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Mehr Geld und Debatte um Reformen – der öffentliche Dienst im Oktober 2025

Öffentlicher Dienst: Was für Beschäftigte im November ansteht. Copyright: Midjourney / KI-generiert

Die Gewerkschaften bereiten die Länder-Tarifrunde im öffentlichen Dienst vor. Zudem warten die Angestellten von Bund und Kommunen weiter auf die Auszahlung der Gehaltserhöhung. Die Details dazu und was sonst noch im Oktober ansteht, zeigen wir hier.

TV-L-Tarifrunde 2025 / 2026 im öffentlichen Dienst: Tarifvertrag endet im Oktober

Ende Oktober läuft der Tarifvertrag der Länder im öffentlichen Dienst aus. Die Gewerkschaften bereiten die anstehende Tarifrunde mit einer aktuell laufenden Befragung der Beschäftigten vor. Nach Auswertung der Umfrage beraten die Tarifkommissionen über Höhe und Details der Forderungen. Am 17. November 2025 wollen die Gewerkschaften die Forderungen für die TVL-Tarifrunde 2025 / 2026 dann öffentlich vorstellen.

Angesetzt sind drei Verhandlungsrunden: Die erste Sitzung findet am 3. Dezember 2025 statt, die zweite am 15. und 16. Januar 2026, die dritte am 11. und 12. Februar 2026. Mit Spannung blicken auch die Landesbeamten auf den Tarifabschluss. Die Gewerkschaften fordern, dass ein Abschluss zeit- und inhaltsgleich auf die Beamtinnen und Beamten der Länder übertragen wird.

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Bundeshaushalt 2026 und der öffentliche Dienst: Debatte über Investitionen und Personal für den öffentlichen Dienst

Die Bundesregierung hat den Entwurf für den Bundeshaushalt 2026 vorgelegt. Geplant ist ein Kernhaushalt von 520,5 Milliarden Euro, ergänzt durch Sondertöpfe, die das Gesamtvolumen auf 630 Milliarden Euro anheben. Damit steigt die Neuverschuldung auf insgesamt 174,3 Milliarden Euro. Für den öffentlichen Dienst bedeutet der Entwurf eine Ausweitung des Personals: Statt des im Koalitionsvertrag vorgesehenen Abbaus um acht Prozent sind 304.784 Stellen eingeplant – mehr als im Vorjahr. Um das Abbauziel zu erreichen, müssten bis 2029 rund 24.400 Stellen gestrichen werden, was derzeit nicht absehbar ist. Gewerkschaften kritisieren Pläne zum Personalabbau und fordern bessere Arbeitsbedingungen, insbesondere in kommunalen Verwaltungen.

Was die Modernisierungsagenda der Bundesregierung für den öffentlichen Dienst bedeutet

So soll das neue Dienstrecht für den Bund aussehen

Die Investitionsschwerpunkte liegen bei Infrastruktur (21,3 Mrd. Euro für Straßen, Schienen und Wasserwege), Digitalisierung (8,5 Mrd. Euro), Schulen und Kitas, Wohnungsbau sowie Klimaschutz. Der Verteidigungsetat steigt auf 82,7 Milliarden Euro, hinzu kommen 25,5 Milliarden Euro Sondermittel. Geplant ist eine Aufstockung um 10.000 Soldaten und 2.000 zivile Beschäftigte, zudem sollen über einen neuen Wehrdienst 20.000 zeitlich befristete Stellen entstehen. Für die innere Sicherheit sind 1.000 neue Polizisten vorgesehen. Ein weiterer Schwerpunkt ist der „Pakt für den Rechtsstaat“, der bis 2029 rund 500 Millionen Euro für Digitalisierung und 2.000 zusätzliche Stellen in der Justiz vorsieht. Im Gesundheitswesen steigt das Budget auf 20,1 Milliarden Euro, mit Reformen bei Krankenhäusern, Apotheken und Notfallversorgung.

Über den Haushaltsentwurf wird der Bundestag voraussichtlich Ende November 2025 abstimmen.

Öffentlicher Dienst: Warten auf TVöD-Gehaltserhöhung – Umfrage zeigt, Mehrheit kritisiert Kommunikationschaos

Kommt das neue Gehalt im Oktober? Diese Frage stellt sich die Mehrheit der Angestellten von Bund und Kommunen. Eine Umfrage zeigt: Bisher sind die höheren Entgelte nach dem TVöD-Abschluss von April noch nicht ausgezahlt worden. Eine große Mehrheit der Beschäftigten im öffentlichen Dienst wartet weiterhin auf die Gehaltserhöhung, die eigentlich seit April gilt.

