In Hessen stehen die Tarifverhandlungen für die Landesbeschäftigten (TV H) bevor. Die Gewerkschaften ver.di, GEW, IG BAU, GdP und der Beamtenbund fordern 7 Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro. Parallel dazu profitieren kommunal Beschäftigte ab Mai von den TVöD-Erhöhungen. Auch Beamte können mit Anpassungen rechnen – allerdings erst nach Abschluss der Verhandlungen Ende März.
Hinweis: Die Tarifrunde in Hessen ist abgeschlossen. Als Nächstes verhandeln Bund und Kommunen: Alle Termine und Forderungen zur TVöD-Tarifrunde 2027 im Überblick.
Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst in Hessen starten Ende Februar
Die Tarifverhandlungsrunde für den hessischen Landesdienst beginnt am 27. Februar 2026 in Wiesbaden. Die Gewerkschaften ver.di, GEW, IG BAU, GdP und der Beamtenbund treten mit klaren Forderungen an den Verhandlungstisch: Sie verlangen eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 7 Prozent, mindestens jedoch 300 Euro. Für Auszubildende nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG), in der Pflege sowie für Praktikanten fordern die Gewerkschaften eine Erhöhung um 200 Euro. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll sich auf 12 Monate beschränken. Die Tarifrunde der Länder ist Anfang Februar bereits zu einem Ergebnis gekommen. Aktuell befragt ver.di dazu die Mitglieder.
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Gewerkschaften fordern Investition in den öffentlichen Dienst Hessen
Darüber hinaus setzen sich die Gewerkschaften für die Übernahme von Auszubildenden nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung ein und fordern, dass studentische Beschäftigte künftig in den Geltungsbereich des TV-H einbezogen werden. Die stellvertretende ver.di-Bundesvorsitzende und Verhandlungsführerin Christine Behle machte die Dringlichkeit der Forderungen deutlich: „Die Forderungen sind ambitioniert. Aber gerade in Zeiten wie diesen darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten gespart werden. Noch immer herrscht großer Fachkräftemangel in der öffentlichen Verwaltung und besonders in den Dienststellen der Landesverwaltung. Das höhere Tarifniveau der Kommunen macht den Landesbehörden deutlich zu schaffen. Deshalb müssen Arbeitsplätze beim Land attraktiv gehalten werden.”
Die Gewerkschaften sehen die Tarifverhandlungen als Chance, in die Beschäftigten im öffentlichen Dienst Hessen und damit in die Zukunftsfähigkeit des Landes zu investieren. Verhandelt wird für circa 58.000 Beschäftigte der Landesverwaltungen, Straßenmeistereien, der Forstwirtschaft, bei Gerichten, im Justizvollzugsdienst und anderen Landeseinrichtungen.
Drei Verhandlungsrunden bis Ende März für den öffentlichen Dienst Hessen
Nach der ersten Verhandlungsrunde am 27. Februar folgt am 9. und 10. März eine Zwischenrunde auf Arbeitsebene, bevor in der dritten Verhandlungsrunde am 26. und 27. März ein Ergebnis erzielt werden soll. Erst dann wird Klarheit über die konkreten Gehaltserhöhungen für die Landesbeschäftigten herrschen.
Besoldungsanpassung für Beamte im öffentlichen Dienst Hessen
Für die hessischen Beamtinnen und Beamten sowie Versorgungsempfänger wird die Besoldungsanpassung voraussichtlich erst nach Abschluss der Tarifverhandlungen Ende März erfolgen. Die Gewerkschaften fordern eine zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die Besoldung und Versorgung. „Die ausgehandelten Ergebnisse der Tarifeinigung müssen selbstverständlich zeitgleich und systemkonform auf die Beamtinnen und Beamten sowie die Versorgungsempfängerinnen und -empfänger übertragen werden”, stellte Heini Schmitt vom Beamtenbund klar. Nach jahrelanger verfassungswidriger Unteralimentation dürfe etwas anderes erst gar nicht in Erwägung gezogen werden.
Die Gewerkschaften fordern das Land auf, bereits zur ersten Verhandlungsrunde klarzustellen, dass die Beamtinnen und Beamten des Landes und der Kommunen nicht im Regen stehen gelassen werden. Klare und frühzeitige Zusagen seien gefragt, um Planungssicherheit zu schaffen. Für die Gewerkschaften ist die Einkommensrunde erst dann beendet, wenn das Tarifergebnis vollständig auf Besoldung und Versorgung übertragen worden ist. Dies entspricht der ganzheitlichen Betrachtungsweise der Gewerkschaften, die Tarifbeschäftigte und Beamte im öffentlichen Dienst Hessen gleichermaßen im Blick haben. Beamte müssen sich allerdings bis zum Abschluss aller drei Verhandlungsrunden gedulden, bevor konkrete Aussagen über die Höhe und den Zeitpunkt der Besoldungsanpassung getroffen werden können.
TVöD-Erhöhungen ab Mai für kommunal Beschäftigte im öffentlichen Dienst Hessen
Während die Landesbeschäftigten noch auf das Ergebnis der Tarifverhandlungen warten müssen, profitieren die kommunal Beschäftigten im öffentlichen Dienst Hessen bereits ab dem 1. Mai 2026 von den Gehaltserhöhungen nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Die im April 2025 vereinbarten Tariferhöhungen werden bundesweit umgesetzt und gelten damit auch für die Angestellten im kommunalen Dienst in Hessen. Die TVöD-Beschäftigten erhalten zum 1. Mai 2026 eine Erhöhung ihrer Tabellenentgelte, die bereits im Rahmen der letzten großen Tarifrunde ausgehandelt wurde.
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