Brandenburg hebt die Beamtenbesoldung rückwirkend zum 1. Januar 2026 an. Je nach Gruppe steigen die Grundgehälter um 7 bis knapp 18 Prozent. Dafür wächst die Wochenarbeitszeit ab März 2027 von 40 auf 41 Stunden, befristet bis 2032. Regierung und Gewerkschaften einigten sich am Mittwoch in Potsdam.
Besoldung Brandenburg: Grundgehälter steigen zwischen 7 und knapp 18 Prozent
Ein Referentenentwurf liegt vor. Danach setzt das Land die Grundgehälter rückwirkend zum 1. Januar 2026 neu fest. Die Spanne reicht von 7,14 Prozent in der Besoldungsgruppe A 5 bis 17,94 Prozent in der Gruppe A 16. Nach Angaben des Finanzministeriums liegen die Anpassungen in der A-Besoldung zwischen sieben und 17 Prozent, in der B-Besoldung bei rund 18 Prozent. Mehr zur Besoldung gibt es in unserem Newsletter. Zudem die Besoldungstabelle A für 2026 als Prognose.
Die unterschiedlichen Sätze erklärt das Ministerium mit der Geschichte der Besoldung. Frühere Tarifübertragungen mit Sockel- und Festbeträgen wirkten je nach Gruppe verschieden. Künftig koppelt das Land Besoldung und Versorgung in Brandenburg künftig an den Nominallohnindex. Grundlage ist ein Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom November 2025. Er betraf die Berliner Besoldung, gilt aber als Maßstab für alle Länder. Nachzahlungen für die Jahre 2004 bis 2025 und die höheren Bezüge will das Land aus dem Versorgungsfonds finanzieren.
Arbeitszeit steigt ab März 2027 auf 41 Stunden
Als zweites Paket vereinbarten Regierung und Gewerkschaften eine längere Arbeitszeit. Vom 1. März 2027 an arbeiten die Beamten 41 statt 40 Stunden pro Woche. Die Regelung gilt befristet bis zum 31. Juli 2032. Beamte mit besonderen Belastungen bleiben ausgenommen, etwa im Schicht- und Wechselschichtdienst. Wer in Teilzeit arbeitet, kann weiter 40 Stunden wählen. Lehrkräfte unterrichten bereits seit Februar 2026 eine Stunde mehr; für sie schließt das Land eine weitere Erhöhung aus. Finanzminister Daniel Keller (SPD) nannte die Einigung ein Ergebnis, das den jahrelangen Streit um die Besoldung beilege und zugleich die Lage des Landes berücksichtige. Innenminister Jan Redmann (CDU) sprach von einer außergewöhnlichen Maßnahme in einer außergewöhnlichen Lage.
Gewerkschaften tragen den Kompromiss mit und kritisieren die längere Arbeitszeit
Die Gewerkschaften begrüßten die höhere Besoldung. Katja Karger vom DGB Berlin-Brandenburg nannte Brandenburg das erste Land, das die Besoldung verfassungskonform anpasse. Kritik kam an der längeren Arbeitszeit. Eine Arbeitszeitverlängerung löse keine Haushaltsprobleme, sagte ver.di-Vertreterin Katja Boll. Auch die Gewerkschaft der Polizei warnte vor zusätzlichen Belastungen im Schicht- und Einsatzdienst. Über beide Vorhaben entscheiden nun das Kabinett und der Landtag.
Quellen:
- Pressemeldung der Landesregierung Brandenburg
- Gesetzentwurf auf oeffentlicher-dienst.info
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