Länder News NRW TV-L ver.di

Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst der Länder: Arbeitgeber und Gewerkschaften liegen noch “meilenweit” auseinander

Frank Werneke, Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft verdi. @picture alliance/dpa | Soeren Stache
Frank Werneke, Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft verdi. @picture alliance/dpa | Soeren Stache

Bei der dritten Verhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst geht es um das “Angebot” der Arbeitgeber. Die Gewerkschaften machen Druck mit bundesweiten Warnstreiks

Mittlerweile ist in Potsdam die dritte und entscheidende Runde der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder im Gange. Arbeitgeber und Gewerkschaften konnten sich bislang nicht auf einen Abschluss einigen.

Im Mittelpunkt steht dabei  das, was bislang auf dem Tisch liegt: das “Angebot” der Arbeitgeber. Die Prognose: Es werden zähe Verhandlungen. Ob es am Ende für einen Abschluss reicht, ist bisher unklar. Beide Seiten geben sich kompromissbereit. Zwei Knackpunkte werden über den Ausgang der Verhandlungen entscheidend.

Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst der Länder: Das “Angebot der Arbeitgeber “

Die Arbeitgeber der Länder, organisiert in der Tarifgemeinschaft deutscher Länder, bieten nach eigener Darstellung:

  • Eine Entgeltsteigerung von insgesamt „im Saldo über fünf Prozent“

  • Eine Laufzeit von 29 Monaten

  • Mehrstufige Erhöhungen, mit mehreren Monaten ohne Gehaltsplus zu Beginn

  • Verbesserungen für einzelne Gruppen, etwa für Beschäftigte mit Nacht-, Wochenend- oder Schichtdiensten

  • Ein ausbaufähiges Azubi-Paket

  • Kein Sockelbetrag von 300 Euro.

Ein konkret ausformulierter Tarifvorschlag mit Tabellen und Zeitpunkten liegt bislang nicht vor. Es handelt sich nur um Eckpunkte, kein klassisches Angebot. Die Arbeitgeber sprechen bewusst von Eckpunkten, die in der dritten Runde weiter konkretisiert werden sollen.

Alle Updates zur Tarif- und Besoldungsrunde 2026 gibt es in unserem Newsletter, den aktuell 153.000 Beschäftigte abonniert haben. Sei auch dabei!

So begründen die Länder ihr “Angebot”

Aus Sicht der Länder handelt es sich um ein finanziell verantwortbares Angebot, das sich an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen orientiert. Die TdL verweist auf eine Inflationserwartung von rund zwei Prozent pro Jahr. Das angebotene Gesamtvolumen liege damit leicht über der erwarteten Preisentwicklung.
Zudem argumentieren die Arbeitgeber, dass Zuschläge für belastende Arbeitszeiten wirksamer seien als pauschale Erhöhungen. Ein Sockelbetrag sei aus ihrer Sicht nicht notwendig, da in den vergangenen drei Tarifrunden bereits Mindeststeigerungen von insgesamt rund 580 Euro vereinbart worden seien.

Kritik, das Angebot liege unter dem Abschluss für Bund und Kommunen, weist die TdL zurück. Man setze auf einen eigenständigen Länderabschluss, der die Haushaltsrealitäten der Bundesländer abbilde.

Anzeige:  Kredite für Angestellte und Beamte im öffentlichen Dienst – Kreditrechner nutzen

Was sagt ver.di zum “Angebot” der Länder?

Die Gewerkschaft ver.di lehnt das Arbeitgeberangebot klar ab. Es stelle kein Angebot dar und sei respektlos. Man habe nur einen “Lösungskorridor” vorgelegt.

Ver.di kritisiert:

  • Zu geringes reales Plus bei einer Laufzeit von 29 Monaten

  • Zu viele Nullmonate ohne sofortige Entlastung

  • Keinen sozialen Ausgleich für untere und mittlere Einkommen ohne Sockelbetrag

  • Fehlende Verbindlichkeit, da bislang nur Eckpunkte vorliegen

Was sagt der dbb beamtenbund und tarifunion zum “Angebot” der Länder?

“Das werden extrem schwierige Verhandlungen. Uns liegt immer noch kein Angebot vor”, so dbb-Bundesvorsitzender Volker Geyer. Es gäbe lediglich Annäherungen. Man liege noch “meilenweit auseinander”.

Nächste Runde in den Tarifverhandlungen des öffentlichen Dienstes der Länder: Was sind die Forderungen von ver.di?

  • 7 Prozent mehr Gehalt, mindestens 300 Euro pro Monat

  • Laufzeit von 12 Monaten

  • 200 Euro mehr für Auszubildende

Als Referenz nennt die Gewerkschaft den Tarifabschluss für Bund und Kommunen aus dem Vorjahr.

Top-News:

Interview: Verwaltungsexperte erklärt, warum die Beamtenbesoldung vor einer Jahrhundertreform steht

Bayern verschiebt Anpassung der Beamtenbesoldung um ein halbes Jahr

Öffentlicher Dienst März 2026: ver.di-Mitgliederbefragung zu TV-L, Besoldung und Hessen-Tarifrunde

Beamtenbesoldung: Schleswig-Holstein zahlt nach – was Beamte jetzt bekommen

TVöD 2026: Gehaltserhöhung, Jahressonderzahlung und flexible Arbeitszeitmodelle

Besoldungsrunde 2026: Der lange Weg zur amtsangemessenen Alimentation

  Zehn häufige Irrtümer bei der Altersvorsorge – und wie man sie vermeidet

Tarifeinigung im öffentlichen Dienst der Länder: 5,8 Prozent mehr Gehalt in drei Schritten

Öffentlicher Dienst 2026: Die Jahresvorschau für Angestellte und Beamte

Gehalt öffentlicher Dienst 2026: Steuerentlastung kommt nicht auf dem Konto an

Prognose öffentlicher Dienst 2026: Die Entgelttabellen für die kommenden 12 Monate

 Ratgeber für den öffentlichen Dienst: Wann Rentner Steuern zahlen müssen

Stellenbörse für den öffentlichen Dienst: Lukrative Jobs im Staatsdienst

Umfrage: Hast du die TVöD-Gehaltserhöhung im September erhalten?

Tarifrunde der Länder 2025 / 2026

Abschlagszahlung öffentlicher Dienst: Das müssen Bundesbeamte wissen

KI-Webinar: Einführung in ChatGPT – JETZT ANMELDEN

Aktuelle Informationen zu Gehalt & Besoldung im öffentlichen Dienst

Für öffentliche Arbeitgeber!

Jetzt günstige Stellenanzeigen schalten – monatlich 650.000 Fachkräfte erreichen 

 

Anzeige Kredite für den öffentlichen Dienst