Der Staat sucht händeringend qualifiziertes Personal. Wir zeigen, welche Jobs im öffentlichen Dienst besonders gefragt sind und wie hoch Gehalt oder Besoldung sind.
Im öffentlichen Dienst herrscht Fachkräftemangel. Zwar ist der Bedarf von Region zu Region unterschiedlich, doch er ist grundsätzlich hoch. Mit Recruitern versuchen viele Behörden und andere staatliche Einrichtungen, doch auch sie stoßen an Ihre Grenzen. Der Arbeitsmarkt ist derzeit ein Arbeitnehmermarkt. Das bedeutet, dass entsprechend qualifizierte Fachkräfte aus einem gut gefüllten Pool beliebter, sicherer und gut bezahlter Jobs schöpfen können. Welche Berufe das unter anderem aktuell sind und wo Recruiting an Grenzen stößt, erklären wir an dieser Stelle.
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Jobs im öffentlichen Dienst: Schulrektorin im Glück
Die Freude war der Schulrektorin in Hamburg von den Augen abzulesen. „Wir haben den Jackpot beim Lehrerlotto gewonnen“, verkündete sie auf einem Elternabend. „Ab dem Sommer haben wir eine Physik-Lehrkraft für die sechste Klasse.“ Die Rektorin meinte gar, sie hätten ein „Einhorn“ gefunden. Und tatsächlich gehören Lehrkräfte für MINT-Fächer zu den gefragtesten Arbeitnehmern im öffentlichen Dienst.
Stellen im öffentlichen Dienst: Wo die Not am größten ist
Das hat seine Gründe, wie Maximilian Zekorn und Anke Franz von Hapeko im Interview mit Öffentlicher Dienst News erklären. Sie sind bei dem Personalkontor für Vermittlung und Beratung im öffentlichen Dienst zuständig. „Grundsätzlich sind Positionen immer dann schwierig zu besetzen, wenn Personen mit den entsprechenden Ausbildungshintergründen und beruflichen Erfahrungen auch in der freien Wirtschaft stark nachgefragt sind oder wenn sehr spezielle Ausbildungshintergründe die Zugangsvoraussetzung darstellen.“ Ein Lehramtsstudium Physik ist nun mal sehr speziell und öffnet auch Türen abseits von Schulen.
Öffentlicher Dienst im Wettbewerber mit der Wirtschaft
Aktuell spitzt sich die Konkurrenzsituation zwischen der freien Wirtschaft und dem öffentlichen Dienst daher zu. Wer im Bereich IT, Cybersecurity oder Bau (inkl. Stadt- und Mobilitätsplanung) arbeitet, dürfte kaum Probleme haben, eine Stelle zu finden. Dazu kommen massive Engpässe bei der Verwaltung. Der Recruiting-Report 2024 von Index Research rechnet vor, dass 53 Prozent aller Unternehmen Probleme haben, Stellen zu besetzen, die im Bereich des mittleren Managements angesiedelt sind.
„Der Fachkräftemangel zieht sich durch fast alle Bereiche im öffentlichen Dienst und der Bedarf dürfte durch eine hohe Anzahl an Renteneintritten in den kommenden Jahren eher noch größer werden“, so Zekorn und Franz. Und weiter: „Der öffentliche Dienst hat dabei immer noch ein Image-Problem”, so dass geeignete Personen aus der freien Wirtschaft sich weniger aktiv auf Positionen im öffentlichen Dienst bewerben.“
Vor- und Nachteile im öffentlichen Dienst
Die angesprochenen Vorurteile sind bekannt. Der Staatsdienst ist bürokratisch und langsam, es fehlt an Innovationskraft, die Strukturen sind starr und eine Karriere nur schwer möglich. Dazu kommen häufig formale Hürden beim Bewerbungsprozess. Hier macht der öffentliche Dienst oft strenge Vorgaben zur Qualifikation – bestimmte Stellen sind an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. In der freien Wirtschaft drücken Personalbüro und Management auf kurzem Dienstweg auch gerne mal ein Auge zu, wenn die Qualifikation dennoch stimmt. Einerseits.
Recruiting-Experten: Personalsuche auf dem Land ist schwierig
Andererseits berichten die beiden Experten aus ihrem Arbeitsalltag: „Gleichzeitig stellen wir fest, dass der öffentliche Dienst bei vielen Bewerbenden mit Vorteilen wie Arbeitsplatzsicherheit und sinnstiftender Arbeit punkten kann.“ Ein weiterer Vorteil des öffentlichen Dienstes ist die Transparenz. Die Aufgabenbereiche und die Arbeitsplatzbeschreibung sind bereits vor der eigentlichen Bewerbung bekannt. Und auch das Gehalt ist nicht vom Verhandlungsgeschick abhängig – die Bezahlung lässt sich vorab in den entsprechenden Gehaltstabellen (TVöD oder TVL) recherchieren. So verkaufen Sie Ihre Arbeitskraft nicht zum Schnäppchenpreis, weil der Arbeitsalltag ganz anders aussieht, als es Ihnen Management und Personalabteilung vor der Unterschrift versprochen haben.
