Die zweite Verhandlungsrunde in der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes der Länder. Unser Ausblick.
Gewerkschaften lehnen “Angebot” der Arbeitgeber ab
Beim zweiten Verhandlungstag bei den Tarifverhandlungen des öffentlichen Dienstes der Länder ist es zu keiner Einigung gekommen. Die Gewerkschaften lehnten das Angebot der Arbeitgeber ab. Diese “verkennen die Lage”, hieß es vonseiten der Gewerkschaften. Arbeitgeber verweisen auf enge finanzielle Spielräume.
Die Tarifparteien setzen die Verhandlungen am 11. und 12. Februar 2026 in Potsdam fort. Die Gewerkschaften möchten Warnstreiks ausweiten.
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Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst Länder: Zweiter Verhandlungstag startet
Am Donnerstag, 15. Januar, kam es bei der zweiten Verhandlung der Tarifrunde der Länder im öffentlichen Dienst zu keinem Ergebnis. Arbeitgeber im öffentlichen Dienst wollen geringere Erhöhungen bei längerer Laufzeit, lehnen die 300-Euro-Mindestforderung ab und machen keine Zusagen für Nachwuchskräfte.
“Die Forderung der Gewerkschaft nach sieben Prozent Lohnerhöhung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten ist völlig überzogen” – sagte der Länder-Verhandlungsführer, Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) der Nachrichtenagentur dpa. Volker Geyer, Chef des Beamtenbunds dbb, sagte der dpa, dass die Gewerkschaften Streiks “massiv ausweiten müssen”, falls die Ländervertreter uneinig seien.
Davon betroffen könnten sein:
- Unikliniken
- Straßenräumdienste
- Tarifbeschäftige in Schulen
Heute, Freitag, 16. Januar, gehen die Verhandlungen weiter. Es soll zu Protesten Beschäftigter in Potsdam kommen. Unsere Prognose: Eine Einigung gilt als nicht wahrscheinlich.
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Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst Länder: Zeitnahe Einigung unwahrscheinlich
Die zweite Verhandlung der Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder hat am Donnerstag, 15. Januar, begonnen. Die Verhandlungen für die Tarifgemeinschaft der Länder führt Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD).
Eine zeitnahe Einigung gilt als unwahrscheinlich.
Öffentlicher Dienst: Zweite Verhandlungsrunde steht an
Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) tritt in die zweite Verhandlungsrunde – erneut ohne konkretes Angebot. Stattdessen klagen die Arbeitgeber über schrumpfende Spielräume. Sie verweisen auf Verpflichtungen bei der Beamtenbesoldung nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts und angeblich verplante Steuereinnahmen für bundespolitische Konjunkturpakete.
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Öffentlicher Dienst Länder: Kein Angebot, aber steigende Einnahmen
ver.di-Vorsitzender Frank Werneke widerspricht dieser Darstellung scharf: „Trotz steigender Einnahmen von fünf Prozent in diesem Jahr argumentieren die TdL-Vertreter*innen mit leeren Kassen.” Die Länder stimmten im Bundesrat regelmäßig Entscheidungen zu, die zu eigenen Mindereinnahmen führten. „Das bezeichne ich als mangelnde Tapferkeit im Umgang mit der Bundesregierung und das lassen sich die Beschäftigten in dieser Tarifrunde nicht anrechnen”, so Werneke.
Verhandelt wird an diesen Terminen:
- 15. – 16. Januar 2026: Zweite Verhandlungsrunde
- 11. – 13. Februar 2026: Dritte Verhandlungsrunde
Was ver.di fordert – was die Arbeitgeber sagen
Die Gewerkschaft fordert für die 925.000 Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder sieben Prozent mehr Gehalt. Mindestens sollen es 300 Euro sein, um die unteren Lohngruppen zu stärken. Auszubildende, Studierende und Praktikanten sollen 200 Euro mehr erhalten und nach erfolgreicher Ausbildung unbefristet übernommen werden. Studentische Beschäftigte sollen ein tariflich garantiertes Mindeststundenentgelt bekommen. Alle Zeitzuschläge sollen um 20 Prozentpunkte steigen. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen.
Die Reaktion der Arbeitgeber nach der ersten Runde am 3. Dezember 2025: „Weniger Prozente bei längerer Laufzeit”, wie aus einer ver.di-Synopse hervorgeht. Bei der Mindestforderung von 300 Euro haben die Arbeitgeber laut der Gewerkschaftsunterlage „Schwierigkeiten” – sie befürchten eine Stauchung der Gehaltstabtabelle und Probleme bei der Übertragung auf Beamte. Zu den Forderungen für Nachwuchskräfte: keine Aussage zum Geld.
Personalmangel verschärft die Lage
Der Handlungsdruck ist enorm. Im gesamten öffentlichen Dienst in Deutschland bleiben rund 600.000 Stellen unbesetzt. „Leider haben wir den Eindruck, dass die Arbeitgeberseite nicht verstanden hat, wie ausgeprägt die Belastungssituation vieler Beschäftigter ist – insbesondere aufgrund des eklatanten Personalmangels an vielen Stellen“, sagt Werneke.
Warnstreiks in sieben Bundesländern
Mit einer klaren Botschaft gehen Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen, Berlin, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen in die Warnstreiks. Sie legen die Arbeit an Hochschulen und Universitäten, in Bezirksregierungen und Staatsanwaltschaften, an Unikliniken, in der Justiz und im Justizvollzug sowie in der Straßenbauverwaltung nieder.
In Baden-Württemberg haben am 13. Januar Beschäftigte im Raum Esslingen, am 14. Januar in Tübingen, Karlsruhe und Mannheim gestreikt. Betroffen sind vor allem Universitäten, Hochschulen und Studierendenwerke. „Beschäftigte im öffentlichen Dienst sind keine überflüssige Bürokratie, sie sind das Rückgrat unseres Gemeinwesens”, erklärt die stellvertretende Landesbezirksleiterin von ver.di Baden-Württemberg.
Kulturbereich als Brennpunkt
Besonders im Kulturbereich ist die Stimmung angespannt. Am 13. Januar beteiligen sich in Berlin Beschäftigte des Gorki Theaters, der Schaubühne, der Volksbühne, des Berliner Ensembles, des Deutschen Theaters, der Stiftung Oper, des Konzerthauses und des Theaters an der Parkaue am Streik. Zudem gab es eine Kundgebung vor dem Haus der Berliner Festspiele.
„Wir protestieren vor dem Haus der Berliner Festspiele, um deutlich zu machen, dass hinter den Kulturproduktionen Menschen stehen, die von ihrer Arbeit leben müssen”, sagt Lucas Krentel, ver.di-Landesfachbereichsleiter für Kultur in Berlin-Brandenburg. „Die Wut der Beschäftigten über die Missachtung durch die Sparpolitik der letzten Jahre sitzt tief.”
Hamburg-Zulage sorgt für Eklat
Ein weiterer Konfliktpunkt belastet die Verhandlungen: die gescheiterte Hamburg-Zulage. „Das ist ein skandalöser Vorgang”, sagt Werneke. „Wenn die Arbeitgeber eigene Vereinbarungen derart zerpflücken, zerstören sie das Vertrauen in die Sozialpartnerschaft. Das ist inakzeptabel.” Er ruft die TdL auf, zur Verhandlungsdisziplin zurückzukehren. Die zentrale Frage für Donnerstag lautet: Legt die Tarifgemeinschaft der Länder endlich ein Gegenangebot vor? Wer dazu auf dem Laufenden bleiben möchte, abonniert unseren Newsletter.
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