Öffentlicher Dienst in NRW: Gehalt, Besoldung und Jobs

Von Sebastian Henneke

Nordrhein-Westfalen ist das bevölkerungsreichste Bundesland und sein öffentlicher Dienst der größte in Deutschland. Nach Zahlen von IT.NRW arbeiten rund 880.000 Menschen im öffentlichen Dienst des Landes, Bundesbedienstete noch nicht eingerechnet. Land und Kommunen liegen dabei fast gleichauf: Beide beschäftigen jeweils rund 348.000 Menschen. Dazu zählen die Lehrkraft an der Gesamtschule ebenso wie die Polizistin im Streifendienst und der Sachbearbeiter im Rathaus. Was Sie in NRW verdienen, hängt von zwei Fragen ab: Wer bezahlt Sie, also Kommune, Land oder Bund? Und sind Sie angestellt oder verbeamtet? Dieser Wegweiser führt Sie schnell zu Ihren Tabellen.

Öffentlicher Dienst NRW

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TVöD: Tarifvertrag für Angestellte in Nordrhein-Westfalen von Bund und Kommunen

Sie arbeiten bei einer Stadt, Gemeinde, einem Kreis oder einer Bundesbehörde in NRW? Dann gilt für Sie in der Regel der TVöD, der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Ihr Gehalt richtet sich dabei nach Ihrer Entgeltgruppe und Ihrer Erfahrungsstufe. Die aktuelle Lage: Seit Mai 2026 bekommen TVöD-Beschäftigte 2,8 Prozent mehr Geld. Das ist die zweite Stufe des Tarifabschlusses von 2025, der noch bis Ende März 2027 läuft.

Die aktuellen Entgelttabellen finden Sie in unserer TVöD-Übersicht.

TVöD-Tarifverhandlungen NRW

Die nächste Tarifrunde steht damit schon vor der Tür: 2027 verhandeln Gewerkschaften und Arbeitgeber neu. Alle Entwicklungen dazu lesen Sie auf unserer Seite zu den TVöD-Tarifverhandlungen 2027.

TV-L: Tarifvertrag für Landesbeschäftigte in NRW

Beschäftigte des Landes Nordrhein-Westfalen bekommen ihr Gehalt dagegen nach dem TV-L, dem Tarifvertrag der Länder. Das betrifft zum Beispiel die Angestellten an Schulen, Hochschulen und in den Ministerien. Die aktuelle Lage: Seit dem 1. April 2026 gibt es 2,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 100 Euro. Der laufende TV-L-Abschluss gilt noch bis 2028. Erst dann geht es in die nächste Runde: Die Gewerkschaften verhandeln anschließend mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) über die künftigen Gehälter.

Die aktuellen Entgelttabellen finden Sie in unserer TV-L-Übersicht.

TV-N: Tarifvertrag für den Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen

Ein eigenes Tarifwerk gilt im kommunalen Nahverkehr: Wer an Rhein und Ruhr bei Bus, Straßenbahn oder Stadtbahn arbeitet, etwa bei den großen Verkehrsbetrieben in Köln, Düsseldorf oder Dortmund, wird nach dem Spartentarifvertrag Nahverkehr (TV-N NW) bezahlt.

Mehr dazu lesen Sie in unserer TV-N-Übersicht für NRW.

Besoldung im öffentlichen Dienst: für Beamtinnen und Beamte in Nordrhein-Westfalen

Landesbeamte, Lehrkräfte, Polizei und Richter bekommen keine Tarifvergütung. Stattdessen erhalten sie Besoldung nach dem Landesbesoldungsgesetz NRW. Diese Gruppe ist an Rhein und Ruhr besonders groß: An den Schulen sind über drei Viertel der Beschäftigten verbeamtet, bei der Polizei sogar mehr als 80 Prozent. Die aktuelle Lage: Die Landesregierung überträgt die Tarifeinigung eins zu eins auf die Beamtinnen und Beamten. Die Grundgehälter steigen rückwirkend zum 1. April 2026 sogar um 3,36 Prozent, damit der Mindestbetrag von 100 Euro auch in den unteren Besoldungsgruppen ankommt. Weitere Stufen folgen zum 1. März 2027 mit 2,0 Prozent und zum 1. Januar 2028 mit 1,0 Prozent. Die Abschlagszahlungen sind mit den Juli-Bezügen vorgesehen. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 17. September 2025 zur amtsangemessenen Alimentation will das Land in einem gesonderten Gesetz umsetzen.

Alle Besoldungsgruppen und Erfahrungsstufen finden Sie in unseren Besoldungstabellen für NRW.

Stellen im öffentlichen Dienst in NRW

Sie suchen einen Job im öffentlichen Dienst? In unserer Stellenbörse finden Sie aktuelle Stellenangebote in Nordrhein-Westfalen: von der Verwaltung über Kitas bis zu den Stadtwerken.

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