Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben Beamtinnen und Beamte deutlich anders abgestimmt als die Gesamtbevölkerung. Mit 44 Prozent für die Grünen zeigt sich eine starke Präferenz für die Ökopartei – weit über dem Landesschnitt.
Öffentlicher Dienst und die Landtagswahl in Baden-Württemberg: Grüne bei Beamten vorn
Beamtinnen und Beamte in Baden-Württemberg haben bei der Landtagswahl 2026 mit deutlicher Mehrheit für die Grünen gestimmt. Laut Analysen der Forschungsgruppe Wahlen entschieden sich 44 Prozent dieser Berufsgruppe für die Partei von Spitzenkandidat Cem Özdemir. Damit liegt diese Wählergruppe deutlich über dem Gesamtergebnis der Grünen, die nach dem vorläufigen Endergebnis auf 30,2 Prozent kamen. Während die Partei landesweit ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen mit der CDU absolvierte und dieses nur hauchdünn für sich entscheiden konnte, liegt sie bei den Beamten mit deutlichem Abstand vorne. Die Daten der Forschungsgruppe Wahlen zeigen den Anteil der Zweitstimmen. Die Wahldaten der Forschungsgruppe Wahlen unterscheiden nicht weiter zwischen Landes-, Bundes- oder Kommunalbeamten. Daten, wie die Angestellten des öffentlichen Dienstes gewählt haben, liegen nicht vor.
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Wahlgrafik: So haben Beamte in Baden-Württemberg gewählt
CDU und AfD unter Landesschnitt bei Beamten
Die CDU erreichte bei Beamtinnen und Beamten 34 Prozent der Stimmen und liegt damit zehn Prozentpunkte hinter den Grünen. Im Vergleich zur Landtagswahl 2021 zeigt sich bei Beamtinnen und Beamten eine deutliche Verschiebung der politischen Präferenzen. Während die Grünen von 39 auf 44 Prozent zulegten, verzeichnete die CDU mit einem Sprung von 24 auf 34 Prozent den größten Gewinn – ein Plus von zehn Prozentpunkten. Dramatisch fiel hingegen der Absturz der SPD aus: Von 13 Prozent im Jahr 2021 stürzte sie auf nur noch 5 Prozent ab. Auch die FDP halbierte ihr Ergebnis nahezu von 8 auf 3 Prozent. Die AfD konnte bei Beamten leicht von 7 auf 10 Prozent zulegen, blieb aber deutlich unter ihrem landesweiten Ergebnis von 18,8 Prozent.
Landtagswahl in Baden-Württemberg: Historisches Tief für die SPD in der Beamtenschaft
Die SPD erlebte mit 5,5 Prozent landesweit ein historisches Tief bei Landtagswahlen. Bei Beamten schnitt sie mit 5 Prozent ähnlich schwach ab. Spitzenkandidat Andreas Stoch kündigte seinen Rückzug als Landes- und Fraktionschef an, berichtet tagesschau.de. Die FDP erreichte bei Beamten 3 Prozent und blieb sowohl in dieser Berufsgruppe als auch landesweit (4,4 Prozent) unter der Fünf-Prozent-Hürde. Die Linke kam bei Beamten auf 2 Prozent (landesweit 4,4 Prozent).
Öffentlicher Dienst und Landtagswahlen: Beamte wählen auch ihre neuen Dienstherren
Für Beamtinnen und Beamte haben Landtagswahlen eine doppelte Bedeutung: Sie wählen nicht nur die neue Landesregierung, sondern bestimmen damit auch ihre künftigen Dienstherren. Besonders relevant wird dies in der Besoldungsrunde 2026. Die scheidende Regierung hatte angekündigt, das Tarifergebnis auf die Besoldung übertragen zu wollen. Nun liegt es in der Verantwortung der neuen Landesregierung, diese Zusage einzulösen und das Tarifergebnis tatsächlich auf Beamtinnen und Beamte zu übertragen. Zudem steht sie vor der Herausforderung, die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zur Beamtenbesoldung umzusetzen.
Özdemir bietet CDU Partnerschaft auf Augenhöhe an
Nach dem vorläufigen Endergebnis erhalten die Grünen 56 Sitze im Landtag, die CDU ebenfalls 56. Die AfD erreicht 35 Mandate, die SPD zehn. Grüne und CDU verfügen damit zusammen über eine Zweidrittelmehrheit, berichtet tagesschau.de. Özdemir rief die Christdemokraten noch am Wahlabend zu einer erneuten Zusammenarbeit auf und bot ihnen eine „Partnerschaft auf Augenhöhe“ an. CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel gratulierte den Grünen. Bei der Wahl waren rund 7,7 Millionen Menschen wahlberechtigt – erstmals auch 16- und 17-Jährige.
Weitere Infos zum Wahlverhalten verschiedener Berufsgruppen gibt es beim ZDF. (Hinweis: Die Tabellen zu den Berufsgruppen sind ganz am Ende der Bilderstrecke)
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