Die saarländische Landesregierung will die Bezüge von Beamten, Richtern und Versorgungsempfängern bis zum Jahr 2028 schrittweise anheben. Die Erhöhungen folgen dem Tarifergebnis, das die Tarifparteien des öffentlichen Dienstes am 14. Februar 2026 für die Beschäftigten der Länder vereinbart hatten. Der entsprechende Gesetzentwurf liegt dem Landtag des Saarlandes vor.
Besoldung Saarland: drei Anpassungen von 2026 bis 2028
Der nun vorliegende Gesetzentwurf sieht eine Anhebung der Grundgehälter um 2,8 Prozent zum 1. April 2026 vor, wobei eine Mindesterhöhung von 100 Euro greift. Damit soll sichergestellt werden, dass auch Beschäftigte in unteren Besoldungsgruppen spürbar profitieren. Dynamische Besoldungsbestandteile wie Amtszulagen und Familienzuschläge für die ersten beiden Kinder steigen ebenfalls um 2,8 Prozent. Damit hat ein weiteres Bundesland einen Gesetzentwurf in der Besoldungsrunde 2026 vorgelegt.
Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, abonniert unseren Newsletter.
Zum 1. März 2027 folgt eine weitere lineare Erhöhung um 2,0 Prozent, bevor zum 1. Januar 2028 ein dritter Schritt mit 1,0 Prozent folgt. Für Anwärter sieht der Entwurf feste Beträge vor: jeweils 60 Euro mehr im April 2026 und im März 2027 sowie weitere 30 Euro im Januar 2028.
Familienzuschlag ab dem dritten Kind ausgenommen
Eine Besonderheit gilt für Familien mit mehr als zwei Kindern. Die Familienzuschläge ab dem dritten Kind nehmen an den linearen Erhöhungen nicht teil. Hintergrund sind Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zur amtsangemessenen Alimentation: Danach bemisst sich der Mehrbedarf ab dem dritten Kind nach eigenen alimentationsrechtlichen Kriterien und muss in einem gesonderten Verfahren überprüft und fortgeschrieben werden, heißt es im Entwurf.
Kosten von insgesamt 206,6 Millionen Euro
Im Jahr 2026 entstehen dem Saarland Kosten von rund 34,6 Millionen Euro. Durch Basiseffekte aus den vorangegangenen Erhöhungsschritten steigen die jährlichen Belastungen in den Folgejahren deutlich an: auf 74,5 Millionen Euro im Jahr 2027 und auf 97,5 Millionen Euro im Jahr 2028. Über den gesamten Zeitraum von 2026 bis 2028 summieren sich die Kosten auf insgesamt rund 206,6 Millionen Euro.
Besoldungsreform: Wer profitiert im Saarland?
Der Gesetzentwurf gilt für Landesbeamte ebenso wie Beamte der Kommunen, der Gemeindeverbände und anderer öffentlich-rechtlicher Körperschaften, die der Aufsicht des Landes unterstehen. Auch Richterinnen und Richter des Landes sowie Versorgungsempfänger fallen unter die Regelung. Mit dem Vorhaben kommt die Landesregierung ihrer gesetzlichen Verpflichtung nach, die Besoldung regelmäßig an die allgemeinen wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse anzupassen. Grundlage dafür sind das Saarländische Besoldungsgesetz und das Saarländische Beamtenversorgungsgesetz. Federführend zuständig ist das Ministerium für Inneres, Bauen und Sport. Zuletzt waren die Dienst- und Versorgungsbezüge im Saarland durch ein Gesetz vom 24. April 2024 angehoben worden, damals um 5,5 Prozent zum 1. Februar 2025. Die Anwärtergrundbeträge waren zu diesem Zeitpunkt um 50 Euro gestiegen. Mit der nun geplanten Regelung setzt die Landesregierung die Linie fort, Tarifabschlüsse zeitgleich und systemgerecht auf den Beamtenbereich zu übertragen.
Der Gesetzentwurf findet sich auf der Webseite des saarländischen Landtags
Top-News:
Deine Meinung ist gefragt: Umfrage zu KI im öffentlichen Dienst
Öffentlicher Dienst: Ruhegehälter der Pensionäre steigen, Rentner bekommen ab Juli mehr Geld
Bundesbesoldung: Experte erklärt, warum die Nachzahlungen geringer ausfallen
Öffentlicher Dienst Monatsvorschau Juni 2026: TV-V Gehaltserhöhung, Besoldungsrunde, Reformdebatte und neue Stellen
Besoldung: So planen die Länder Auszahlung – Stand zu Reparationsgesetzen
Berlin Besoldung: Auszahlung im August möglich – Reparationsgesetz erst 2027
Diese zehn Rentenformulare sollten Beschäftigte im öffentlichen Dienst kennen
Steuerfreies Weihnachtsgeld als Alternative zur Entlastungsprämie: So viele Angestellte im öffentlichen Dienst würden profitieren
Aktivrente im öffentlichen Dienst: Behörden und Kommunen im Realitätscheck
NRW: Gesetzentwurf zur Anpassung der Besoldung 2026 liegt vor
Update Entlastungsprämie im Bundesrat gescheitert
Bundesbesoldung: So sehen die neuen Besoldungstabellen für Bundesbeamte ab 1. Mai 2026 aus
Hohe Krankenkassenbeiträge: So können Angestellte viel Geld sparen
Altersteilzeit als Auslaufmodell – das leise Ende der Sonderregel
Öffentlicher Dienst TVöD SuE: So hoch fällt die Gehaltserhöhung für Erzieher aus
Interview: Verwaltungsexperte erklärt, warum die Beamtenbesoldung vor einer Jahrhundertreform steht
Bayern verschiebt Anpassung der Beamtenbesoldung um ein halbes Jahr
Beamtenbesoldung: Schleswig-Holstein zahlt nach – was Beamte jetzt bekommen
Besoldungsrunde 2026: Der lange Weg zur amtsangemessenen Alimentation
Tarifeinigung im öffentlichen Dienst der Länder: 5,8 Prozent mehr Gehalt in drei Schritten
Stellenbörse für den öffentlichen Dienst: Lukrative Jobs im Staatsdienst
KI-Webinar: Einführung in ChatGPT – JETZT ANMELDEN
Aktuelle Informationen zu Gehalt & Besoldung im öffentlichen Dienst
-
- Kostenloser Newsletter für Beamte und Angestellte
- TVöD: Gehalt im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen
- TVöD Entgeltordnung
- TV-L: Gehalt im öffentlichen Dienst der Länder
- Beamtenbesoldung: Besoldungstabellen
- A13 Beamtenbesoldung für Lehrer, Hauptkommissare und Co.
- Bundeswehr: Besoldung für Soldaten & Offiziere
- Gehalt & Besoldung von Bürgermeistern
Für öffentliche Arbeitgeber!
Jetzt günstige Stellenanzeigen schalten – monatlich 650.000 Fachkräfte erreichen

