Die rund 200.000 Beschäftigten bei kommunal organisierten Sparkassen schauen gespannt auf die anstehende Schlichtung im öffentlichen Dienst. Da etwa 350 Sparkassen dem kommunalen Arbeitgeberverband angehören, gelten für sie die Regelungen des TVöD – und damit auch die Ergebnisse der aktuellen Tarifrunde. Die Schlichtung hat also direkte Auswirkungen auf Gehalt, Arbeitsbedingungen und Perspektiven.
TVöD bei Sparkassen: Warum die Schlichtung jetzt entscheidend ist
Nach drei ergebnislosen Verhandlungsrunden zwischen Gewerkschaften und kommunalen Arbeitgebern wurde am 18. März die Schlichtung eingeleitet. Das Verfahren findet vertraulich statt, folgt aber klar definierten Regeln. Bis spätestens 1. April soll eine Einigungsempfehlung vorliegen. Lehnt eine Seite diese ab, drohen unbefristete Streiks – mit möglichen Auswirkungen auch auf den Sparkassenbetrieb.
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Gehaltsentwicklung für Sparkassenbeschäftigte im Fokus
Die Gewerkschaften fordern acht Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 350 Euro monatlich. Besonders Beschäftigte in mittleren und unteren Entgeltgruppen der Sparkassen könnten durch den Mindestbetrag spürbar profitieren. Die Arbeitgeber haben bisher 5,5 Prozent angeboten – jedoch verteilt auf eine deutlich längere Laufzeit, was die jährliche Steigerung stark relativieren würde.
Laufzeit des Tarifvertrags: Langes Festschreiben oder schnelle Anpassung?
Ein besonders relevanter Punkt für Sparkassenangestellte: die Laufzeit des neuen Tarifvertrags. Die Gewerkschaften streben eine Laufzeit von nur zwölf Monaten an, um flexibel auf wirtschaftliche Entwicklungen reagieren zu können. Die Arbeitgeberseite dagegen plant mit bis zu 36 Monaten – was in der Praxis auf eine jährliche Steigerung von weniger als zwei Prozent hinauslaufen würde.
Zudem ist offen, ab wann die erste Gehaltserhöhung gelten soll. Eine verzögerte Auszahlung, beispielsweise erst zur Jahresmitte 2025, würde viele Beschäftigte enttäuschen – insbesondere angesichts steigender Lebenshaltungskosten.
Schlichtung öffentlicher Dienst Sparkassen: Zeit statt Geld?
Ein zusätzlicher Verhandlungspunkt betrifft freie Tage. Die Gewerkschaften fordern drei zusätzliche Urlaubstage für alle Beschäftigten sowie einen weiteren für Gewerkschaftsmitglieder. Auch für Beschäftigte in Sparkassen, die oft mit hoher Verantwortung und Kundenfrequenz arbeiten, wäre dies ein Beitrag zur besseren Work-Life-Balance.
Ein möglicher Kompromiss könnte in flexiblen Wahlmodellen liegen: etwa zwischen zusätzlichem Geld oder Freizeit, wie es aus anderen Branchen bereits bekannt ist.
Wie geht es weiter – und was bedeutet das für Sparkassenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter?
Bis spätestens Anfang April soll der Schlichterspruch vorliegen. Danach entscheiden Gewerkschaften und Arbeitgeber, ob sie dem Kompromissvorschlag folgen. Klar ist: Für die Beschäftigten bei Sparkassen, die unter den TVöD Sparkasse fallen, steht viel auf dem Spiel – von der Gehaltsentwicklung über Arbeitszeitmodelle bis hin zu mehr Anerkennung für ihre Arbeit im öffentlichen Auftrag.
Foto: Midjourney / KI-generiert
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