage unter Beschäftigten des öffentlichen Dienstes führte das IMVR zwischen April und Mai 2020 über das soziale Netzwerk „LinkedIn“ durch. Der Titel der Studie: „Homeoffice- und Präsenzkultur im öffentlichen Dienst in Zeiten der Covid-19-Pandemie“

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