Das zeigt eine Umfrage von Öffentlicher Dienst News unter rund 1.400 Angestellten von Bund und Kommunen. Nur drei Prozent gaben an, die ab 1. April 2025 vereinbarte Erhöhung bereits erhalten zu haben. 97 Prozent verneinen dies. 78,3 Prozent der Befragten berichten, ihr Arbeitgeber habe keinerlei Information zum Auszahlungszeitpunkt mitgeteilt. Nur bei knapp jedem Fünften wurde ein konkreter Termin kommuniziert – meist im September oder Oktober 2025, vereinzelt später. Die mangelhafte Kommunikation bewerten viele als „ungenügend“ oder „mangelhaft“, wie unsere Umfrage zeigt.

DGB-Umfrage: Ein Drittel der Beschäftigten im öffentlichen Dienst erlebt digitale Gewalt

Eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes zeigt Ausmaß und Folgen von digitaler Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Verletzende Kommentare auf Social-Media-Plattformen, anonyme Drohungen per E-Mail oder Messengerdienste sind auch im öffentlichen Dienst keine Seltenheit. In einer repräsentativen Umfrage des DGB berichten 38 Prozent der Beschäftigten, sie seien im Zusammenhang mit ihrer Arbeit mit digitaler Gewalt in Berührung gekommen. 13 Prozent nennen konkrete eigene Erfahrungen – etwa Beleidigungen, Beschimpfungen oder Drohungen. Besonders betroffen sind höhere Dienstgrade und Berufsgruppen wie Polizei, Justiz oder Verteidigung. Dort ist die Quote bis doppelt so hoch. 33 Prozent haben erlebt, dass Kolleginnen oder Kollegen online angegriffen wurden. Unter den Betroffenen geben 67 Prozent an, vorsichtiger oder distanzierter aufzutreten. 61 Prozent leiden unter emotionaler Belastung, 40 Prozent berichten von Leistungseinbußen und Konzentrationsproblemen. 28 Prozent sehen ihr Vertrauen in digitale Kommunikation erschüttert, 13 Prozent dachten bereits über einen Stellenwechsel nach.

Die Umfrage erfolgte im August 2025 durch forsa (1.008 Befragte). Der DGB kündigt eine Kooperation mit der Menschenrechtsorganisation HateAid an, um Präventions-, Beratungs- und Unterstützungsangebote in Fällen digitaler Gewalt auszubauen.

Beamte und Angestellte der Länder blicken im Oktober auf die Tarifrunde im öffentlichen Dienst

Beamte und Angestellte der Länder blicken im Oktober auf die Tarifrunde im öffentlichen Dienst / Copyright: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Beihilfe: Neue Regeln ab Oktober 2025

Zum 1. Oktober 2025 erweitert sich der Heilmittelbereich Podologie. Neu hinzu kommen die Leistungen 73.1 und 73.2, die Aufwendungen für Nagelspangenbehandlungen abdecken, wie das Bundesverwaltungsamt mitteilt. Damit können Beihilfeberechtigte diese Behandlungen künftig entweder über die neuen Leistungsnummern oder über die bisherigen Positionen 67 bis 71 abrechnen – unabhängig vom Ausstellungsdatum der Verordnung. Diese Anpassung ergänzt die bereits im August und September 2025 in Kraft getretenen Änderungen.

Neue Regelungen ab Oktober 2025

Zum 1. Oktober 2025 wird die elektronische Patientenakte (ePA) verpflichtend. Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäuser müssen sie künftig nutzen, um Gesundheitsdaten digital zu verwalten. Eine weitere wichtige Änderung betrifft den Zahlungsverkehr: Ab dem 9. Oktober sind Echtzeitüberweisungen im gesamten Euro-Raum gebührenfrei. Zusätzlich wird ein IBAN-Name-Abgleich eingeführt, der Absender und Empfänger transparenter macht.

Auch im Bereich Grenzkontrollen gibt es Neuerungen. Am 12. Oktober startet am Flughafen Düsseldorf das Europäische Ein- und Ausreisesystem (EES). Es erfasst die Ein- und Ausreisen von Nicht-EU-Staatsangehörigen, die für Kurzaufenthalte in den Schengen-Raum einreisen. Für Bürgerinnen und Bürger der EU ergeben sich keine Änderungen.

Umstellen auf Winterzeit

Schließlich beginnt in der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 2025 die Winterzeit: Die Uhren werden von 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr zurückgestellt – wir haben also eine Stunde mehr Schlaf.

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