Wie in der freien Wirtschaft auch, spielt im öffentlichen Sektor die Lage eine wichtige Rolle. Die Digitalisierung hat das Home-Office zu einer Selbstverständlichkeit gemacht. Ein Mehrwert, den öffentliche Arbeitgeber trotz Bemühungen in diesem Bereich oft nicht so konsequent anbieten kann. „Gerade in den vergangenen Jahren stellen wir eine gesunkene Bereitschaft zu pendeln oder auch zum Umzug fest“, so Zekorn und Franz. Gerade im ländlichen Bereich würde das die Personalsuche erschweren. Der erwähnte Physiklehrer im Zentrum Hamburgs fehlt dann eben der Gemeinde im Speckgürtel.
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Jobs öffentliche Dienst: Diese Fachkräfte werden gesucht und das verdienen sie
Wie gefragt einzelne Berufe sind und wie die Bezahlung im Einzelnen aussieht, hängt stark von der Region, Berufserfahrung, genauer Tätigkeitsbeschreibung und der Unterscheidung zwischen Angestellten (TVöD/TVL) und Beamten (Besoldung) ab. Diese Liste ist eine Auswahl und dient der groben Orientierung*:
Lehrer (insbesondere MINT-Fächer wie Physik, Informatik): Als angestellte Lehrkraft (TV-L) liegt das Einstiegsgehalt typischerweise zwischen 3.500 Euro und 4.500 Euro brutto pro Monat. Als verbeamtete Lehrkraft (Besoldungsgruppe A12/A13) kann das Einstiegsgehalt bei etwa 4.200 Euro bis 5.000 Euro brutto pro Monat liegen.
IT-Spezialist: Sie sind für die Entwicklung, Wartung und Sicherheit der digitalen Infrastruktur und Anwendungen zuständig. Dies umfasst Bereiche wie Netzwerksicherheit, Datenmanagement und Support. Je nach Spezialisierung und Erfahrung können Sie hier in den Entgeltgruppen von E9b bis E14/E15 eingeordnet werden, was einem Bruttoeinstiegsgehalt von ca. 3.500 Euro bis 5.500 Euro pro Monat entspricht.
Ingenieur: Im Bereich Planung, Umsetzung und Instandhaltung öffentlicher Infrastrukturprojekte wie Straßen, Brücken, Gebäude sowie für Stadt- und Regionalplanung und Verkehrskonzepte tätig. Angestellte im TVöD werden oft in den Entgeltgruppen E10 bis E13/E14 eingruppiert, was einem Einstiegsgehalt von etwa 3.800 Euro bis 5.500 Euro brutto pro Monat entspricht. Für Beamte im gehobenen oder höheren Dienst (A10-A14) liegen die Gehälter zwischen 3.500 Euro und 6.000 Euro brutto.
Verwaltungsfachangestellter oder Beamter im mittleren Dienst: Es gibt massive Engpässe in der Verwaltung – sowohl in der freien Wirtschaft als auch im Öffentlichen Dienst. In der Entgeltgruppe TVöD E5-E9a verdienen Sie in der Regel zwischen 2.900 Euro und 3.600 Euro brutto pro Monat.
Sozialarbeiter: Sie beraten und unterstützen Menschen in schwierigen Lebenslagen, entwickeln Hilfsangebote und koordinieren Maßnahmen in Bereichen wie Jugendamt, Sozialamt oder Betreuungsvereinen. In der Entgeltgruppe S12 liegt das Gehalt zwischen 3.800 Euro und 5.200 Euro pro Monat.
Sachbearbeiter im höheren Dienst oder Verwaltungsrat: Diese Positionen übernehmen komplexe Sachverhalte, entwickeln Konzepte und Strategien, leiten Projekte und führen Mitarbeiter. Hierfür ist oft ein Hochschulabschluss (z.B. Rechts- oder Verwaltungswissenschaften) erforderlich. Mit dieser Qualifikation landen sie in der Besoldungsgruppe E13 bis E15 und können mit 4.800 bis 6.800 Euro por Monat rechnen.
Spezialist für Controlling, Buchhaltung & Finanzen: Fachkräfte für die Überwachung und Steuerung finanzieller Prozesse, die Erstellung von Bilanzen und Berichten sowie die Einhaltung von Finanzvorschriften verantwortlich. Angestellte im TVöD (oft E9b-E12) verdienen hier im Einstieg ca. 3.600 Euro bis 4.200 Euro brutto pro Monat.
*Die genannten Berufe sind nur eine Auswahl. Auch in vielen anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes fehlen Fachkräfte etwa in der Pflege, den Kitas, in der Entsorgung oder den Wasserwerken. Die Eingruppierung hängt von vielen Faktoren ab. Die genannten Vergütungsgruppen dienen nur der Orientierung und können in der Praxis abweichen.
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