Der Hamburger Senat will das Tarifergebnis auf die Beamten übertragen. Die Besoldung steigt rückwirkend zum 1. April 2026 um 2,8 Prozent. Den Gesetzentwurf legte der Senat am 9. Juni 2026 vor. Der Beamtenbund dbb hamburg nennt die Pläne zur Alimentation völlig unzureichend.
So stark steigt die Besoldung in Hamburg
Der Senat überträgt das Tarifergebnis der Länder vom 14. Februar 2026 auf die Beamtinnen und Beamten, die Richterinnen und Richter sowie die Versorgungsempfänger. Die Bezüge steigen rückwirkend zum 1. April 2026 um 2,8 Prozent, mindestens aber um 100 Euro. Zum 1. März 2027 folgen 2,0 Prozent, zum 1. Januar 2028 weitere 1,0 Prozent. Die Anwärtergrundbeträge erhöht der Senat zum 1. April 2026 um 60 Euro, 2027 um 4,2 Prozent und 2028 um weitere 2,0 Prozent.
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Finanzsenator Andreas Dressel verhandelte das Tarifergebnis als Vorsitzender der Tarifgemeinschaft deutscher Länder. „Unser Tarifergebnis wird 1:1 zeit- und wirkungsgleich auch auf die Beamtinnen, Beamten, Richterinnen und Richter sowie Pensionärinnen und Pensionäre übertragen”, sagte Dressel. Alle Zahlungen sollen die Beschäftigten noch 2026 erreichen.
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Hamburg-Zulage und Sonderzahlung ergänzen die Besoldung
Der Senat hebt zudem die Wechselschicht- und Schichtzulagen an. Er überträgt außerdem die Hamburg-Zulage auf Beamte in bürgernahen Diensten sowie auf bestimmte Tätigkeiten im Sozial- und Erziehungsdienst. Daneben reagiert Hamburg auf die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur amtsangemessenen Alimentation. Der Senat führt ab 2026 eine Jahressonderzahlung in Höhe von 27,5 Prozent eines durchschnittlichen Monatsbruttos ein. Für 2025 zahlt er einmalig 7,5 Prozent nach. Für die Jahre 2011 und 2012 leistet er Einmalzahlungen von 17,5 und 30 Prozent eines Monatsbezugs. Die Übernahme des Tarifergebnisses kostet den Haushalt rund 400 Millionen Euro im Jahr 2026, rund 320 Millionen 2027 und rund 375 Millionen 2028. Im teuersten Jahr summiert sich das Gesamtpaket nach Angaben Dressels auf über 630 Millionen Euro.
Zur Besoldungstabelle A Hamburg 2026
Der Beamtenbund kritisiert die Besoldungspläne in Hamburg
Der dbb hamburg begrüßt die zeit- und inhaltsgleiche Übertragung samt Hamburg-Zulage. Die Pläne zur amtsangemessenen Alimentation nennt er dagegen völlig unzureichend. Der Senat halte bei der Berechnung der Mindestalimentation weiter am Partnereinkommen fest und wende es nun sogar rückwirkend bis 2007 an. Dadurch fielen die Nachzahlungen sehr gering aus. Die Versorgungsempfänger hängt der Entwurf nach Darstellung des dbb strukturell ab. „Der dbb hamburg weist den vorgelegten Entwurf zur Herstellung einer amtsangemessenen Alimentation in Hamburg mit Nachdruck als unzureichend zurück”, sagte der Landesvorsitzende Thomas Treff. „Wieder einmal wurde diese Chance vertan.”
DGB sammelt Unterschriften für eine faire Besoldung in Hamburg
Auch der DGB erhöht den Druck. Am 3. Juni 2026 übergab er mehr als 4.500 Unterschriften für die Petition „Besoldung und Versorgung in Hamburg fair und verlässlich gestalten” an den Eingabeausschuss der Bürgerschaft. Der DGB fordert unter anderem, die Angleichungszulage über 2025 hinaus zu entfristen und in die Besoldungstabelle einzubauen.
Der Senat beteiligt nun die Spitzenorganisationen der Gewerkschaften. Danach befasst er sich erneut mit dem Entwurf, ehe ihn die Bürgerschaft beschließt. Das teilte die Behörde für Finanzen und Bezirke am 10. Juni 2026 mit; die Kritik äußerten der dbb hamburg am 10. Juni und der DGB Nord am 8. Juni 2026.
Quellen:
- Behörde für Finanzen und Bezirke / Senat Hamburg: „Gesetzentwurf zur Erhöhung der Besoldung vorgelegt”, Pressemitteilung vom 10. Juni 2026.
- dbb hamburg beamtenbund und tarifunion: „Senat beschließt Entwurf Besoldungs- und Versorgungsanpassungsgesetz 2026-2028 …”
- DGB Nord: „Mehr als 4.500 Unterschriften für eine faire und verlässliche Besoldung und Versorgung“, Meldung vom 8. Juni 2026.
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