Für die rund 14.000 Beschäftigten der Autobahn GmbH des Bundes gibt es nach intensiven Verhandlungen und mehrfachen Arbeitskämpfen ein Tarifergebnis. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Arbeitgeber vereinbarten in der dritten Verhandlungsrunde am Donnerstag Gehaltserhöhungen im Gesamtvolumen von 8,74 Prozent sowie eine deutliche Anhebung der Schicht- und Wechselschichtzulagen auf das Niveau des Tarifvertrags im öffentlichen Dienst des Bundes (TVöD).
TV Autobahn: Drei Erhöhungsstufen mit Mindestbeträgen
Der TV Autobahn sieht Gehaltssteigerungen in drei Schritten vor: Zum 1. Mai 2026 erhalten die Beschäftigten eine Erhöhung um 3,4 Prozent, mindestens jedoch 150 Euro. Die zweite Stufe folgt zum 1. Januar 2027 mit 2,4 Prozent, mindestens aber 120 Euro. Zum 1. Januar 2028 kommt die dritte Erhöhung um 2,0 Prozent, mindestens 90 Euro. Durch die Mindestbeträge, die sich in den unteren Lohngruppen prozentual stärker auswirken, erreicht das Gesamtvolumen der Tabellenerhöhung 8,74 Prozent. Unser Tipp: Abonniere für alle Tarifinfos unseren Newsletter.
- 1. Mai 2026 um 3,4 Prozent, mindestens aber um 150 Euro.
- Zum 1. Januar 2027 kommt eine zweite Erhöhung um 2,4 Prozent, mindestens aber 120 Euro.
- Zum 1. Januar 2028 erhalten die Beschäftigten eine dritte Erhöhung um 2,0 Prozent, mindestens aber 90 Euro.
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TV Autobahn bringt deutlich höhere Schichtzulagen
Neben den Gehaltserhöhungen verbessern sich durch den TV Autobahn auch die Zulagen für besonders belastende Arbeitszeiten erheblich: Die Zulage für Schichtdienste steigt von 40 auf 100 Euro monatlich, für Wechselschichtdienste von 105 auf 200 Euro. Ab 1. Januar 2027 werden diese Zuschläge wie im TVöD dynamisiert und steigen bei künftigen Tariferhöhungen prozentual mit. Die Kopplung der Autobahn GmbH an die Tarifentwicklung im TVöD bleibt erhalten.
Verbesserungen für Nachwuchskräfte
Der TV Autobahn bringt auch für Nachwuchskräfte deutliche Verbesserungen: Sie erhalten zum 1. Mai 2026 eine monatliche Erhöhung von 75 Euro, zum 1. Januar 2027 weitere 50 Euro sowie zum 1. Januar 2028 eine dritte Erhöhung um 2,0 Prozent. Zudem erfolgt die Übernahme von Auszubildenden ab sofort in die Stufe 2 statt Stufe 1 der jeweiligen Entgeltgruppe – sie steigen also mit einem höheren Gehalt ein.
Gewerkschaft sieht Erfolg der Streiks
“Das ist ein wirklich gutes Ergebnis für die Beschäftigten – und es ist ein Ergebnis, das sie sich selbst erkämpft haben”, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle am Donnerstag. Sie verwies darauf, dass die wiederholten bundesweiten Arbeitskampfmaßnahmen, darunter ein Branchenstreiktag und mehrere Streiks an neuralgischen Punkten wie dem Elbtunnel, für den nötigen Druck auf die Verhandlungen gesorgt hätten. Lediglich die vereinbarte Laufzeit von 26 Monaten bis Ende Februar 2028 sei aus Sicht der Gewerkschaft ein schwieriger Kompromiss.
Es war die erste Tarifrunde für den TV Autobahn nach der Gründung der Autobahn GmbH des Bundes vor fünf Jahren. Zuvor hatten die Länder die Aufgaben im Auftrag des Bundes übernommen. Die Gewerkschaft startet jetzt eine Mitgliederbefragung zu dem Ergebnis, Ende März entscheidet die Tarifkommission abschließend über den TV Autobahn.
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